Mutmasslicher Wolfsriss von Islandpferd: Fotos und neue Fakten

Im Fall des mutmaßlichen Wolfsrisses eines Islandspferds im Cuxland (JAWINA berichtete) sind neue Informationen verfügbar: Aufgrund der aktenkundig gewordenen Äußerung, dass die “Spurenlage sehr schlecht sei, weil der Kadaver schon längere Zeit in dem Wassergraben gelegen habe”, wurden in Forenbeiträgen und Kommentaren falsche Anschuldigungen gegen die Betreiber des Reitstalls erhoben. So wurde unterstellt, dass Pferd habe “tagelang rumgelegen”, bevor es entdeckt wurde. Dies ist nicht zutreffend. Die Pferde wurden, wie der Hofbetreiber gegenüber JAWINA bestätigte, noch am Donnerstag Nachmittag routinemäßig vom Veterinäramt kontrolliert. Am Freitag Morgen fiel auf, dass ein Pferd fehlte.

Zum Auffindeort: Der ruhige, 23 Jahre alte Wallach muss offenbar in Panik versucht haben, über den mit einer dreifachen Elektrolitze gesicherten Zaun zu springen.

Umgerissener Koppelpfahl, mitgeschleifte Litze. Fotos: privat

Auf diesem Bild ist zu erkennen, dass sich die Weidezaunlitze zwischen Vorder- und Hinterbeinen des Pferdes befindet:

Bei Sprungversuch mitgerissene Weidezaunlitze. Fotos: privat

Hier auch gut zu erkennen: Mitgerissene Litze. Fotos: privat

Auffällig ist, dass das Pferd wenige Meter neben der Zufahrt zur Weide in zwei Meter hohes Schilf sprang. Das ist eigentlich nur durch panikartige Flucht zu erklären:

Fundort neben Zufahrt zur Weide. Fotos: privat

Der 23 Jahre alte Wallach galt als ruhig und ausgeglichen und hat noch nie zuvor Flucht- oder Ausbruchsversuche unternommen. Die Springveranlagung von Islandpferden ist überdies – vorsichtig ausgedrückt – nicht sonderlich ausgeprägt. Dass es eine sehr starke Ursache für dieses ungewöhnliche Verhalten gegeben haben muss, erscheint offensichtlich.

“Halber Hals aufgefressen”: Der Kadaver wurde stark genutzt. Fotos: privat

Am Fundort gibt es keine Spuren, die darauf hindeuten, dass das Pferd versucht hätte sich aus dem Graben zu befreien. Möglicherweise, weil es nach dem Sturz in den Graben angegriffen und durch Bisse getötet wurde. Fotos: privat

Schlechte Spurenlage am Fundort. Fotos: privat

Die anderen Pferde auf dem Hof sollen bei dem Vorfall auch in Mitleidenschaft gezogen worden sein: Ein Pferd sei tags darauf bedrohlich auf einen Besucher zugaloppiert, offenbar in der Absicht, die Herde zu schützen. Dies sei zuvor nie vorgekommen. Ein anderes Pferd habe, vermutlich von panischer Flucht entkräftet, stark geschwächt am Boden gelegen und habe mehrere Tage zur Erholung in eine Box gestellt werden müssen. An einer Straße 800 bis 900 Meter von der Koppel entfernt sollen am Donnerstag Abend zwei Wölfe von einem Jäger beobachtet worden sein.

Die Tierärztin, die das getötete Pferd untersucht hat, möchte sich nicht zu dem Vorfall äußern, die Stellungnahme des Wolfsbeauftragten steht noch aus. SE

Beitragsbild: Vermutlich von Wolf gerissenes Islandpferd. Foto: privat

Die Red. dankt JAWINA-Lesern JC für den Hinweis und NN für die Bereitstellung der Fotos!

 

21 Gedanken zu „Mutmasslicher Wolfsriss von Islandpferd: Fotos und neue Fakten

  1. RK

    Ekelhaft, welch Tierleid mit der “Rückkehr” der Wölfe achselzuckend in Kauf genommen oder sogar intendiert wird. Es wird dazu sicherlich eine Gegenbewegung geben, die eine vernünftige Reduktion umsetzt. Es müssen nur noch Menschen und diverse Tiere qualvoll sterben.

