Neue Studie: Evaluierung von Monitoringmethoden für Schalenwildbestände

Auf der Internetseite des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern steht eine neue wissenschaftliche Studie zum Download bereit, die sich mit der “Evaluierung von Monitoringmethoden für Schalenwildbestände” befasst. Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Verfahren zur Wildzählung wie das Fang-Markierung-Wiederfang-Verfahren, das distance sampling, Losungszählverfahren und Zähltreiben unter Berücksichtigung der Jagdstrecke verglichen. Die Jäger auf Jasmund haben das Projekt “sehr umfangreich” unterstützt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass langfristig angewandte Verfahren wie Losungszählung und Zähltreiben den Damwildbestand “deutlich unterschätzen.” Abschließend wurde “eine minimale Variante der beiden Verfahren Fang-Wiederfang und distance sampling für Jasmund zur dauerhaften Anwendung empfohlen.” Diese Variante könne auch “in normal bejagten Gebieten Verwendung finden.”

Die Studie ist im Auftrag des Kreisjagdverbands Rügen und des Umweltministeriums MV vom Büro für Wildtierforschung und forstliche Betreuung und der AG Wildtierforschung an der TU Dresden (Professur für Forstzoologie) erstellt worden. Studienautoren sind Norman Stier, Mark Nitze, Vendula Meißner-Hylanová, Maik Schumann, Andrea Deeken und Mechthild Roth.

In einer aktuellen Pressemitteilung des MLUV heißt es aus Anlass der Veröffentlichung:

“Jegliches Management von Wildtieren setzt fundierte Kenntnisse biologisch-ökologischer Parameter der betroffenen Arten voraus, unabhängig, ob es um den Schutz seltener oder die Regulation von überhöhten Beständen sogenannter Konfliktarten geht. Hierzu gibt es eine neue Publikation der Landesregierung.

Eine zentrale Rolle kommt in diesem Zusammenhang der Populationsdichte zu. Ohne realitätsnahe Angaben zur Bestandsdichte fehlt eine solide Entscheidungsgrundlage, ob, welche und wie Populationsmanagementmaßnahmen durchzuführen sind. Auch für die Erfolgskontrolle, die Teil jeder Managementmaßnahme sein sollte, ist die Erfassung der Populationsdichte die entscheidende Schlüsselgröße. „Die Verfügbarkeit geeigneter Methoden zur Dokumentation der Bestandshöhen und zur Überwachung der Entwicklung von Populationen ist somit nicht nur von wissenschaftlicher Bedeutung sondern Voraussetzung für ein effizientes Wildtiermanagement. Daher bin ich sehr froh, dass wir nun eine weitere Publikation zu diesem Thema der Öffentlichkeit zugänglich machen können“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.

Forschungsarbeiten zur Entwicklung und Evaluierung geeigneter Methoden mit dem Ziel, verlässliche und praxisrelevante Verfahren zur Erfassung der Schalenwilddichten zur Verfügung stellen zu können, wurden deshalb in den letzten Jahren intensiviert. Dazu trug ganz wesentlich das Forschungsvorhaben der TU Dresden – AG Wildtierforschung – im Nationalpark Jasmund bei. Es konnten geeignete Verfahren entwickelt und evaluiert sowie Empfehlungen für ein zukünftiges Schalenwildmonitoring auf Jasmund gegeben werden, die in vielen Fällen auch auf andere Regionen übertragbar sind. Im Projekt konnten praktikable Erfassungsmethoden, die gleichzeitig ein realistisches Bild der Wilddichten liefern und trotzdem finanziell umsetzbar sind, aufgezeigt und erprobt werden.

In Band zwei der Schriftenreihe „Wildtierforschung in Mecklenburg-Vorpommern“ wird der Abschlussbericht veröffentlicht und ich hoffe, dass dieser Wissensfortschritt Eingang in die gute fachliche Praxis einer soliden Schalenwildbewirtschaftung findet beziehungsweise im Schalenwildmanagement umgesetzt wird. Die Publikation ist ab sofort auf der Homepage des Ministeriums als Download verfügbar.” PM MLUV-MV/SE

Beitragsbild: Cover der Studie (Ausschnitt), Copyright MLUV, TU Dresden, Büro für Wildtierforschung und forstliche Betreuung

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