Nach Wolfsriss: Ärger beim Veterinäramt wegen Kadaver auf der Weide

In Cunnewitz (Sachsen, Landkreis Bautzen) haben Wölfe die doppelte Einzäunung eines Schafweide übersprungen und drei Schafe gerissen. Der Schäfer Martin Just hatte die 50köpfige Herde hinter dem Festzaun der Koppel zusätzlich mit einem Elektrozaun gesichert. Mittlerweile hat der zuständige Rissgutachter bestätigt, dass Wölfe die Verursacher waren, wie die Sächsische Zeitung berichtet. Obwohl eine wichtige Voraussetzung für eine Entschädigung des Schäfers damit erfüllt ist, gibt es eine Menge Ärger für Just: Zum einen gingen beim Veterinäramt Beschwerden ein, weil die toten Schafe nach dem Wolfsriss auf der Wiese liegen blieben – kein schöner Anblick. Der Schäfer ist aber verpflichtet, alles so lange unverändert liegen zu lassen, bis der Rissgutachter sich die Sache angeschaut hat.

Außerdem monierte der Rissgutachter der SZ zufolge, dass das Flatterband, das zusätzlichen Schutz vor Wolfsrissen bieten soll, nicht hundertprozentig regelkonform angebracht war: Just hatte es “nur um den äußeren Festzaun gezogen und dort aus technischen Gründen so befestigt, dass es nur eingeschränkt flattern konnte”, schreibt die SZ. Dies hätten Rissgutacher schon beim letzten Riss auf der Weide vor mehr als einem Jahr bemängelt, weil das Flatterband damit an Abschreckungskraft verlöre. Jeder habe “andere Ansichten, wie das Flatterband zu befestigen ist” konterte der Schäfer. Es gehe darum, dass der Wolf zwei Zäune übersprungen habe. Bleibt abzuwarten, welche Sichtweise sich bei der Bewilligung der Entschädigungszahlungen durchsetzen wird. SE

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf (Archivbild). Foto: SE

3 Gedanken zu „Nach Wolfsriss: Ärger beim Veterinäramt wegen Kadaver auf der Weide

  1. Kr.-Itisch

    Das Thema Wolf wird langsam zur Posse. Jeder „labert“ da halbwissenschaftlich daher, gerade die selbsternannten Fachleute in Sachen Wolf. Als ob ein Wolf, der zwei Zäune und einen Elektrozaun überquert, sich von einem Flatterband abhalten ließe! Insbesondere wenn dahinter das Schlaraffenland auf ihn wartet. Freilebendes Wild kann wenigstens fliehen.
    Die Wolfspopulation gehört gemanaget, Punkt. Wenn der Wolf eine Chance haben soll, hier zu bleiben, geht das nur durch Regulation auf verträgliche Größenordnungen. Wir leben halt nicht mehr im Urwald, sondern in Kulturlandschaften. Wenn man sich durch solch fadenscheinige Argumente, wie Flatterband, jetzt schon um den Schadensersatz drücken will, wie soll das werden, wenn die Zahl der Wölfe bzw. deren Schäden weiter zunehmen? Und das auf den Rücken der Tierzüchter, die wahrscheinlich den größten Teil selber bezahlen müssen, vom Zaunbau angefangen, bis hin zu den Verlusten an Tieren.
    Andere Länder haben mittlerweile erkannt, dass man das Thema nicht mehr nur durch die rosarote Wolfsbrille sehen kann.

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  2. MH

    Wann wird man an verantwortlicher Stelle zugeben, daß mit dem Totschlagargument “Herdenschutz” das Problem nicht gelöst wird und daß hier nur ein Vehikel gefunden wurde, mit dem man noch lange die Geschädigten vor sich hertreiben kann?

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  3. Lothar Finger

    “Unser täglich Wolfsbrot” Eine ungalubliche Liste von Wolfsrissen!

    Wir werden noch die Rettung und Wiedereinbürgerung von Eichenprozessionsspinnern und Zecken mit Staatsmitteln erleben!

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