Neue grüne Verbotsideen

Irre! Man denkt, es ist doch schon alles verboten, aber den Grünen fällt immer noch was Neues ein: Luftballons gehören schon lange verboten, da sind wir uns einig, deshalb ist der Vorstoß der niedersächsischen Grünen für ein Luftballon-Verbot als überfällig zu werten. Harmloser Spaß auf Kindergeburtstagen? Von wegen! Millionen Vögel verenden qualvoll, weil sie Luftballonreste fressen, was bestimmt irgendeine Studie alternativlos belegt. Außerdem sollen sich ruhig schon die kleinen grünen Nachwuchs-Khmer Soja-Bratlinge mümmelnd an die Freudlosigkeit des Daseins gewöhnen, eines Daseins, welches sich zuallererst als ein schuldbeladenes begreift, weil es Nacktmullen und Schweinswalen den Lebensraum mit Mikroplastik zumüllt.

Konsequent daher auch die spitzengrüne Forderung, Benziner und Diesel-Autos endlich zu verbieten. Mit steigenden Zwangsquoten für Elektroautos soll dem endgültigen Verbot bis 2030 der Weg geebnet werden. Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt, bis in einem sauberen planwirtschaftlichen Verfahren (Grünen-Chef Habeck soll ja angeblich Sympathien für ein “durchregiertes System à la China hegen) festgelegt werden kann, wer überhaupt zu individueller Fortbewegung berechtigt ist (Gesichtspunkte wie Systemtreue, Ernährungsgewohnheiten, Bejahung von regenerativer Energie und Diversity) sollten unbedingt in die Bewertung einfließen). Berechtigte können dann eines der zwei Einheitsmodelle bei der staatlichen Mobilitätskommission beantragen.

Glyphosat ist ja schon verboten, da half es auch nichts, dass Künasts grüner Staatssekretär noch schnell die Seiten gewechselt hat, um sich als Glyphosat-Cheflobbyist zu verdingen, was sicherlich auch (noch) lukrativer ist. (Von der FDP lernen, heißt sterben lernen!) Warum auch nicht. Wir sollten Glyphosat keine Träne hinterherweinen. Ging ja früher auch ohne. Was waren das noch für herrliche Zeiten, als ganze Schulklassen auf die Felder gekarrt wurden, um Unkraut auszureißen und Kartoffelkäfer zu sammeln. Bewegung an frischer Luft, weg von der Straße sind sie auch und ist mal was anderes, als dauernd mit den Fettfingern über Displays zu wischen, nicht wahr?

Überhaupt: Was diesem Land fehlt, ist mal wieder eine ordentliche Hungersnot. Deshalb sollten wir den Grünen schleunigst die Agrarministerien überlassen, damit sie mit der Landwirtschaft endlich auch unsere Lebensgrundlage nach dem Vorbild der Energiewende und der Automobilindustrie vor die Wand fahren können. Das bisschen, was wir an Getreide und Hülsenfrüchten künftig noch essen dürfen, kann man ohnehin viel billiger auf dem Weltmarkt einkaufen. Wer hungert, kommt nicht auf dumme Gedanken und trauert nicht seinem überflüssigen und verbrecherischen Sechszylinder oder der völlig überbewerteten Reisefreiheit hinterher.

Apropos Reisefreiheit: Kurzstreckenflüge wollen die Grünen auch verbieten. Auch das kann nur ein erster Schritt sein: Mittel- und Langstreckenflüge müssen ebenfalls unterbunden werden, außer natürlich für regierungsamtliche Flüge, bei denen die Grünen schon heute und schon lange einen Spitzenplatz einnehmen. Am besten erfolgt das totale Flugverbot überraschend plötzlich ohne große Vorankündigung, erforderlichenfalls müsste im Vorfeld glaubhaft (z.B. durch Langstrecken-Luisa) öffentlich beteuert werden, dass niemand die Absicht habe, das Fliegen zu verbieten. Sonst hauen die Leute noch massenweise ab, buchen Langstrecke ohne Rückflugticket. Dabei werden die hier gebraucht, wer soll sonst die  Kartoffelkäfer absammeln. SE

Beitragsbild: RAL 6037 Reingrün.

17 Gedanken zu „Neue grüne Verbotsideen

  1. Zündelnerlaubt

    Ich finde regelmäßig Überreste von gasgefüllten Folien-Ballons im Revier, liegen im Unterwuchs, hängen in den Baumkronen. Schön ist das nicht
    Der Vorstoß kam diesmal aber nicht von den Grünen, die Stimmen nur zu, irgendwie hab ich was von der Berliner CDU gelesen.

