Niedersachsen: 89jährige vermutlich von Drahthaar getötet

Beitrag aktualisiert. Ein tragischer Unfall hat sich am Donnerstag, 28. Februar 2019, zwischen 16:00 und 19:00 Uhr, in Ganderkesee ereignet, wie die Polizei mitteilt: Ein 51-jähriger Mann betrat das Wohnhaus in Ganderkesee, das er gemeinsam mit seiner 89-jährigen Mutter bewohnte. Seine Mutter fand er dabei leblos auf dem Boden liegend vor. Der gemeinsame Hund, ein zehnjähriger Rüde der Rasse Deutsch Drahthaar, saß auf dem Sessel. Aufgrund der massiven Verletzungen ging der 51-Jährige davon aus, dass seine Mutter vom Jagdhund totgebissen wurde. Der jagdberechtigte Sohn erlegte den Hund im Anschluss im Garten des Wohnhauses. Eine von der Staatsanwaltschaft Oldenburg angeordnete Obduktion des Leichnams ergab am Freitag, 01. März 2019, dass die Frau Verletzungen aufwies, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vom Hund verursacht wurden.

Hinweise, die auf ein menschliches Fremdverschulden deuten könnten, konnten nicht erlangt werden. Ob die Frau möglicherweise bereits tot war, als der Hund ihr die Verletzungen beibrachte, geht aus dem Polizeibericht nicht hervor, die Pressestelle der Polizei ist erst Montag wieder zu erreichen. Eine Untersuchung des Hundes wird in der nächsten Woche erfolgen.

Zur Klarstellung: Auf Nachfrage von JAWINA teilte die Pressestelle der Polizei mit, dass die Todesursache der 89-jährigen laut Obduktion Blutverlust ist. Zu dem Zeitpunkt, als ihr die tödlichen Verletzungen beigebracht wurden, hat sie folglich noch gelebt. Aufgrund des Obduktionsergebnisses stehe fest, dass die Frau “mit 99,99-prozentiger Sicherheit” an den ihr von dem Hund zugefügten Bissverletzungen gestorben ist. PM/red.

Beitragsbild: Deutsch Drahthaar (Archivbild). Foto: SE

14 Gedanken zu „Niedersachsen: 89jährige vermutlich von Drahthaar getötet

    1. Ralf

      Stimmt. Beim Wolf würden die Lupophilen sagen, dass das ja “normales Verhalten” sei…
      Demnächst: 10% Schwund sind normal?
      Der Unterschied ist, dass bei Hunden eine direkte Haftung des Hundehalters besteht und auch die Ordnungsämter entsprechend notfalls die Tötung des Hundes anordnen können.
      Beim Wolf wird lange hin und her überlegt und über langwierige bürokratische Verfahren mit der Möglichkeit der Verbandsklage vor sämtlichen Gerichten alles schön in die Länge gezogen wie beim Kaugummi. Prima!

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  1. Fex

    Erstens “erlegt” man keinen Jagdhund, man erschiesst ihn höchstens. Zweitens spielt es dabei keine Rolle, ob man jagdberechtigt ist oder nicht. Drittens ist das ungeachtet der Umstände ein Verstoss gegen Tierschutz- und Waffengesetz und mich würde wundern, wenn der Betroffene Jagdschein und WBK behalten dürfte.

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    1. Anko

      @Fex: Haben Sie ihn schon angezeigt? Der hat seine Mutter verloren, aber ich wette, Sie wären stolz darauf, sich durch eine Anzeige bestätigt zu sehen.
      Kann man sich nicht ausdenken, was in mancher Leute Köpfen so vorgeht

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  2. Fex

    Tragischer Fall, ohne Frage.

    Ich habe lediglich auf die Folgen seines Handelns hingewiesen, nicht mehr und nicht weniger. Kein Grund hier persönlich zu werden – und da der Fall polizeilich aufgenommen wurde, wäre eine Anzeige gar nicht erforderlich.

    Solche Handlungen – egal wie emotional verständlich sie scheinen – führen dazu, dass Waffengesetze immer restriktiver werden. Kann man sich nicht ausdenken, wie viele Jäger es gibt, die öffentlich bekunden, sich nicht an geltendes Recht halten zu müssen oder wollen.

    Ich glaube kaum, dass UJB, Waffenbehörde und eventuell Staatsanwalt und Richter aufgrund der tragischen Umstände hier Milde walten lassen.

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    1. jochen

      Man kann wohl sehr sicher davon ausgehen, daß sein JS und die WBK, im Moment nicht sein größtes Problem darstellen? Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen um zu sagen, daß wird ihm wohl SCHEIXXXEGAL sein.

      Anstatt sich zu fragen, welche kranke Denkweise hinter einem so möglichen Amtsverhalten liegt, wird lieber wieder der brave Unteran gespielt, welcher der Obrigkeit alles Recht machen will. Typisch deutsch halt…

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  3. Jürgen

    Diese Diskussion zeigt doch schon wieder, wie weit unsere Gesellschaft von folgerichtigem Handeln entfremdet wurde. Hier Aufschrei, dort drohen mit §§.
    Erst einmal ist alles verbieten, es sei denn, es ist ausdrücklich erlaubt (Grüne). Im ländlichen Raum war es normal, mit solch einem Hund kurzen Prozess zu machen. Was mich wundert ist, dass keiner der Jäger hier die Frage stellt, warum der Hund die Frau totgebissen hat? “10jähriger DD RD sitzt auf Sessel” !!!….da gehörte er nicht hin. Ich vermute, die Alte wollte ihm den Sitzplatz streitig machen.

