Nabu plant kugelsichere Westen für Wölfe

Unkonventioneller Schutz für Muttertiere

01. April 2014 – Nachdem seit der Rückkehr der Wölfe im Jahr 2000 wiederholt ein Wolf illegal in Deutschland geschossen wurde, plant der NABU die Anschaffung von kugelsicheren Westen zum Schutz der streng geschützten Tiere. Damit sollen die Muttertiere der 26 in Deutschland lebenden Rudel für die nun anstehende Welpenaufzucht vor illegalen Tötungen geschützt werden.

Wölfe gebären im Mai ihre Jungen zunächst im Schutz einer Erdhöhle. Mit dem Alter von etwa acht Wochen verlassen sie den Bau. Die Mutter geht dann wieder auf Jagdzüge, um die lebenswichtige Versorgung der Welpen sicherzustellen. Sollte ein Muttertier sterben, haben Welpen eine geringe Überlebenschance. Hier will der NABU vorbeugen: Für diese Phase sollen die Weibchen nun mit kugelsicheren Westen ausgestattet werden. Im Sommer, wenn die Welpen vom gesamten Rudel versorgt werden, fallen die Westen mittels einer ausgefeilten Technik selbstständig ab.

Ausgefeilte Technik

Markus Bathen, NABU Wolfsexperte: „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Halsbandsendern für Wölfe bei der Telemetrierung gemacht. Diese Halsbänder haben einen automatischen Mechanismus, der sie nach ihrer Laufzeit abschmeißt. Wir haben diese Technik auf kugelsichere Westen für Polizei- und Militärhunde übertragen und erfolgreich getestet. Die Ergebnisse haben uns überzeugt.“

Möglicher Kritik an dieser unkonventionellen Schutzmethode will der NABU von Anfang an vorbeugen. Die Aufklärungsrate bei illegalen Wolfstötungen – nur ein einziger Täter aus allen Fällen – ist beschämend gering und kann für Nachahmer daher nicht abschreckend wirken. Der NABU ist daher davon überzeugt, mit dieser Methode den Fortbestand der nach Deutschland zurückgekehrten Wölfe auf Dauer sichern zu können. Die Ausnahmegenehmigungen für die Wolf-Schutzwesten werden vom NABU in Kürze bei den Oberstern Naturschutzbehörden der zuständigen Bundesländer eingereicht.

Weiterverwendung in der nächsten Saison

Auch gegen ein mögliches Müllproblem in der Natur hat der NABU ein Konzept: Die Westen sind mit einem Sender versehen und werden von den zahlreichen ehrenamtlichen NABU-Wolfsbotschaftern wieder eingesammelt, damit sie für die kommende Saison erneut einsatzfähig sind.

Mit dem Projekt „Willkommen Wolf!“ setzt sich der NABU seit 2005 für die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland ein. In einem Projektbüro im Wolfsgebiet Lausitz werden die Erfahrungen mit dem Wolf in unserer Landschaft gesammelt.

Bild: Wolf mit kugelsicherer Weste. Copyright: NABU

2 Gedanken zu „Nabu plant kugelsichere Westen für Wölfe

  1. Frank

    Hahaha….sehr geil!
    Aber wofür hat der NABU den Henkel auf dem Westenrücken? Damit man die Dinger besser wegschmeißen kann?
    Oder einfach, um die Wölfe darin nach Belieben kompetenter Managementpläne besser “umsetzen” zu können?

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    1. Manfred Schmitt

      Als Techniker ist mir die Schutzfunktion der abgebildeten Weste zu gering. Ich halte es daher für ratsam durch weiteren Materialeinsatz den Rumpf des Wolfes auf der Vorder- und Unterseite so wie die Hinterläufe und den Träger ganzflächig zu schützen. Was das Haupt betrifft halte ich einen Kevlarhelm mit jahreszeitlich angepasster Camouflagelackierung für erforderlich und angemessen, dieser darf den Wolf jedoch keinesfalls bei der Jagd und der Nahrungsaufnahme behindern!
      Als weitere sinnvolle Ergänzung schlage ich vor in Helm und Weste Drucksensoren einzubauen, die via Funkhalsband einen eventuellen, in jedem Fall illegalen Beschuss, in Echtzeit an die umliegenden Notrufzentralen melden. So könnte dann das akut betroffene Gebiet weiträumig abgesperrt und der Schütze möglichst auf frischer Tat gestellt und dingfest gemacht werden.

      Eine gute Sache!

      M.S.

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