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    1. JS

      Diese Reste finde ich ebenso im Revier. Für mich ist es unerheblich, von wem die Forderung stammt, ob grün, schwarz, rot, egal. Wichtig ist, dass darüber gesprochen wird.
      Letztlich unterscheiden wir Jäger uns nicht von den Nichtjägern: Hauptsache, es gibt was zu motzen und man kann mal wieder auf anderen rumkloppen. Klug ist das nicht. Dabei sollte es in unserem Interesse sein, dass die Vermüllung der Landschaft eingeschränkt wird. Aber nein, kommt von den Grünen, ist Sch….eibenkleister. Und eine Diskussion über Verbrennungsmotoren und die Gestaltung der zukünftigen Mobilität ist auch nur vernünftig. Die entscheidende Frage ist meines Erachtens, bin ich bereit, mich offen und ergebnisoffen diesen Themen zuzuwenden oder bin ich es nicht.
      Und NEIN, ich wähle weder grün noch habe ich es je getan und werde es auch nicht tun. Das ändert aber nichts daran, dass durchaus vernünftige Ideen von dieser Partei vorgetragen werden, die man diskutieren kann.

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      1. Zündelnerlaubt

        Ja den ein oder anderen interessanten Vorschlag haben die gemacht.
        Wo ich Ihnen aber in jedem Fall zustimmen kann ist, A) die Motzerei und B9 es sollte unter jedem Umstand immer Offenheit zur Diskussion bestehen.

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        1. Keule

          Ja, ein ganz interessanter und ständig wiederholter Vorschlag der Grünen ist z.B. das Verbot der Waffenaufbewahrung in Privathaushalten oder auch das immer wieder geforderte Verbot von Halbautomaten und überhaupt dieser unanständige und durch belastbare Zahlen schlicht nicht gerechtfertigte Generalverdacht gegenüber allen Legalwaffenbesitzern. Wirklich tolle Vorschläge, da ist für jeden Jäger was dabei.

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          1. JS

            Gut gebrüllt, Löwe! In meinem Artikel war nicht die Rede davon, dass das, was Sie vortrugen, gutzuheissen sei.
            Wir sollten mal ein wenig die Scheuklappen beiseite legen und in die Zukunft schauen. Wenn man das tut, ist der Verbrenner auf der Verliererstraße und andere Dinge des Lebens auch. Die Grünen sind die Partei, die dies momentan antreiben, ob wir es wollen oder nicht.

  2. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Wieso kommt kein/e GrünerIn darauf die Einwegplastikwindeln zu verbieten, die werden täglich milionenfach zugesch…. und landen in keiner Kläranlage. Toll wäre auch, wenn von denen die Smartphones verboten würden, damit retten sie die seltenen Erden und müllen nicht die Datenspeicher der NSA zu. Ich schalte schon immer den Ton am TV ab, wenn einer von der Verbotspartei nach dem Mikro greift , da geht mir nicht die gute Grille flöten, noch lockt es Mäuse an und ich stelle mir ein Aquarium vor.

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  3. HF

    Warum werden die Leute von der Verbotspartei eigentlich überhaupt noch wahrgenommen?
    Warum fangen die nicht bei sich an, die Menschheit einfach abzuschaffen????

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  4. Martin

    Ich habe hier einen „Heirats-hot-spot“ direkt im Revier. Jedes Wochenende mindestens eine Hochzeit und bei fast jeder werden Ballons fliegen gelassen. Wenn man sich etwas Mühe macht, könnte man sicher leicht ausrechnen, wieviele Kilo Plastikmüll alleine dort jährlich in der Umgebung im Wald landen. Wenn in regelmäßigen Abständen in den Bäumen Ballonreste hängen ist das zumindest für mich nicht mehr wirklich unberührte Natur. Schön ist anders…..

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  5. Joachim

    Ein klar abgegrenztes Weltbild und Verbot anderer Meinungen und Lebensweisen sind schon immer ein probates Mittel gewesen.
    Der Erfolg solcher Staaten und Systeme lässt sich historisch trefflich nachvollziehen. Wünsche viel Spaß.

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  6. RK

    Herrliche Beschreibung. Danke. Die Gesellschaft zeigt Anzeichen von Wohlstandsverwahrlosung und Dekadenz. Sie schützt nicht mehr das Eigene. Völlig normale Reflexe (Grenzschutz, Begrenzung von Zuwanderung) werden als amoralisch dargestellt, genauso wie Jagd als jahrtausendealte Kulturleistung/Handwerk. Es wird wohl erst (leider) einen harten Aufprall in der Realität brauchen, bis einige aufwachen. Die Massenentlassungen haben begonnen, der Währungcrash steht vor der Tür (kann man schon in den Mainstreammedien nachlesen) und irgendwann (wenn es keinen Soja-Quinoa-Chai-Latte mehr gibt, sondern Verteilungskämpfe) werden auch die letzten Sozialisten durch Schmerz lernen müssen…

