Niedersachsen: ASP – Ausgleichszahlungen für Jäger

Schwarzwildbestände effektiv absenken – Landwirtschaftskammer nimmt Anträge an

Die Schwarzwildbestände so weit abzusenken, dass die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möglichst unterbunden wird – das ist das präventive Ziel vor einem möglichen Ausbruch der ASP. Für den Mehraufwand, der Jagdausübungsberechtigten und Hundeführern entsteht, gewährt das Land daher eine finanzielle Unterstützung.

Antragsberechtigt ist jeweils der Jagdausübungsberechtigte, Auszahlungsbehörde ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover. Anders als bei sonstigen Subventionsmaßnahmen ist kein Antrag vor Beginn der Maßnahme erforderlich. Die Möglichkeit, Aufwand geltend zu machen, gilt für alles erlegte oder gefundene Schwarzwild seit 1. April 2018.

Im Einzelnen geht es um folgende Maßnahmen:

Suchen und Beproben von Fallwild und von schwerkrankem Schwarzwild

Der Hintergrund: Eine intensive, möglichst systematische Fallwildsuche wird zur frühzeitigen Erkennung eines Ausbruches für unerlässlich gehalten. Eine Verpflichtung zur Fallwildsuche hat der Jagdausübungsberechtigte jedoch nicht. Damit trägt jede Fallwildsuche zur Früherkennung bei. Die Höhe der Entschädigung beträgt 50 Euro pro Tier. Die Antragstellung ist vom 1. April bis 31. Mai für das vorangegangene Jagdjahr möglich.

Mehrabschuss von Schwarzwild aller Altersklassen

Der Hintergrund: Möglichst eine Reduzierung des Schwarzwildbestandes, um die Infektionskette im Falle eines möglichen Ausbruchs der ASP zu unterbinden. Die Höhe der Entschädigung beträgt 50 Euro pro Tier. Voraussetzung ist hier, dass im Einzelrevier ein Mehrabschuss in einem Jagdjahr erfolgt (erstmals 2018/19) als im Durchschnitt der drei Jagdjahre 2014/15, 2015/16 und 2016/17 (die Zahlen sind aus der jährlichen Meldung an die Landkreise vorhanden). Die Antragstellung ist vom 1. April bis 31. Mai für das vorangegangene Jagdjahr möglich.

Einsatz von Jagdhunden bei revierübergreifenden Drückjagden

Der Hintergrund: Eine effektive Bejagung durch Erlegung möglichst mehrerer Wildschweine einer Rotte bei der Beunruhigung durch Hunde ist bei abgestimmten revierübergreifenden Jagden möglich. Nur bei dieser Förderung, da sie die Hundeführer erreicht und der Einsatz der Hunde revierübergreifend stattfindet, wird die Aufwandsentschädigung auch Bund, Land, Kommunen, öffentlich-rechtlichen Anstalten und Stiftungen gewährt. Die Höhe der Entschädigung liegt bei 25 Euro pro Einsatztag eines Jagdhundes. Voraussetzung ist hier, dass mindestens fünf direkt aneinander grenzende Jagdbezirke oder mindestens zwei mit einer Gesamtfläche von 2000 Hektar gemeinsam an einem Drückjagdtermin jagen. In diesem Fall wird ein Antrag für alle Reviere gestellt. Die Antragstellung ist während des laufenden Jagdjahres möglich.

Fragen – unter anderem zu Voraussetzungen der Anträge – beantwortet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Weitere Informationen sowie die Anträge stehen auch zum Download bereit unter:

https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/5/nav/18.html

PM

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4 Gedanken zu „Niedersachsen: ASP – Ausgleichszahlungen für Jäger

  1. montero

    Die Prämie für den Mehrabschuss bekommen leicht diejenigen, die Jahre zuvor das Schwarzwild gehegt haben und jetzt mal endlich anfangen zu jagen.

    In den Revieren, wo in den letzten Jahren bereits die Hausaufgaben beim Schwarzwildabschuss getätigt wurden, könnte es je nach Witterung und Wetter im bevorstehenden Winter schwierig werden, eine Steigerung zu erreichen.
    Diese Jagdausübungsberechtigten gehen dann leer aus.

    Es ist blinder Aktionismus.

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  2. Grimbart

    Und wieder einmal werden bürokratische Monster geschaffen. Wie kompliziert will man eine Regelung für den Einsatz von Hunden denn noch machen? Warum werden nicht auch kleinere Reviere bedacht, die z.B. erstmalig eine DJ veranstalten wollen? Wenn sich nur drei Reviere mit 1999 Ha zusammenschließen gehen die auch leer aus. Warum?

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  3. Ralf

    Ich persönlich fände es schon hilfreich, wenn die Gebühren für die Trichinenproben für die Erleger wegfallen würden. Hier könnte das Land eingreifen.
    Das kann laufen wie folgt:
    Erleger gibt Trichinenprobe ab, Kommune leitet Prüfberichte ans Land weiter und bekommt vom Land die Gebühren erstattet.
    Das würde auch den kleinen Revieren helfen.

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    1. Grimbart

      @ Ralf
      Und bessere Möglichkeiten die Proben abgeben zu können. Bei uns im LK sind Strecken von bis zu 100 Km Hin- und Rückfahrt nötig. Und dann sind die Proben nur während der Öffnungszeiten abzugeben. In jedem Rathaus sollte eine Abgabestelle sein und die Proben von einem Kurierdienst zum Veterinäramt gebracht werden. Das wäre mal eine Entlastung.

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