Neues von den Wölfen aus Sachsen und Südbrandenburg

In Sachsen sind aktuell zwölf Wolfsrudel oder –paare bestätigt, von denen zehn ihre Territorien ganz (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Kollm, Milkel, Seenland, Königsbrück, Rosenthal, Laußnitzer Heide) und 2 überwiegend im Freistaat haben. Von letzteren ist das Spremberger Rudel grenzübergreifend mit Brandenburg und das Hohwald Rudel mit der Tschechischen Republik. In der Annaburger Heide, die hauptsächlich in Sachsen-Anhalt liegt, aber nach Brandenburg und Sachsen hineinreicht, lebt ebenfalls ein Wolfsrudel (siehe Karte). Durch Genetikproben aus dem Biehainer Forst östlich von Niesky ist bekannt, dass das polnische Ruszow Rudel sein Territorium zum Teil auch auf sächsischer Seite hat (nicht auf der Karte dargestellt).

Ende Mai gab es in der Dübener Heide (Landkreis Nordsachsen) einen Fotonachweis eines einzelnen Wolfes. Es ist zurzeit unklar, ob sich das Tier weiterhin in diesem Gebiet aufhält oder weitergewandert ist.

 Woelfe_Sachsen_BbAbb. 1: Aktuelles Wolfsvorkommen in Sachsen und Südbrandenburg

Im Rahmen des Wolfsmonitorings konnte bisher in sieben sächsischen Rudeln Reproduktion nachgewiesen werden. Im Nieskyer-, Daubitzer-, Nochtener- und Seenland Rudel zeigen Fotofallenaufnahmen die jeweilige Wolfsfähe mit deutlichem Gesäuge. In drei weiteren Rudeln (Spremberg, Dauban, Milkel) gibt es bereits Film- und Fotoaufnahmen von Welpen.

In den Sommermonaten liegt der Schwerpunkt des Wolfsmonitorings auf der Suche nach Welpenhinweisen. In den nächsten Wochen wird versucht, auch in den übrigen Territorien Welpen über dokumentierte Spuren, Fotos oder Filmaufnahmen zu bestätigen.

 Herdenschutz

2014 gingen vom 01.01.2014 bis zum 10.06.2014 17 Meldungen zu vermuteten Nutztierschäden durch Wolfsübergriffe im Freistaat Sachsen ein, davon konnte in sieben Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen sieben Fällen wurden insgesamt zehn Schafe getötet. In vier der sieben Fällen waren die Tiere nicht oder unzureichend geschützt.

Diese Vorfälle fanden alle innerhalb des sogenannten Fördergebietes (Wolfsgebiet + 30 km Umkreis) statt. Hier haben Nutztierhalter die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Für Fragen zu Schutzmaßnahmen und zu Fördermöglichkeiten stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter andre.klingenberger@smul.sachsen.de zur Verfügung.

 Tote Wölfe

Bisher wurden 2014 vier tote Wölfe gefunden. Zwei Wölfe starben bei Verkehrsunfällen: ein junger männlicher Wolf auf der B156 südlich von Boxberg (Landkreis Görlitz) und ein männlicher Wolfswelpe auf der A4 (Görlitz – Dresden) zwischen den Anschlußstellen Niederseifersdorf und Weißenberg.

Zwei weitere Wölfe wurden illegal geschossen. Der Daubitzer Rüde wurde am 28.03.2014 bei Weißkeißel (Landkreis Görlitz) tot aufgefunden und am 13.07.2014 wurde eine Jährlingsfähe mit Schussverletzung im Bereich des Daubaner Territoriums gefunden. In beiden Fällen wurde Strafanzeige gegen unbekannt gestellt und die Polizei ermittelt (Kontaktbüro berichtete).

 Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, kontakt@buero-lupus.de).

 Beitragsbild: Vier Welpen aus dem Milkeler Rudel, Copyright Staatsbetrieb Sachsenforst / A. Klingenberger

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