Nabu legt “Leitfaden Pferd und Wolf” vor

Die Rückkehr der Wölfe stellt vor allem Tierhalter vor neue Herausforderungen, stellt der Nabu in einer Pressemitteilung zum gerade erschienenen “Leitfaden Pferd und Wolf” fest. Im „Pferdeland“ Niedersachsen sähen sich insbesondere Pferdehalter in einer neuen Situation. Während es klare Regelungen zum Schutz von Schafen gebe, suche man Informationen zum Verhältnis von Pferd und Wolf vergeblich. Im Arbeitskreis „Pferd und Wolf“ hätten sich daher “Experten vom NABU”, der Pferdeland Niedersachsen GmbH, der Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e.V. und dem Trakehner Verband mit unabhängigen Biologen und Wissenschaftlern der Universität Hildesheim zusammengetan, “um gemeinsam einen Beitrag für ein konfliktarmes Miteinander von Pferd und Wolf zu leisten.” Ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind jetzt in dem Handlungsleitfaden „Pferd und Wolf – Wege zur Koexistenz“ veröffentlicht worden. Der 21 Seiten umfassende Leitfaden enthält eine Reihe von speziellen Handlungsempfehlungen für Reiter im Fall einer Begegnung mit einem oder mehreren Wölfen.

Bislang sei noch kein Wolfsangriff von Wölfen auf Pferde in Deutschland bestätigt worden, so der Nabu. Die internationale Recherche habe jedoch ergeben, dass Pferde grundsätzlich eine potenzielle Beute für Wölfe darstellen können. In Ländern wie Spanien oder der Mongolei z.B. seien Pferde zum Teil ein fester Bestandteil des Nahrungsspektrums der dortigen Wölfe.

Die Pferdehaltung in Deutschland sei mit der Haltungspraxis im Ausland jedoch nur eingeschränkt vergleichbar. So würden Pferde hierzulande oft durch Zäune geschützt, ebenso stehen sie im Gegensatz zu ihren freilebenden Artgenossen in Spanien oder der Mongolei unter menschlicher Aufsicht und werden, wenn nötig, medizinisch versorgt. Außerdem sei die Dichte an wilder Beute in Form von Huftieren in Deutschland als deutlich höher einzuschätzen, als dies im mediterranen Raum der Fall ist. Alle diese Faktoren vermindern nach Ansicht des Nabu das Risiko, dass Pferde in Deutschland zu Beutetieren für Wölfe werden. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür als äußerst gering einzuschätzen sei, könne nach Ansicht des Arbeitskreises ein Wolfsangriff, speziell auf Fohlen und Jungtiere, nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

NDR

So fasst der NDR die Message des Nabu-Leitfadens zusammen: Warum Pferdehalter den Wolf nicht fürchten müssen: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Warum-Pferdehalter-Wolf-nicht-fuerchten-muessen,wolf2084.html

In einer Umfrage der Universität Hildesheim unter Pferdehaltern und Reitern wurden die Ängste und Bedenken zur Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen erfragt. Die Mehrheit akzeptiert die Rückkehr des Wolfes, sieht jedoch auch ein mögliches Konfliktpotenzial bezüglich der Tierhaltung und befürchtet zukünftige Vorfälle. Andere bezweifeln die Vereinbarkeit der heute dicht besiedelten Kulturlandschaft mit den Lebensraumansprüchen der Wölfe. Eine Minderheit lehne die Anwesenheit der Wölfe kategorisch ab, erklärt der Nabu.

Der Arbeitskreis Pferd und Wolf hat sich zum Ziel gesetzt, die aktuelle Entwicklung der Wolfsausbreitung zu beobachten und Perspektiven insbesondere für Pferdehalter und Reiter zu erarbeiten. Dabei will der Arbeitskreis Pferdehaltern helfen, sich mit der Situation, dass der Wolf wieder Bestandteil der natürlichen Umgebung ist, zu arrangieren und absehbare Konflikte zu vermeiden. PM Nabu

Der Leitfaden „Pferd und Wolf“ ist kostenlos erhältlich im NABU- Shop: www.NABU.de/shop, E-Mail: info@NABU-Natur-Shop.de, Tel. +49 (0)511.898138-0. Versandkosten werden in Rechnung gestellt.

Kostenloser Download unter:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/mittwolf/19644.html
www.pferdundwolf.de

Beitragsbild: Umschlagbild des Leitfaden Pferd und Wolf, Copyright: Nabu

 

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