Niedersachsen: Bundespolizist meldet aggressive Wolfsannäherung bei Walsrode

In einem am 20.11. zum Beitrag “Mecklenburg-Vorpommern: Zwei neue Wolfsrudel – Backhaus stellt Wolfsmanagement vor” veröffentlichten Kommentar schreibt JAWINA-Leser brackenfreund: “Heute wurde bekannt, dass einem Kollegen der Bundespolizei am 07.11.18, gegen 08:00 Uhr morgens, nördlich von Walsrode ein Wolf begegnet ist. Die Begegnung fand auf dem Waldweg entlang der Bahnstrecke Walsrode – Bad Fallingbostel in Richtung Sandkuhle statt. Der Wolf kam unmittelbar vor ihm aus dem Gebüsch am Waldrand und stellte sich ihm aggressiv entgegen und näherte sich ihm weiter. Der Kollege konnte das Tier mit einem Fußtritt vertreiben und ist unverletzt geblieben.

Er hat das Ereignis bisher auf der Website http://www.wolfsmonitoring.com gemeldet.
Da der betroffene Bereich regelmäßig zum Joggen und für Dienstsport genutzt wird, ist dieser Warnhinweis allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Kenntnis und Beachtung gegeben.
Für weitere Informationen wird auf die o.g. Internetseite verwiesen, auf der auch Ratschläge für Eigenmaßnahmen bei Kontakt gegeben werden.

Landespolizei und Forst- bzw. Jagdbetreiber sind informiert.”

Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Glaubwürdigkeit des Kommentars sogleich in Zweifel gezogen. So schreibt kilalli als Antwort auf Brackenfreund: “Wann hat er das Ereignis denn gemeldet? Auf der o.a. Homepage ist unter News nichts zu finden, obwohl dort die letzte Meldung vom 16.11. ist.”

Dazu ist anzumerken, dass gemeldete Wolfssichtungen vom Niedersächsischen Wolfsmonitoring selbstverständlich nicht einzelfallweise veröffentlicht werden – schon um Wolfstourismus, Fütterung und Gewöhnung an Menschen möglichst zu vermeiden. Die Internetseite wolfsmonitoring.com veröffentlicht im Newsbereich zwar aktuelle Nachrichten wie die vom 16.11., aber eben nicht die eingehenden Meldungen für das Monitoring.

Wie Raoul Reding, der bei der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) für das Wolfsmonitoring zuständig ist, gegenüber JAWINA bestätigte, wurde die obige Meldung des Bundespolizisten inzwischen als Wolfssichtung aufgenommen. Ursprünglich habe die Meldung nicht vorgelegen, weshalb zunächst das Meldesystem auf technische Probleme untersucht worden sei, auf Rückfrage bei der Bundespolizei in Walsrode sei sie dann aufgenommen worden.

Bundespolizei Walsrode bestätigt Echtheit der Meldung

Das Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum in Walsrode, wo unter anderem die GSG 9 ausgebildet wird, bestätigte auf Nachfrage gegenüber JAWINA, dass ein Kollege den Vorfall im oben veröffentlichten Wortlaut offiziell gemeldet habe. Man könne also bestätigen, dass die Meldung vorliegt, aber natürlich nicht, dass der Vorfall so stattgefunden habe, da ja niemand sonst dabei gewesen sei. Aufgrund der Fürsorgepflicht gegenüber den Beamten sei die Meldung intern veröffentlicht worden. SE

Beitragsbild: Wenn Hermann Löns das wüsste: Bahnhof Walsrode. Autor: Poul Krogsgård, Quelle: Wikipedia

4 Gedanken zu „Niedersachsen: Bundespolizist meldet aggressive Wolfsannäherung bei Walsrode

  1. kilalli

    “Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Glaubwürdigkeit des Kommentars sogleich in Zweifel gezogen.”

    Komm runter, admin, [Kommentar gekürzt, immer schön sachlich bleiben, danke]. Wenn Sie meinen Text (und vor einigen Tagen meinen Kommentar zum Bericht “Wolf greift Auto an”) mit klarem Kopf bis zum Ende gelesen hätten, würden sie mich nicht in die Ecke der Beschöniger oder Abwiegler stellen. Interessierte, auch mal kritische Nachfragen müssen ausgehalten werden und auf sie kann man in sachlichem Ton reagieren. So wie von Ihnen in diesem Beitrag so vorbildlich in den Absätzen nach der [dito, admin.] Einführung demonstriert.

    “Die Internetseite wolfsmonitoring.com veröffentlicht im Newsbereich zwar aktuelle Nachrichten wie die vom 16.11., aber eben nicht die eingehenden Meldungen für das Monitoring.”
    Es ging bei dieser “eingegangenen Meldung” eben nicht nur um die Sichtung eines Wolfes, sondern um das spezifische Verhalten und das wäre wohl mindesten so interessant wie ein xter totgefahrener Wolf. Und wenn im Kommentar von brakenfreund die Homepage extra verlinkt ist, schaut man natürlich nach.

    Das Argument mit dem fehlenden Zeugen ist natürlich nachvollziehbar.

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  2. Ronbi

    Werden die Wölfe jetzt aggressiver?
    Haben sie uns genug beobachtet?
    Verstehe nicht, warum im Wolfsgelände so wenige Pfefferspray dabei haben.
    (Gegenwind beachten)

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  3. Anko

    Gibt’s jetzt kein Verfahren gegen den Beamten? Er hat einem streng-stens geschützten Wildtier Schmerzen zugefügt und Verletzungen billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar verusacht, ohne eine Rechtfertigungsgrund nachweisen zu können. Das Verfahren könnte ihn dazu bringen, seine Schilderung rechtskomform zu korrigieren bzw. zu widerrufen und so die W.-Streichler-Fraktion zu erfreuen.

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    1. kilalli

      Immer gilt die Wahrung der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Hat er zunächst versucht in die Hände zu klatschen? Fragen!!

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