Nach Fehlabschuss: NABU fordert Verbot der Gänsejagd

Nach dem Fehlabschuss einer Weißwangengans im Münsterland fordert der NABU Kranenburg (Kreis Kleve) ein Verbot der Gänsejagd. Gegen zwei Jäger aus Nottuln (Kreis Coesfeld) wurde Anzeige wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Artenschutzgesetz und Jagdwilderei erstattet.

Die Jäger hatten – völlig legal –  Kanadagänse gejagt. Unter den erbeuteten Tieren soll sich nach Angaben eines BUND-Mitarbeiters jedoch eine ganzjährig geschonte Weißwangengans befunden haben. Die Vögel sehen sich ziemlich ähnlich. Seit einem Tiefpunkt in den 1950er Jahren vollzieht sich laut Wikipedia eine “spektakuläre Zunahme” des Bestandes an Weißwangengänsen. Die Art gilt nach Einschätzung der IUCN als ungefährdet. Die früher nur an der russischen Eismeerküste heimische Art breitet ihr Brutgebiet immer weiter aus. In Rheinland-Pfalz sprechen Landwirte mittlerweile von einer “Gänseplage”, die Verkotung von Badestränden in der Region durch mehrere zehntausend Vögel große Brutkolonien erregt die Gemüter.

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Barnacle Goose (Branta leucopsis) on the lawn by Finnish National Opera. Photo by Thermos. Quelle: Wikipedia / User: Thermos

Vor diesem Hintergrund erscheint die Forderung nach dem Verbot der Gänsejagd wegen eines (!) versehentlichen Fehlabschusses als völlig überzogen. “Das wäre etwa so, als würde man ein Vereinsverbot fordern, weil der Nabu Heckrinder wahlweise verhungern oder ertrinken lässt”, sagt ein Jäger aus Kleve, der nicht namentlich genannt werden möchte. “Sinnvoller sei eine Harmonisierung der Jagdzeiten der Gänsearten, damit Jäger ihrer Aufgabe nachkommen können, ohne befürchten zu müssen, wegen jedes Fehlers mit inquisitorischer Vehemenz verfolgt zu werden.”  SE

Beitragsbild: Kanadagans. Autor: Chuck Szmurlo, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

 

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