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    1. Titus von Unhold

      Was ist an natürlichen Vorgängen “ekelhaft”? Fressen und gefressen werden ist ein seit Ewigkeiten gut funktionierender Vorgang der nicht nach menschlichen Maßstäben bemessen werden sollte. Zumal sowieso nur gejammert wird wenn es Tiere betrifft die auch in einer Bilanz ausgewiesen werden können.

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      1. Helga Maertens

        Hoffentlich sind es auch einmal deine Tiere oder deine Kinder die angegriffen werden. Wir als Tierhalter wollten und wollen den Wolf nicht

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      2. Michael Herrmann

        [Kommentar gekürzt, bitte Netiquette beachten, admin.] Mit der Argumentation könnte man Friedhöfe abschaffen – in der Natur und den seit Ewigkeiten funktionierenden Vorgängen werden Leichen ja auch nicht verbuddelt. Die gesamte Medizin wird überflüssig – gibt es in diesen Vorgänge ja auch nicht, und weshalb diese Geschichte jetzt nun nach unmenschlichen Maßstäben bemessen (?) werden soll, will sich mir auch nicht erschließen. Meine Pferde tauchen in keiner Bilanz auf, und ich würde trotzdem – natürlich nur inoffiziell – jeden Wolf mit eigenen Händen umbringen, der sich meiner Stute nähert, um sie bei lebendigem Leib zu zerfetzen und von ihren 400 Kilo Fleisch und Gewebe nur ein paar Maulvoll zu fressen.

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  2. Andrea

    Unvoorstellbar das immer wieder Sprüche geklopft werden wie „das ist die Natur“ – von Menschen gezüchtete Haustiere sind genauso wenig Natur wie ein Bonsai Baum im Wohnzimmer. Wir müssen umgehend das Recht bekommen unsere Haustiere gut schützen zu dürfen wenn man schon meint das ein Raubtier eine Bereicherung einer Kulturlandschaft ist. Und damit meine ich nicht nur das es keine baurechtlichen Einschränkungen mehr geben darf für Zaun und Stallbau……

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  3. Ulrike THiel

    Neben en von Ihnen bereits angegebenen Kommentaren zu der Auffindesituation des bedauernswerten Pferdes: In der Lokalpresse wurde vermeldet der Wolfsbeauftragte hätte von “offener Wunde aber keinen Bissverletzungen” gesprochen, wobei das Zitat wörtlich angegeben wurde. Das würde etwa gegen einen Wolfsriss sprechen. Es ist sogar für den Laien sichtbar, dass hier mit extremer Kraft Ohr, Haut und Strukturen herausgerissen wurden. Sollte man nach Zahnabdrücken suchen, dann werden sich die leider wahrscheinlich im Magen des Tieres befinden, das diese Strukturen nach Herausreissen zu sich genommen hat. Auch wenn es hier Nachnutzer gegeben hat, dann ist es schon bemerkenswert mit welcher Kraft dieses Herausreissen abgelaufen sein muss, und da kommen wohl nicht so viele Tierarten in Frage, die dazu in der Lage sein könnten. DIe meisten leben auch nicht in Deutschland. Wie man da im Stadium der Auswertung bereits von “schlechter Spurenlage” und “Ausschluss eines Wolfsrisses” sprechen kann, erschliesst sich mir und vielen anderen halt leider nicht. Und sollte bei der DNA Probe herausstellen, dass es sich um “Caniden” also Hund gehandelt haben, dann sollte dieser schnellstens gesucht und gefunden werden da es sich da augenscheinlich um ein äusserst kráftiges und gefahrliches Tier handelt, das wahrscheinlich dann auch scon öfter auffällig geworden sein muss. Da man ja aus DNA Proben auch Rasse und noch mehr herausfiltern kann (wenn man über die entsprechenden Technien verfügt) , sollte das ja dann auch nicht allzu schwierig sein. Es wäre interessant und aufschlussreich, ob nach Abschluss der Untersuchungen auch daran gedacht wird, oder der Fall als “(glücklicherweise) kein Wolf”abgehakt und zur Tagesordnung übergegangen werden wird.

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  4. Andrea Seiler

    Der Spruch zur Bilanz lässt jegliche Empathie zu lebendig gefressenen Tieren vermissen. Als ob es um Geld ginge. Unerträglich, als Tierhalter morgens zur Weide kommen und tote oder sterbende Tiere auffinden zu müssen. Unerträglich, sich auch in der Frühe Gedanken machen zu müssen “Hoffentlich ist alles in Ordnung”. Unerträglich, bei jedem Klingeln des Telefons das Schlimmste zu befürchten. Herde auf die Straße gejagt?
    Reh- und Rotwild wird auf genau die gleiche schreckliche Art und Weise getötet. Was nicht weiterkann, wird meist von hinten her einfach gefressen. Und das zu Zeiten von Tierwohl?
    Ich spreche bestimmt im Sinne der allermeisten Pferde-, Schaf-, Rinder- und Ziegenhalter, wenn ich sage: meinetwegen können die Wölfe gerne wieder gehen.

