Niedersachsen: Cuxhavener Wolfsrudel wird besendert

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Umweltminister Olaf Lies hat gestern (Freitag) die Besenderung von Wölfen im Cuxhavener Raum zu Managementzwecken angeordnet. Die Durchführung erfolgt durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Zusammenarbeit mit wildbiologischen Fachleuten. In den letzten Wochen ist es vermehrt zu Nutztierrissen im Landkreis Cuxhaven gekommen. Insgesamt wurden in den letzen Tagen acht Nutztierschadensfälle aus dem Landkreis Cuxhaven gemeldet. In zwei Fällen kam ein Rind und in den anderen Fällen Schafe zu Tode.

Umweltminister Olaf Lies: “Wir sind mit dem Landkreis im engen Austausch zum Thema Umgang mit dem Wolf. U.a. haben wir in der Region intensiv dafür geworben, die Weidetierbestände mit wolfsabweisenden Zäunen zu sichern. Das allein bietet angesichts der regionalen Besonderheit wie z.B. der Deiche keinen ausreichenden Schutz vor Nutztierrissen. Deshalb habe ich jetzt eine Besenderung veranlasst, um dann gegebenenfalls auch notwendige Managementmaßnahmen einzuleiten.” PM

Beitragsbild: Schafe auf einem Deich. Foto: SE

5 Gedanken zu „Niedersachsen: Cuxhavener Wolfsrudel wird besendert

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Welche Erkenntnisse erhofft sich denn der Herr Minister von einer Besenderung? Sollen alle Wölfe des Rudels besendert werden?
    Bevor man durch solche Unternehmungen weitere fünfstellige Eurobeträge in das Projekt “Wolf in der Kulturlandschaft“ steckt, sollte man den Artikel 16 der FFH-Richtlinie auch bei uns umsetzen. Um den Wolf an die Landeskultur anzupassen, wie das Jagdgesetze für andere Arten fordern, wäre eine „Entnahme“ die einfachere, dauerhafteste und schließlich auch kostengünstigere Alternative, ohne den günstigen Erhaltungszustand der eurasischen Metapopulation von Canis lupus im geringsten zu verschlechtern!
    Zitat FFH-Richtlinie:
    “Artikel 16 Ausnahmen
    (1) Sofern es keine anderweitige zufriedenstellende Lösung gibt und unter der Bedingung, dass die Populationen der betroffenen Art in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet trotz der Ausnahmeregelung ohne Beeinträchtigung in einem günstigen Erhaltungszustand verweilen, können die Mitgliedstaaten von den Bestimmungen der Artikel 12, 13 und 14 sowie des Artikels 15 Buchstaben a) und b) im folgenden Sinne abweichen:
    e) um unter strenger Kontrolle, selektiv und in beschränktem Ausmaß die Entnahme oder Haltung einer begrenzten und von den zuständigen einzelstaatlichen Behörden spezifizierten Anzahl von Exemplaren bestimmter Tier- und Pflanzenarten des Anhangs IV zu erlauben.”

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  2. Ralf

    Dieser ganze Aufwand erschließt sich mir auch nicht. Vor Jahren hätte es vielleicht noch Sinn gemacht mit der Besenderung. Aber nun? Die Risse werden nicht weniger. Was soll die Besenderung bringen?
    Man traut sich nicht an die Dezimierung dran. Lieber aussitzen?

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  3. Grimbart

    Nun, ein besenderter Wolf lässt sich zu Erlegung leichter aufspüren und das kann dann wieder ein Polizist erledigen. So kommt der Minister um die Diskussion herum, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Er muss sich von den Grünen dann auch nicht vorwerfen lassen, er wäre vor der CDU eingeknickt, denn die sind ja seine eigentlichen Favoriten, was den Koalitionspartner anbelangt. Wie viel das kostet ist doch unseren Volksvertretern egal. Das kann man doch immer und überall beobachten.

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  4. JanCux

    Leider gibt es zufiele zweibeinige “Wölfe” im Schafspelz, die immer wieder als “Schäfer” gewählt werden. NOCH FRAGEN ?

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