Nathalie Bunke: Der gemeine Großstädter

Großstädter haben eine besondere Beziehung zum heimischen Tierwelt. So fiel mir neulich, beim Ausmisten, wieder die Geschichte vom Berliner Touristen der einen Auerhahn erschlagen hatte, in die Hände. Aber zurück auf Anfang. Hierzulande werden aufwändige Artenschutzprogramme für bedrohte Tierarten aufgefahren. Alles damit sie sich in unseren Wäldern wieder „einheimeln“, wie zum Beispiel die Familie Auerhahn. So weit so schön, an Prädatorenbejagung und an das richtige Habitat wurde gedacht nur der gewöhnliche Tourist wurde vergessen. Hätte man das ganze Geld und die Zeit besser in Öffentlichkeitskampagnen für den gemeinen Gast investiert, würde der Auerhahn noch leben.

Pensionen und Wirtsleute hätten dann rechtzeitig im Rahmen ihrer Gastgeberfürsorgepflicht Broschüren und Flyer verteilt, über das Unaussprechliche, was in ihren Wäldern haust. Das örtliche Tourismusbüro wäre angehalten worden, Führungen mit einem Fachmann zu organisieren, der den Balzruf und Tanz der Auerhähne blind beherrscht und damit auch den ahnungslosesten Großstädter auf das Grauen einer Auerhahn Balz vorbereitet, die ihn im Wald erwarten kann. Damit hätte man dann auch dem Unglücksfall vorgebeugt, frei nach dem alten Jägerspruch „Was du nicht kennst, das schlag nicht tot!“.

Da lohnt sich dann unter Umständen auch die Investition in ein großartig angelegtes Artenschutzprogramm für die verbliebenen vier Hähne und ihre Damen. Derartige Ausrutscher naturferner Großstädter sind jedoch leider kein Einzelfall. Neulich klaubte eine resolute Dame eine halbe Fledermauswochenstube aus einem alten hohlen Baum und drückte sie meinem Försterfreund in die Hand mit den Worten „Ick hab´mich janz schön anjestrengt, um die kleenen Viecher da raus zu kriegen, die war´n da janz alleene.“ Auf seine Frage: „Gute Frau, hören Sie nicht, wie die vor Hunger quietschen?“, antwortete sie völlig verstört: „Wat, die machen Jeräusche?“ um dann Hals über Kopf im geländegängigen Fahrzeug vom Hof zu verschwinden. Und die Moral von der Geschicht?

1. Informationstafeln aus der Jagdabgabe zur heimischen Tierwelt können gar nicht groß genug sein, und 2., wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Dipl.-Ing. Nathalie Bunke ist als Jägerin und Waldpädagogin der Natur auf der Spur. Sie bildet leidenschaftlich gerne JägerInnen aus und in der Lernort Natur Bildungsinitiative weiter. Vor sieben Jahren hat die leidenschaftliche Jägerin die Firma „Luftifux – Spielen, Lernen, Anziehen rund um die Natur“ gegründet. Sie lebt mit Mann, drei Töchtern, Kater und Hund in Berlin.

Bild: Mumbai. Autor: Aam422 at en.wikipedia

 

 

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