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  5. Jürgen

    Herr Unhold,
    Sie geben die klassische Erklärung warum der Wolf in D ausgerottet wurde. Denn Nutztiere, die die Existenzgrundlage vieler Landbewohner waren und heute noch sind, unterliegen diesen “Spielregeln”der Natur nicht und sind vor diesen zu schützen. Deshalb gehört der Wolf auch nicht mehr in unsere Landschaft und ist zu bekämpfen. Ihre Worte sind ein Schlag ins Gesicht all der Menschen, die den Tierschutzgedanken hochhalten oder wie eine Monstranz vor sich hertragen einschließlich des Nabu, des WWF oder sonstiger von Spenden abhängiger Tierschutzorganisationen. Herr laß Hirn ra.

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  6. Stefan Kunkel

    Wenn man Herrn Neumann, der hinzugezogene Wolfsberater, zitiert: Das Pony habe zwar eine offene Wunde gehabt, es habe aber keine Bissspuren gegeben. Die Ursache der Verletzung sei unklar.
    Nur anhand der Bilder muss man sich diese Äußerung mal genau auf der Zunge zergehen lassen. Selbst ein Laie kann erkennen, dass es sich bei der Verletzung um Fraßspuren handelt. Den Tag scheint der Wolfsberater wohl nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein. Der halbe Hals ist bis zur Luftröhre weg gefressen. Mal eine grobe Schätzung von mir, es sind mind. 6 Kg Muskelfleisch gefressen worden. Ich hoffe, der Wolfsberater hat auch bedacht, das dort in den ca. 6 Kg Fleisch die weg gefressen wurden, eventuelle Bissspuren vorhanden gewesen sein können. Die Fachkompetenz des Wolfsberaters Neumann stelle ich stark in Frage. Eine weitere Frage wäre ebenfalls zu klären. In welchem Umfang hat der Wolfsberater die Umgebung untersucht um Spuren von eventuellen Beutegreifern zu sichern/ zu finden, um eine gute Übersicht zum gesamten Rissbild zu bekommen.
    Beziehungen spielen eine große Rolle im Leben. Derjenige, der die Empfehlung für diesen Wolfsberater ausgesprochen hat sollte nochmal in sich gehen und seine Entscheidung überdenken. Ein absolutes Trauerspiel für jeden Tierhalter der auf so einen Rissgutachter angewiesen ist.

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  7. Marita

    Unsere Pferde begleiten uns zum Teil 30 Jahre. Das ist ein halbes Menschenleben. Wir lieben sie als Familienmitglieder. Hier von Bilanzfähig zu sprechen macht mich fassungslos. Wenn es stimmt, dass 95 % der Beute von Wölfen echte Wildtiere sind, spricht ja nichts dagegen, Wölfe, die an unsere Nutztiere gehen, sofort zu erschießen. Das merken sich andere Wölfe. Denn dumm sind sie nicht.

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  8. Ronbi

    Was soll noch alles passieren, bis den Wölfen, der entsprechende Respekt beigebracht wird, alles was mit Mensch zusammenhängt zu meiden. Da dies nicht funktionieren wird, Schutzjagd, wie in Schweden. Und das Recht für Viehhalter, ihre Tiere mit der Waffe zu verteidigen, wie in Frankreich. Und Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht.

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  9. Sabine Thomas

    Es wird erst adäquat reagiert werden, wen. Es zu Personenschäden kommt. Entweder durch nachweislich durch Wölfe zum Ausbruch getriebene Tiere, die Verkehrsunfälle mit Verletzen oder Toten verursachen, oder durch einen Kulturfolger Wolf, der im Hausgarten vom Kind überrascht wird, weil selbiges sei Kanin füttern will. Wölfe, die im Ort an Mülltonnen stöbern erscheint mir inzwischen ein m{gleiches Szenario.

