Namibia: Uneingeschränktes Bekenntnis zur Bedeutung der Jagd

„Die Annahme ist völlig falsch, dass andere Tourismusformen die Jagd ersetzen könnten“: In einem Brief wendet sich die Namibische Staatsregierung gegen das von Kalifornien geplante Importverbot bestimmter Trophäen. CIC und DJV begrüßen, dass sich die Namibische Regierung uneingeschränkt zur Bedeutung der Jagd für die Biodiversität des Landes bekennt.

In einem Schreiben wendet sich Theofilus Nghitila, seit Neuem Staatssekretär des Namibischen Umwelt- und Tourismusministeriums, an den Gouverneur des Staates Kalifornien, Edmund G. Brown. Darin bringt Nghitila zum Ausdruck, welche weitreichenden negativen Konsequenzen der von der kalifornischen Regierung geplante „Iconic African Species Protection Act“ für sein Land, seine Bevölkerung und den Artenschutz hätte. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen die offenen Worte der Namibischen Regierung und das klare Bekenntnis eines ganzen Landes zu nachhaltiger Jagd.

„Die Annahme ist völlig falsch, dass andere Tourismusformen die Jagd ersetzen könnten.“, schreibt Theofilus Nghitila in seinem offenen Brief und ergänzt: „Gut funktionierender Fototourismus mag eine wettbewerbsfähige Form der Landnutzung für wenige ausgewählte Gebiete sein, sofern diese pittoresk und leicht zugänglich sind. Große Teile Namibias entsprechen diesen Anforderungen aber nicht.“ Die für den Fototourismus notwendige Infrastruktur erfordere massive, landschaftsverändernde Investitionen. Maßnahmen wie Straßenbau, Vergrößerung von Flugplätzen oder der Bau von Hotelanlagen hätten negative ökologische Wirkungen. Gastjäger jedoch bevorzugen laut CIC und DJV Regionen, die natürlich geblieben sind. Sie werden gerade von Landschaften angezogen, die keine Tourismusinfrastruktur aufweisen.

40 Jahre Erfahrung mit nachhaltiger Nutzung von Wildtierbeständen, wachsende Bestände außerhalb von Nationalparks

Namibia blickt auf annähernd 40 Jahre Erfahrung in der nachhaltigen Nutzung seiner Wildtierbestände zurück. Diese haben sich in dieser Zeit verdreifacht. Wo die die Jagd politischem Druck weichen muss, bestimmen bald Ziegen, Rinde, Schafe das Landschaftsbild, die mit dem noch vorhandenen Wild um das Grasland konkurrieren. Natürlich vorhandene Großraubtiere wie Hyänen, Leoparden und Löwen erkennen Vieh als einfache Beute und kommen dadurch mit dem Menschen in Konflikt. In diesem Konflikt können sie nur unterliegen, wie Bilder von vergifteten Löwen in Kenia zeigen, wo die Jagd seit den 1970er Jahren verboten ist.

In Namibia dagegen wachsen die Populationen der Großraubtiere auch außerhalb der Nationalparks, weil sie für die Menschen einen Wert darstellen. Diesen Wert erhalten sie überwiegend durch Jagd. Das Land beherbergt heute den größten Bestand an Spitzmaulnashörnern, Giraffen, Geparden und Leoparden aller afrikanischen Staaten. Gab es 1995 noch 7500 Elefanten in Namibia, so sind es heute 20.000 mit zunehmender Tendenz. Ein Anstieg dieser Arten ist in erster Linie außerhalb von Nationalparks zu verzeichnen.

„Iconic African Species Protection Act“: Katastrophale Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung

Jagdbeschränkungen, wie sie der „Iconic African Species Protection Act“ nach sich ziehen würde, lehnt Staatssekretär Theofilus Nghitila ab. Solche Importverbote haben negative Folgen für die Arten, für deren Schutz sie eigentlich sorgen wollen: „Wichtig ist, dass Namibia durch den Einsatz wirksamer ökonomischer Anreize den Abwärtstrend, der die Wildtierpopulationen in den meisten anderen afrikanischen Ländern kennzeichnet, umgekehrt hat. Diese Anreize werden durch die vorliegende Gesetzesvorlage unterminiert“, so Nghitila. Dem Land drohe der Verlust von vielen Arbeitsplätzen auf Farmen und in Conservancies, auf denen Wildtiere erfolgreich zusammen mit Nutzvieh bewirtschaftet werden. Jagdbeschränkungen durch Importverbote für Trophäen hätten katastrophale Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung wie zum Beispiel indigene Volksgruppen wie die San oder Himba.

