Nabu: “Vatertag bis Muttertag mit Vögeln verbringen”

Nein, wie witzig! Mit plump-anzüglichem Humor auf Stammtischniveau wirbt der Nabu für seine Vogelzählaktion “Stunde der Gartenvögel”: “Vatertag bis Muttertag mit Vögeln verbringen” lautet die Devise, mit der der Nabu “zur diesjährigen deutschlandweiten Vogelzählung in Gärten und Parks aufruft. “Wir wünschen uns, dass möglichst viele Menschen mitmachen, denn umso aussagekräftiger werden die Ergebnisse”, behauptet Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller und Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann ergänzt:: “Die umfangreichen seit 2005 gesammelten Daten ermöglichen uns solide Aussagen über Zu- und Abnahmen.” Ob die üblicherweise mit großem medialen Tamtam ausgeschlachteten Nabu-Vogelzählaktionen “Stunde der Gartenvögel” und “Stunde der Wintervögel” aber tatsächlich “aussagekräftige Ergebnisse” und “solide Aussagen” ermöglichen, ist indes mehr als fraglich.

Denn Zweifel an der Methodik der Erhebung sind nur allzu berechtigt: “Jeder kann mitmachen!”, wirbt der Nabu – doch wenn nicht gewährleistet ist, dass die beispielsweise teilnehmenden Schüler, Rentner und Hausfrauen einen Girlitz von einem Grünfinken und eine Schwalbe von einem Mauersegler unterscheiden können, so sind keine validen Ergebnisse zu erwarten.

Ein noch viel größeres Problem, dass die mit den Nabu-Vogelzählungen erhobenen Daten – und in der Konsequenz die daraus zu ziehenden Rückschlüsse – nach wissenschaftlichen Kriterien vollkommen entwertet, ist die von Jahr zu Jahr wechselnde Teilnehmerschaft und, damit einhergehend, der fehlende Bezug zu einem gegebenen Untersuchungsgebiet. “Solide Aussagen über Zu- und Abnahmen” sind doch nur möglich in Bezug auf bestimmte Untersuchungsgebiete. Wenn in dem einen Jahr Leute mitmachen, in deren Gärten es zahlreiche Gartenrotschwänze gibt, im nächsten Jahr sich aber Leute beteiligen, in deren Zählgebieten dies nicht der Fall ist – welche wissenschaftlich haltbare Aussage will man dann über Zu- oder Abnahme der Gartenrotschwanz-Population treffen?

Die Nabu-Vogelzählaktionen sind ein wirksames PR- und Marketinginstrument, dass dem Verein zweimal jährlich große Beachtung in den Medien sichert, in der Folge vermutlich das Spendenaufkommen erhöht und die Markenbindung von Nabu-Mitgliedern und -Sympathisanten festigt. Statistisch belastbare und nach seriösen wissenschaftlichen Kriterien haltbare Ergebnisse liefern sie nicht. SE

Beitragsbild: Nabu-Slogan “Vatertag bis Muttertag mit Vögeln verbringen” auf der Internetseite des Nabu (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser RB für den Hinweis!

2 Gedanken zu „Nabu: “Vatertag bis Muttertag mit Vögeln verbringen”

  1. Ralf

    Es wird so oder so “aussagekräftige Ergebnisse” geben! Ich möchte ergänzen um “die Hand und Fuß haben werden”. Ob das aber mit dem Vogelzählen oder eher mit Hormonen zusammenhängen wird, wage ich zu bezweifeln.
    Musste schon Grinsen. Wenn das nicht Werbung im Sinne des Marketing für die Naturschutzindustrie ist! Mir ist seit Kurzem ein konkreter Fall bekannt, in dem ein Verwandter als UNTERNEHMENSBERATER für eine Naturschutzorganisation fungiert hat. Man kann also wirklich von Wirtschaftsunternehmen sprechen. Mit Idealismus braucht mir von denen keiner mehr zu kommen!

    Aber über Bundesumweltministerin Svenja Schulze kann man ja auch was lesen:
    http://www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de/presse/svenja-schulze-neue-bundesumweltministerin.html

    “9. März 2018 – “Ich bin NABU-Mitglied, weil… der NABU den Naturschutz in Deutschland am Besten organisiert. …” Also überlässt Frau Schulze dem NABU die Organisation des Naturschutzes in Deutschland? Ist das die Botschaft?

    Der Nabu wirbt mit der Mitgliedschaft von Svenja Schulze. Und Svenja Schulze wirbt mit dem Nabu ( https://www.nrwspd.de/personen/svenja-schulze/ ). Nennt man das jetzt biologisch Betrachtet “Symbiose” oder ist das eher die von den Grünen immer kritisierte “Lobbyarbeit”? Mir jedenfalls drängt sich dieser Gedanke der Lobbyarbeit auf.

    Oft wird den Jägern nachgesagt, dass erhebliche Lobbyarbeit für Jagd und Jäger stattfindet. Ich muss entgegenhalten, dass das bei den (anderen) Naturschutzorganisationen nicht anders auszusehen scheint.

    Ich persönliche sehe in meinem Leben eher den Satz für mich: “Leben und leben lassen”.
    Ich bin zwar generell vom Sternzeichen her gutmütig. Dennoch sehe ich hier eine Notwendigkeit, für etwas zu kämpfen!
    Wenn ich Tendenzen sehe, dass die Lobbyarbeit von BUND, NABU, WWF und Co. dahin geht, die Jagd auf der politischen Ebene in den Ländern, des Bundes, der EU und weltweit über Gesetzgebungsverfahren und in Regierungsbeteiligungen durch Unterstellung der Jagd unterhalb des Naturschutzes schleichend zu bekämpfen, dann MUSS dagegen schon im Ansatz gesteuert werden! JAGD IST NATURSCHUTZ! Und aus meiner Sicht ist die “Jagd” gegenüber dem “Naturschtz” mindestens gleichwertig und nicht nur als eine Unterkategorie zu betrachten!
    Bestes Paradebeispiel hierfür ist derzeit der Wolf. Ein absolut heißes Eisen. Das Thema taugt aber dazu, die Jagd Schritt für Schritt in Frage zu stellen. Diese Problematik muss man sich bewusst machen!!! Wenn erst “Entnahmetrupps”, wie auch immer diese mit absehbar steigenden Wolfbeständen aussehen mögen, in die Reviere gehen und die Gesetzgebung dahingehend “moduliert” wird, dass die Jagdausübungsberechtigten dieses zu erdulden haben und die Jagdausübungsberechtigten diese Aufgabe nicht übertragen bekommt, dann hat man es auch geschafft, uns Jäger in gewisser Art und Weise zu entmündigen.
    Und ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich revierloser Jäger bin, dem das eigentlich egal sein könnte. Ich setze mich jedoch gegen diese aktuelle Entwicklung ein, weil ich die Tendenzen als nicht richtig ansehe.

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  2. Grimbart

    Sicher dass das ironisch gemeint war? Nicht das da noch jemand vollkommen verklemmtes darauf kommt den Nabu wegen sexistischer Äußerungen zu verklagen.

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