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  10. Inga

    An alle, die meinen, dass der Wolf wieder dezimiert oder ausgerottet werden muss, weil er “unvorstellbares Tierleid” anrichtet: seid ihr alle Veganer, oder könnt ihr großzügig über das Tierleid hinwegsehen, das für euren Konsum in der Fleisch-, Eier- und Milchindustrie angerichtet wird? Und diese Tiere leiden nicht nur in den letzten Minuten oder Stunden ihres Lebens, sondern ihr ganzes tristes, qualvolles Leben lang!
    Geschlachtet zu werden ist bestimmt auch nicht schöner, als vom Wolf gerissen.
    Und Hand aufs Herz: Besitzt ihr Jacken oder Mützen mit Pelzbesatz? Habt ihr euch mal überlegt, wo der herkommt?
    Und dann betrachtet man die Dimensionen. Wölfe in Deutschland reißen im Leben nicht so viele Schafe, Rehe, Ponys und andere Tiere wie täglich für die Modeindustrie getötet werden.
    Ich bin selber Pferdebesitzer und mache mir Gedanken, wie ich dir Tiere schützen kann. Aber dafür den Tod anderer Tiere zu fordern würde mir nicht einfallen. Das ist doch völlig absurd! Katzen töten Vögel, Hunde jagen Kaninchen – müssten dann konsequenterweise ja auch weg.

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    1. Keule

      Inga, Hand auf’s Herz: Besitzt du Jacken, Gürtel oder Schuhe aus Leder? Hast du mal überlegt, wo die herkommen? Fährst du Auto? Nimmst dafür in Kauf, daß unzählige Insekten an deiner Windschutzscheibe zerschellen, andere Tier totgefahren werden? Bist du Veganerin oder Vegetarierin? Hast du mal überlegt, daß du damit z.B. die Abholzung des Regenwalds für Sojaanbau und den Tod von Milliarden an Lebewesen durch Ackerbau und Lebensraumzerstörung in Kauf nimmst? Leben geht nur auf Kosten von anderem Leben. Bei der Wolfsdiskussion geht es um vernünftige Steuerung wie bei anderen Tierarten auch. Und noch etwas: Du bist also Pferdebesitzer – hast du mal überlegt, dass Reiten in den Augen von Tierschützern pure Ausbeutung und Tierquälerei ist? Also weg mit den Pferden – dann musst du dir über deren Schutz auch keine Gedanken mehr machen…

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  11. Niemand Sonst

    @ Marita

    “Wenn es stimmt, dass 95 % der Beute von Wölfen echte Wildtiere sind, spricht ja nichts dagegen, Wölfe, die an unsere Nutztiere gehen, sofort zu erschießen.”

    Leider ist es genau andersrum. Bei Wölfen die sich in die Nähe von Siedlungen wagen bzw. regelmässig dort aufhalten, besteht ein grösserer Teil (mehr als 5%) ihrer Nahrung aus Nutztierrissen. Und sie haben gelernt dass es UNGEFÄHRLICH ist sich Nutztieren zu nähern.
    Und das ist der Knackpunkt dieser ganzen Problematik!
    Befindet er sich gerade hungrig in der Nähe einer Weide und wittert oder sieht Beute in Form von Nutztieren, wird er sicherlich nicht kehrt machen und in den Wald laufen um ein Reh zu fangen, nur weil dies ein Funktionär eines Naturschutzverbandes oder Wolfslobbyist es gerne so hätte. Er wird sicherlich nicht riskieren während einer Rehhetze verletzt zu werden, oder in so einem Fall unnötig Energie zu verbrauchen. Es im Dickicht zu verfolgen, wenn sich 100m vor ihm quasi der Driveinn eines Fastfoodrestaurant befindet. Die Tiere auf der Weide zeigen anfangs auch wenig Fluchtreflexe, denn sie verbinden keine grosse Gefahr mit dem Wolf. Für die Weidetiere ist er ein dem Hund ähnliches Wesen. Auf den meiste Höfen laufen ja Hunde herum. Erst wenn er angreift merken sie dass es ernst wird.
    Jetzt kommt das nächste Problem.
    Der Zaun!!!!!
    Denn das was die Weidetiere eigentlich schützen soll, wird jetzt zur tödlichen Falle!!!!!!
    Die Tiere können nirgends hin!!
    Anstatt die Wölfe (und nur die) die sich menschlichen Siedlungen nähern so schnell wie möglich zu entnehmen (damit sie nicht die Möglichkeit haben ihre Erfahrungen an die Nachkommen weiterzugeben), wird rumlaviert.
    Die Gründe kennen die “Verantwortlichen” besser.
    Sollte es allerdings zu einem Angriff auf einen Menschen kommen (ist zwar höchst unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich), wird man sicherlich keinen “Verantwortlichen” finden.
    Und er lernt gerade dass ihm der Mensch auch nichts tut.