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    1. Anko

      Über das Warum kann man hier nur spekulieren, aber bitte sehr: Ehe ein Hund 10 Jahre alt wird und dann tatsächlich tot-beisst, muss aber schon viel passiert (und schief gegangen) sein. Ich tippe auf einen mit Körpereinsatz ge-tabelten und dabei verdorbenen DD. Reine Spekulation, aber eine mir plausibel/ denkbar erscheinende Erklärung.

      @Jochen: So ist es!

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  4. RK

    @Jürgen: Interessante Hypothese zum Hergang, klingt plausibel. Gibt es ähnliche Fälle?
    @Fex: “ist das ungeachtet der Umstände ein Verstoss gegen Tierschutz- und Waffengesetz” – nun, ich meine mich zu erinnern, dass in diversen anderen Fällen Hunde euthanasiert worden sind, nachdem sie Menschen totgebissen haben. Das ist normalerweise auch eine vernünftige Reaktion. Insofern ist auch denkbar, dass das Vorgehen ggf. auch gerechtfertigt ist. Die Tötung mit der Waffe wird – da durch einen Jäger erfolgt, der darin ausgebildet ist – tierschutzkonform erfolgt sein und ein eventueller Verstoß gegen waffenrechtliche Vorschriften kann auch gerechtfertigt sein. Mit etwas gutem Willen und Kenntnis des genauen Sachverhaltes sind Rechtfertigungsgründe denkbar. Dass nun gleich (ohne Hinterfragen) pauschal behauptet wird, dass die Tat rechtswidrig gewesen sei, kennzeichnet die heutige Zeit (Obrigkeitshörigkeit, Verlust des gesunden Menschenverstandes) und einen Teil der Jägerschaft (fehlende Solidarisierung in allen Belangen).

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  5. Fex

    Warum sollte ich mich mit Jägern solidarisieren, die durch gesetzeswidriges Verhalten – das hier auch noch für völlig normal gehalten und beklatscht wird – dafür sorgen, dass der Gemeinschaft der Jäger immer mehr Rechte entzogen werden? Das Privileg, Waffen führen zu dürfen und jagen zu gehen ist eben an bestimmte Gesetze gebunden, sollte man in der Ausbildung gelernt haben.

    Man wird sehen, wie das ausgeht. Ich zweifle allerdings, dass bei der momentanen Stimmungslage guter Wille seitens des Staatsapparates vorhanden ist.

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    1. jochen

      Tja so unterscheiden sich halt die Weltsichten. Für mich wäre jeder, der in diesem Moment den Hund nicht erschießt, nicht ganz normal…

      Wenn uns Jägern immer mehr Rechte entzogen werden, wird das übrigens sicher nichts mit diesem Fall zu tun haben. Da müssen wir uns schon bei den lieben Mitbürgern bedanken, welche auf die Entwicklungen der letzten Jahre, mit einer Stimmenabgabe bei der Partei reagieren, welche man zweifelsohne als das ZK des Irrsinns bezeichnen kann. So funktioniert Sippenhaftung, in der Irrenanstalt eben. Dieser Fall eignet sich relativ schlecht für ihr Endziel, die Jagd und den privaten Waffenbesitz abzuschaffen.

      Im übrigen muß man sich selbstverständlich nicht mit jedem solidarisieren. Das mindeste ist aber, anderen in so einem Fall, nicht auch noch in den Rücken zu fallen, sondern seine Meinung einfach mal für sich zu behalten.

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  6. Jürgen

    @fex: zum solidarisieren gehört Empathie die bei Ihnen, so wie Sie schreiben, nicht vorhanden ist . Das Jäger Schusswaffen haben ist keine Privileg sondern ein nach sorgfältiger hoheitlicher Dauer-Prüfung erworbenes labiles Recht, was jedermann bei Eignung erwerben kann. Deswegen ist die Jagd kein Hobby, sondern eine dem Berufsjägerstand vergleichbare, ehrenamtlich erbrachte Leistung für die Gemeinschaft. Dieses Jagdrecht wird jedem Jagdscheininhaber bei Unzuverlässigkeit (§§Definition) entzogen. Juristen entscheiden (hoffentlich) nicht nach Volkes Stimmungslage. Der Vorgang des Tötens eines Wirbeltieres ist an “Spielregeln” gebunden, die vom Tierschutzgesetz, dem Landesjagdgesetz und den des situativen Handelns (Ethik, Hegeauftrag, Einschätzung der Situation) bestimmt werden. Dem Einsatz der Schusswaffe ist wegen des raschen Tötens immer der Vorzug zu geben; bei Gefährdung Dritter ist die kalte Waffe zu nehmen. Für befriedete Bezirke (das sind öffentl. Straßen, Bahnanlagen, Wohngebiete, Friedhöfe etc.) gilt das gleiche, obschon dort die Jagd ruht aber in Fällen des übergesetzlichen Notstandes (Unfallwild, Wildangriff, Tollwut…) der Jäger handeln darf oder muss.

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  7. Ronbi

    So eben mal seinen Hund erschießen, egal was der getan hat, ist sicher keine Jagdausübung und ist vom Gesetz bestimmt nicht gedeckt.
    Vorsicht vor falscher Solidarität.
    Vorfälle, wie dieser, deuten für mich auf Probleme in der Rangfolge.
    Verfolgt ein Hund auf der Straße Menschen und fällt diese an, dürfte es der Jagdtrieb sein.
    Allerdings sind mir beide Arten von Aggressivität gegen Menschen unverständlich und deuten auf eine schlechte Sozialisierung und massive Fehler im Zusammenspiel Mensch/Hund hin.

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