Nackte, Kanone 2 1/2: Jäger soll ins Freibad geschossen haben

Der Jäger, der Badegästen in einem Freibad in Engen (Kreis Konstanz) ein unvergessliches Ferienerlebnis bescherte, indem er mit Waffe und in Tarnkleidung das Freibadgelände stürmte, um dort einen Fuchs zu Ende zu schießen (JAWINA berichtete), soll von außerhalb ins Freibadgelände geschossen haben. Das berichtet der Südkurier. Das Blatt zitiert einen Polizeisprecher mit den Worten, das Projektil sei “höchstens einen Meter neben dem Zaun eingeschlagen.” Der Bademeister schilderte den Vorgang so, dass der Jäger direkt am Zaun stand und “durch diesen hindurch” auf den Fuchs geschossen habe – und dann auch noch vorbei. Nur 30 bis 40 Meter entfernt hätten sich Badegäste aufgehalten. Nach dem Fehlschuss habe der Jäger dann das Freibadgelände betreten, um seine Jagd fortzusetzen. Der Bademeister habe den Jäger zunächst aufgefordert, das Schwimmbad zu verlassen, dann habe er den Weidmann in einem Kiosk bis zum Eintreffen der Polizei “festgehalten”, so der Bademeister im Südkurier.

Der Kreisjägermeister und die Jagdbehörde des Kreises lehnten es ab, den Fall zu kommentieren, da ihnen der Sachverhalt (noch) nicht bekannt sei. SE

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7 Gedanken zu „Nackte, Kanone 2 1/2: Jäger soll ins Freibad geschossen haben

  1. AHE

    Wenn es der Wahrheit entspricht = Idiot!
    PS:
    Hätte sich ja wenigstens ne Badehose anziehen können um die Massenpanik nicht zu provozieren;-)

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  2. MH

    Bei den jüngsten schrecklichen Attentaten/Amokläufen hat die Polizei den Leuten versucht klarzumachen, wie wichtig es ist, Ruhe zu bewahren und nicht sekündlich nach Neuigkeiten zu rufen. Da sollten die Medien auch in diesen Fällen (und überhaupt) mal beherzigen. Aber bad news = good news, das ist leider die heutige Zeit. Meinen, nicht wissen, das reicht schon. Ich habe beispielsweise irgendwo gelesen, daß es ein Förster war, der dem Fuchs nachstellte. Wenn das wahr ist, wäre das in Zeiten des Jäger-Bashings schon ein gewaltiger Unterschied. Ansonsten schließe ich mich meinem “Vorredner” an: Wenn es stimmt: Idiot. Wenn aber nicht, was dann? Durchs Dorf getrieben wurde die Sau erstmal, aber holt sie auch wer zurück in den Stall und beseitigt die Sch… vom Bürgersteig?

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  3. Anko

    Der Fuchs war bereits krank, er war also zu erlegen. Es besteht eine Pflicht zur unverzüglichen Beendigung des Leidens sicher auch im Raum Stuttgart. Die landesrechtlichen Regelung zur Verfolgung krank geschossenen Wildes dürften sich doch wohl kaum grundlegend von der im Land Brandenburg geltenden unterscheiden, die besagt:

    § 36 Jagdgsetz (Brandenburg)
    Verfolgung kranken oder krank geschossenen Wildes in befriedeten Bezirken

    (1) Wildfolge ist ohne Vereinbarung in Gebiete zulässig, in denen die Jagd ruht oder nur eine beschränkte Jagdausübung gestattet ist. Das gilt auch für Hofräume und Hausgärten im Sinne von § 4 Abs. 1 Nr. 2; dem Jagdausübungsberechtigten steht auch in diesen Fällen das Aneignungsrecht zu.
    (2) In Gebäude ist Wildfolge nur mit Zustimmung des Nutzungsberechtigten zulässig. Das Aneignungsrecht steht dem Jagdausübungsberechtigten zu.

    Dass bei der Schussabgabe “30-40m” entfernt Badegäste anwesend waren, sagt noch nichts über eine gefährdenede Schussabgabe.

    Der Vorfall ist für jagdfremde Personen damit ganz sicher Aufreger, ganz sicher niemand wünscht sich eine Wildfolge (siehe § 36 JagdG Bbg oben) unter diesen Bedingungen. Aber ohne nähere Feststellungen sehe ich noch nichts, was einen rechtlichen oder “moralischen” Vorwurf rechtfertigt.

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    1. Peter Herrmann

      Das Projektil hat einen Meter neben dem Zaun eingeschlagen, so ein Polizeisprecher. Als Sportschütze habe ich eine Sachkundeprüfung ablegen müssen, wo ich mich mit Reichweite und Ballistik der Geschosse genauestens auskennen muss. Ein Geschoss kann an einem Drahtzaun, Stahlpfosten, Betonfundament oder durch einen Stein im Boden abgelenkt werden. Es gibt einen unkontrollierten Querschläger der sehr wohl die Badegäste in 30 bis 40 meter Entfernung hätte treffen können. Ein Jäger sollte die wissen. Zum Glück ist bei dieser Aktion nichts Passiert.
      Deshalb: Die Hobbyjagd muss umgehend abgeschafft werden.

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      1. Lars

        Der Jäger war aber kein “Hobbyjäger”, sondern ein staatsbediensteter Förster der durch die Polizei hinzugezogen wurde um im befriedeten Gebiet eben diesen Fuchs zu erlegen. Und jetzt? Alle Staatsförster abschaffen? Ich denke wir sollten eher den Hobbyschützen ihre Bedürfnisse aberkennen.

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  4. Peter Herrmann

    Kein Jäger also ,sondern ein Staatsbediensteter Förster in militärischer Tarnkleidung, sehr seltsam und die Polizei war auch dabei, auch sehr seltsam. Dann hätte der Bademeister Sie ja nicht rufen müssen wenn Sie schon vor Ort waren. Bedürfnisse für die Hobbyschützen abzuerkennen kann man durchaus diskutieren. Bedürfnisse dann nur noch an Eliteschützen wo an Meisterschaften und Wettkämpfen teilnehmen.

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    1. Lars

      Die militätrische Tarnkleidung ist in jagdlichen Kreisen als Realtree bekannt. Dass die Polizei dabei war, hat niemand behauptet. Profitipp: Einfach mal die nachfolgende Berichterstattung verfolgen.

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