NABU Brandenburg: Schotterstraßenbau der Landesforst verletzt Naturschutzrecht

Der Landesforstbetrieb Brandenburg betreibt einen massiven Ausbau der Waldwege. Dabei wird der vorhandene Boden auf einer Breite von mindestens 3,50 Metern abgetragen, mit Seitenstreifen von je 50 Zentimetern versehen und mit einer bis zu 60 Zentimeter hohen Schicht aus Schotter oder Recyclingmaterial ausgebaut.

Bei diesem erheblichen Eingriff in das Waldgefüge beteiligt die Landesforst bisher nicht die Naturschutzbehörden. Je nach örtlicher Lage werden die Anforderungen der europäisch festgesetzten FFH-Gebiete, das Artenschutzrecht, die Eingriffsregelung nach dem Bundesnaturschutzgesetz und die Schutzgebietsverordnungen missachtet, behauptet der NABU Brandenburg in einer aktuellen Pressemitteilung. Das belege ein Rechtsgutachten, das der NABU Brandenburg in Auftrag gegeben hatte.

Der Landesforstbetrieb behauptet, dass dieser massive Forststraßenbau als ordnungsgemäße Forstwirtschaft anzusehen sei und deshalb Naturschutzrecht nicht verletzt würde. Demgegenüber wird in dem Rechtsgutachten nachgewiesen, dass bei solchen Baumaßnahmen die naturschutzrechtlichen Anforderungen beachten werden müssen.

Beim Abtragen der vorhandenen Bodenschicht und dem Einbringen von Schotter und Recyclingmaterial handelt es sich nach Auffassung des NABU nicht wie behauptet um eine Instandsetzung, sondern um einen Neubau bzw. grundhaften Ausbau der Waldwege.
Der Landesforstbetrieb argumentiert, dass der Ausbau der Forststraße auch der Waldbrandbekämpfung diene. Die in Brandenburg eingesetzten Löschfahrzeuge sind jedoch allesamt geländegängig. Zur Waldbrandbekämpfung sind nach Ansicht des NABU Brandenburg dieser gewaltigen Baumaßnahmen nicht erforderlich. Die Betriebsanweisung des Landesforstbetriebes, in der der Ausbau der Waldwege geregelt ist, zielt auf die ganzjährige Befahrbarkeit für den Schwerlastverkehr bis zu 44 Tonnen ab und ist ausschließlich auf die Holzabfuhr ausgerichtet.

Die Verschotterung der Waldwege geht nicht nur mit der Zerstörung wertvoller Habitate einher, sondern schädigt auch das Waldbild in erheblichem Maße. Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren wird für Erholungssuchende auf diesen Schotterstraßen unattraktiv.

„Der Landesforstbetrieb verletzt mit diesen Baumaßnahmen ständig Naturschutzrecht. Der NABU Brandenburg hat deshalb Forstminister Vogelsänger aufgefordert, den Ausbau der Forststraßen sofort zu stoppen“, so Friedhelm Schmitz-Jersch, Vorsitzender des NABU Brandenburg.
„Das Rechtsgutachten belegt eindeutig, dass die naturschutzrechtlichen Anforderungen unverzüglich mit dem Landesumweltministerium abgestimmt werden müssen. Noch besser wäre es allerdings für die Naturschutz- und Erholungsfunktion des Waldes, auf den Ausbau der Waldwege mit Schotter und Reycyclingmaterila gänzlich zu verzichten.“ PM NABU Brandenburg

Bild: Geschotterter Waldweg, Copyright SE

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