Nach vermeintlicher “Rettung”: Bisonkalb musste eingeschläfert werden

Es ist eine traurige Geschichte von Entfremdung und falsch verstandener Tierliebe: Zwei Besucher – Vater und Sohn – des amerikanischen Yellowstone Nationalparks entdeckten ein vermeintlich verlassenes Bisonkalb. In “deplatzierter Besorgnis um das Tierwohl” – die Besucher dachten, dem armen kleinen sei bestimmt kalt – wie Morgan Warthin von Nationalpark-Service in einem ungehaltenen Statement schreibt, sannen sie auf Rettung: Sie schleppten das Kalb zu ihrem SUV, packten es in den Kofferraum – vermutlich nicht ohne etliche tröstende Streicheleinheiten zu applizieren – und fuhren es zu einer Servicestation des Nationalparks. Doch dort empfing man die Möchtegern-Tierretter nicht als Helden – sondern reagierte ausgesprochen gereizt. Aus gutem Grund: Eine Woche lang versuchten Park-Mitarbeiter, das Kalb wieder in seine Herde zu integrieren. Doch nachdem es menschliche Witterung angenommen hatte, wurde es von der Herde verstoßen.

Dafür hatte sich das Kalb mittlerweile an menschliche Nähe gewöhnt: Immer wieder kam es in der vergangenen Woche zu gefährlichen Annäherungen an Autos oder Besucher. Das Kalb musste euthanasiert werden. Morgan Warthin weist darauf hin, dass die unbedachte Aktion auch den beteiligten Menschen hätte gefährlich werden können: Bisons verteidigen ihre Jungen und verletzen mehr Menschen als alle anderen Tiere im Yellowstone-Park.

Beitragsbild: Amerikanischer Bison. Autor: Jack Dykinga, US Agricultural Research Servicem Quelle: Wikipedia.

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