„Wir begrüßen das öffentliche Statement von Staatssekretär Nghitila und können uns seiner Aufforderung nur anschließen, dass Kritiker der Auslandsjagd sich vor Ort ein eigenes Bild machen sollten. Die Jahresversammlung 2019 des CIC wird in Namibias Hauptstadt Windhoek stattfinden. Wir laden Journalisten herzlich zu unserer Konferenz Anfang Mai ein. Interessierte Medienvertreter werden im Vorfeld und im Anschluss an die Konferenz die Möglichkeit haben, sich selbst von der Nachhaltigkeit der Jagd in Namibia zu überzeugen.“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der deutschen Delegation des CIC. PM

Beitragsbild: Hartebeest – 40 Jahre Erfahrung mit nachhaltiger Nutzung von Wildtierbeständen, wachsende Bestände außerhalb von Nationalparks. Quelle: Wunderlich/DJV

8 Gedanken zu „Namibia: Uneingeschränktes Bekenntnis zur Bedeutung der Jagd

  1. Torsten Schröder

    Hallo Frau Anja und Herr Edelmann,
    Sie hatten sich Anfang September zu dem Artikel “Wilderer töten 87 Elefanten in Botswana” geäußert und der Auslandsjagd jegliche Berechtigung abgesprochen. Ich bin gespannt auf Ihre Einlassungen zu diesem Artikel.
    Freundliche Grüße
    TS

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    1. Grimbart

      Darauf werden Sie vergeblich warten oder nur das übliche Jagdgegnergerede zu lesen bekommen. Was nicht sein darf, kann schließlich nicht sein.

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    2. Edelmann

      Erstens muss ich nicht jeden Artikel kommentieren, zweitens ist es müßig, wenn man sowieso unterschiedliche Ansätze hat.
      Gegenfrage, wenn man die Auslandsjagd als so sinnvoll für den dortigen Arterhalt empfindet, warum braucht man dann für die Heimat eine Trophäe?
      Es wurde von Kalifornien nicht die Jagd verboten, sondern nur der Import von Tieren/Körperteilen bestimmter Tierarten.

      Und folgenden Satz verstehe ich nicht:
      “Wo die die Jagd politischem Druck weichen muss, bestimmen bald Ziegen, Rinde, Schafe das Landschaftsbild, die mit dem noch vorhandenen Wild um das Grasland konkurrieren. ” Geht es um Bodennutzungsrechte?
      Unklar ist mir auch, warum man hier die San und die Himba zur Begründng nutzt. Diesen Bevölkerungsgruppen wäre die Verfügungsgewalt über Regionen vermutlich wichtiger als Einnahmen aus dem Jagdtourismus.

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      1. Ralf

        Lebt denn der alte Edelmann noch, Edelmann noch, Edelmann noch… Jaaaaa, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch…

        Warum sollte man denn die Trophäe nicht mitnehmen dürfen? Weil es Jagdgegnern nicht passt? Am besten verbuddeln?
        Wird immer bunter hier. Wenn das Fleisch bereits lange aufgegessen ist, dann darf man keine Erinnerung an das Erlebte mehr zur ständigen Ansicht haben dürfen?
        Die Trophäe gehört seit Menschengedenken genauso zur Jagdkultur, wie alle anderen Sitten und Gebräuche auch. Muss man sowas als verwerflich darstellen? Ich meine nein.

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      2. Torsten Schröder

        Lieber Herr Edelmann,

        natürlich müssen Sie nicht alles kommentieren, vielen Dank, dass Sie es trotzdem taten.
        Das die Diskussion für Sie nun müßig wird, liegt wohl eher daran, dass offenkundig wird, dass die Betroffenen vor Ort es ganz und gar nicht witzig finden, wenn eine dem Zeitgeist geschuldete ausländische Politik wider besseren Wissens deren Existenzgrundlagen zerstört und nachweislich deren Bemühungen zum Artenschutz behindert.
        Kalifornien kann natürlich die Jagd in Namibia nicht verbieten, dass sie mit dem Verbot der Trophäeneinfuhr erschwert bzw. unattraktiv gemacht werden soll, steht wohl außer Frage. Oder was soll mit dem Verbot Ihrer Meinung nach erreicht werden?
        Wenn sich jemand zu Hause eine Trophäe an die Wand hängt, als Erinnerung an ein spannendes Jagderlebnis, was ist daran verwerflich? Warum muss diese denn entsorgt werden? Insbesondere starke Trophäenträger, die, natürliche Bedingungen vorausgesetzt, nur erbeutet werden könne, wenn es sich um einen gesunden Wildbestand und entsprechend alte Tiere handelt bringen das meiste Geld in die entsprechenden Regionen. Es wäre doch töricht, wenn man die bestehende Nachfrage nach der Erlegung eines starken Trophäenträgers nicht versucht entsprechend zu vermarkten.