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    1. Frank Martini

      Vorsicht! Nur, weil sich DIktatoren wahlweise kommunistisch, sozialistisch oder sonstwie nennen, sollte man nicht auf sie hereinfallen und deren Nomenklatur übernehmen. Sonst gerät man nämlich in Gefahr, eigene Positionen als ideologisch diskreditiert zu sehen.
      Dabei geht es nicht um politische Ideologie, sondern schlicht bürgerliche Freiheitsansprüche! Das lässt sich so aber nur deutlich machen, wenn man diktatorische Neigungen in der Politik auch – losgelöst von einer bestimmten Farbe – deutlich charakterisiert. Denn nur dann bleibt die Argumentation den Lesern “ideologie- oder parteiübergreifend” auch zugänglich, und kann ihrerseits nicht gleich/so leicht pauschal zurückweisend “schubladisiert” werden!
      Das ist auch keine Polarität zwischen “Eigenem” und “Fremdem” – oder glauben Sie allen Ernstes, dass bspw. schwarze Bürgerrechtler in den USA oder Afrika (wie etwa Martin Luther King oder Nelson Mandela) von grundlegend anderen Werten angetrieben worden sind, wie weiße deutsche Bürgerrechtler?
      Aus Sachlichkeit abgeleitete Polemik mag man sich da – wie bspw. Dieter Nuhr – noch leisten können, um zustimmungs- oder zumindest diskussionsfähig zu bleiben. Und ggf. – zugegegben, schwache Hoffnung auf den menschlichen Verstand – noch etwas bewegen oder zumindest verzögern zu können.
      Mit ideologischen Zuordnungen allerdings macht man es der “Gegenseite” indes allzu leicht, von vornherein in eine “Minderheiten-Ecke” gestellt zu werden. Schreibt einer, dem es auch nicht immer leicht fällt und gelingt, bei soviel überbordendem Unsinn noch einigermaßen sachlich zu bleiben…;-)

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  7. Grimbart

    Ballons sind nicht gleich Ballons. Die aufblasbaren sollen erlaubt bleiben.
    Das mit der Gesinnung und wer was noch machen darf, ist gar nicht so weit hergeholt. Der Staat ist gerade dabei klammheimlich, aber mit unserer Unterstützung, das Bargeld abzuschaffen. Da wird es dann ganz leicht unliebsamen Bürgern den Geldhahn zuzudrehen und ihn somit an die Kandare zu nehmen.

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    1. Zündelnerlaubt

      Die Sache mit dem Bargeld ist kritisch, aber in anderen Ländern sehr viel deutlicher zu beobachten als hier. Der Michel liebt sein Bargeld und gibt es nicht her.
      Die Frage die ich mir aber Stelle, wie soll der Staat unliebsamen Bürgern den Geldhahn rechtmäßig zudrehen, wenn er gar keinen Zugriff auf die Banken hat? Dafür braucht es immer ein Gericht. Wenn der Staat dies willkürlich betreiben sollte, glaube ich, dass sehr schnell Unruhe herrscht.
      Schön die Aluhüte festhalten!

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      1. Grimbart

        Das hat mit Aluhut nichts zu tun. Bargeld ist in D auch rückläufig und wer meint, dass die Banken im Zweifelsfall nicht kooperieren, tja. Wenn die Nazis solche Möglichkeiten gehabt hätten oder die kommunistische Diktatur, dann hätten sie die aus rechtsstaatlichen Grundsätzen natürlich nie angewendet.
        Unsere Freiheit wird doch jetzt schon eingegrenzt im Namen der Sicherheit und das Bargeld soll im Kampf gegen Steuerhinterziehung und zur Verbrechensbekämpfung abgeschafft werden. Was sind die nächsten Schritte?
        Ok, vielleicht sollte mein nächster Hut doch etwas stabiler werden.

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      2. jochen

        Aluhüte, VT bla bla bla…Verschwörungstheorie war und ist immer schon bloß als Kampfbegriff verwendet worden. Er hat neben seiner Brauchbarkeit als Diffamierungsinstrument keinerlei Nutz- oder gar Erkenntniswert. Er drückt aus: “Das dürft ihr nicht glauben!” Faktum ist, die Gedankengänge haben einen realen Hintergrund. Schweden wird das Bargeld früher abschaffen als geplant. Weit weg ist das nicht, in einem Land das aus der Atomkraft aussteigt weil es in Japan einen Tsunami gegeben hat. Das wäre vor 30 Jahren auch eine VT gewesen!

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        1. Titus von Unhold

          Das Bargeld kann nicht abgeschafft werden weil es in den EU-Verträgen steht und es zu deren Änderung die Zustimmung der EU28 braucht. Zudem liegt gerade eine Vorlage des BVG beim EuGH – und die sieht recht gut aus für die Annahmepflicht von Bargeld für alle öffentlichen Stellen.

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          1. Frank Martini

            Danke! Nur sachliche Klarstellung kann wider politisches Bullshit-Bingo weiterhelfen. Weil nur das den Leuten Tatsachen vor Augen führt, die zur Meinungsbildung beitragen – und die wiederum entscheidet mit darüber, was die Bingospieler im öffentlichen Diskurs für opportun hält, thematisiert zu werden.

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