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        1. Edelmann

          Ich sehe das hiesige Jagdsystem schon kritisch und favorisiere ein Rangersystem. An der Trophäenjagd überzeugt mich gar nichts. Auch nicht das Argument vom Kapitalzufluss durch Nachfrage. In diesem Sinne könnten wir auch in Deutschland, falls es denn zu Abschussquoten für Wölfe kommen sollte, diese weltweit an die meistbietenden Jagdtouristen ausschreiben – ich möchte mal sehen, wie groß dann hier der Aufschrei wäre.
          Zieht dann auch das Argument, man könnte durch das Verhökern von Abschüssen Geld für den Naturschutz oder den Kindergarten ziehen?
          Überhaupt, suggeriert der Begriff “Trophäenträger” nicht den alleinigen Existenz-Zweck getötet zu werden, um an irgendeiner Wand zu hängen?
          Jeder kann seinen Privatbereich ausschmücken wie es gefällt. Nur können wir uns als Gesellschaft nicht einerseits rühmen, gegen Wilderei und illegalem Handel mit Elfenbein&Co vorzugehen und gleichzeitig dürfen täglich Jagdtrophäen der gleichen Tierarten legal eingeführt werden. Insofern ist für mich das Vorgehen von Kalifornien schlüssig. Und ja, es war mir nicht bewusst, dass der Spaß einer Auslandsjagd von einer Trophäe abhängig ist. Eine Trophäe steht für was? Sieg im Kampf? Bei der heutigen Waffentechnik ein ungleiches Unterfangen.

          Ist nicht böse gemeint, mir fällt nur gerade ein alter Song der Gruppe Torfrock ein:
          “Bei den ganzen alten, wird das Gewehr gehalten ….”
          (Sonntagsjäger – Touristenwald)

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          1. Torsten Schröder

            Ich empfehle Ihnen dringend, sich mal ernsthaft mit den tatsächlichen Gegebenheiten des Jagdsystems in Namibia auseinanderzusetzen. Ein über Jahrzehnte entwickeltes Jagdsystem hat unter Beweis gestellt, dass es einen besseren Schutz der heimischen Tierarten und deren Lebensräume darstellt als Nationalparks. Und dies ist insbesondere auf den Wirtschaftszweig Jagdtourismus zurück zu führen. Die Trophäenjagd muss Sie nicht überzeugen, Sie trägt aber nun mal maßgeblich finanziell zum Wild- und Naturschutz bei und Namibia möchte sich verständlicherweise nicht aus dem Ausland bevormunden lassen. Im Übrigen müssen Sie für ein deutsches Beispiel nicht den Wolf bemühen. Auch hier werden Drückjagdstände oder der Abschuss kapitaler Hirsche von bspw. Staatsforstbetrieben an In- oder Ausländer “verhökert”, ich habe noch keinen Aufschrei gehört.
            Es ist schon erstaunlich, wie nach wie vor an dem Argument festgehalten wird, dass das Verbot der Trophäeneinfuhr oder gar der Jagd überhaupt zum Wildtierschutz beitragen soll oder die Wilderei verhindere. Der Artikel zeigt doch deutlich, das in den afrikanischen Ländern unter Beweis gestellt wurde, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Wie kann das Vorgehen Kaliforniens schlüssig sein, wenn die Staatsregierung Namibias in einem Brandbrief darauf hinweist, dass es in Wahrheit Wilderei und illegalen Trophäenhandel fördert? Vermutlich bin ich als trophäenkultverherrlichender Sonntagsjäger, dem das Gewehr gehalten werden muss zu doof das zu verstehen. Vermutlich sollten wir die Jagd doch besser staatlich geprüften Rangern überlassen, die paar Sauen die in Deutschland von den Sonntagsjägern geschossen werden, das machen die mit links und vor allem emotionsfrei.

  2. Ralf

    Starke Trophäen sind ein Spiegelbild der vorhandenen guten Möglichkeiten des Wildes, groß zu werden und sich zu entwickeln.
    Gerade kam in den Tagestehmen eine Thematik des Aufkeimen des Antisemitismus.
    Um es vorwegzunehmen:
    Ich möchte NICHT, dass sich die Geschichte wiederholt! Ich wohne in Niedersachsen und drücke den Bayern die Daumen! Franz-Josef Strauß (auch Jäger) würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das heute miterleben würde. Die Politik hat aus der Mitte zu kommen. Alles andere aus den Randbereichen ist MIST!
    Es ist offenischtlich eine schwierige Zeit, in der wir leben.
    Die Politik der Mitte hat uns Deutschen die längste friedliche Zeit in der deutschen Vergangenheit gebracht. War das schlecht?
    Unwesentlich ist, ob ein Bundeskanzler den Namen “Schmidt” (hatte Rückgrat bewiesen und für den umstrittenen aber notwendig werdenden Einsatz der Bundeswehr im Inneren im Katastrophenfall in Hamburg gesorgt) oder “Kohl” (er sorgte für die deutsche Wiedervereinigung) trägt. Wesentlich ist für mich, dass die Politik für Stabilität und nicht für Unstabilität durch die politischen Ränder rechts und links der Mitte steht.

    Ich möchte mich auch weiterhin nicht für das Annageln meiner Trophäen rechtfertigen, als auch für Meinungsfreiheit rechtfertigen müssen. Deshalb kann ich nur meinen Mitjägern in Bayern raten, auf eine bewährte Partei in Bayern zu setzen, um das Ganze nicht ausufern zu lassen!

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