    PS:
    Und das Märchen vom 2m hohen Zaun.
    Fragt mal einen Schutzhundeausbilder welche Hindernisse ein Schäferhund überspringen kann. Und der ist recht klein im Vergleich zu einem ausgewachsenen Wolf.

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  12. Jürgen

    Ist die Zeit schon reif für eine “Gelbwesten” Aktion, wie in Frankreich, um gegen diese kostenintensiven, hirnlosen Wiederansiedlungsprogramme von Wölfen auf die Straße zu gehen? Offensichtlich traut sich noch niemand (weder DJV oder Landwirtschaftsverbände) aus der Deckung. Denn der Aufruf zur aktiven Gegenwehr könnte ja zu Überreaktionen führen, weil die Wolfsbefürworter mit Spendengeldern gestopft sind und weniger mit Hirn als lieber mit Juristen agieren. So wird der redliche Mensch, der noch seinen Verstand gebraucht, wortgewandt aus einer Opfer- in eine Täterrolle öffentlich denunziert. Der Krug geht halt so lange zum Brunnen bis er bricht.

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  13. Inga

    Keule, gerne beantworte ich alle deine Fragen.
    Ich habe keine Kleidung aus Leder, ich achte sogar darauf, dass auch die Jeans, die ich kaufe, keine Patches aus Leder haben und ich kaufe keine Daunenjacken. Übrigens ist auch alles, was ich an Ausrüstung fürs Pferd kaufe, ohne totes Tier.
    Ich fahre Auto, habe aber noch nie ein Tier angefahren. Sicherlich jedoch Insekten. Auch ich bin nicht perfekt, aber ich gebe mir größte Mühe.
    Ich bin Veganerin. Ich mag es nicht, wenn Leute sich dadurch provoziert fühlen und versuchen, an mir Fehler zu finden, um sie mir dann vorzuhalten. Wie gesagt, auch ich bin nicht perfekt, aber ich gebe mir wenigstens Mühe.
    Nachweislich wird für den Sojaanbau für pflanzliche Lebensmittel nur ein winzig kleiner Teil Urwald abgeholzt – ein riesiger Teil hingegeben für Soja, das als Futtermittel an die Nutztiere in der Fleisch- und Milchindustrie geht. Zudem haben viele europäische Firmen für Fleischersatz und Sojaprodukte das Problem erkannt und benutzen Soja aus Europa. Ich persönlich bevorzuge Hafer. Der wächst in Deutschland. Für die Fleischprodukrion geht übrigens auch eine erhebliche Menge Wasser drauf, für den Pflanzenanbau viel weniger.
    Leben geht nicht nur auf Kosten von anderen Leben. Man muss es nur wollen und bereit sein, mehr zu bezahlen oder seine Gewohnheiten zu ändern!
    Ich setze bei der Arbeit mit meinem Pferd auf Vertrauen und Spaß, ich erzwinge nichts und reite nur selten. Auch das nur, wenn mein Pferd einverstanden ist und im Rahmen seiner Möglichkeiten. Wir bestreiten keine Wettkämpfe. Es wohnt übrigens auch nicht in einer 3×4 Meter Box.

    Und du?

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  14. Ronbi

    “Leben geht nicht nur auf Kosten von anderen Leben”
    Schon mal daran gedacht, ob konventionelle oder biologische Landwirtschaft, wieviel tierisches Leben da drauf geht?
    Und haben Pflanzen kein Leben?
    Wie ist es mit dem Microschrei der Mohrrübe beim Ausreißen.
    Sicher, dass es den nicht gibt.
    Also Leben geht nur auf Kosten anderen Lebens. Sagte die Amöbe, nachdem sie vier Einzeller umflossen hatte und rülpste.

    Hat natürlich nichts mit einem Pferd im Graben zu tun, das garantiert von Wölfen gemeuchelt wurde, ob entsprechende DNA gefunden wurde/wird oder nicht.

    Warum übrigens immer unzuverlässige DNA Tests. Spuren sagen meist mehr, nur lesen muss man sie können.

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  15. Epikureer

    Hallo Zusammen,

    ich verfolge die Neuansiedlung des Wolfes bereits sehr lange und kenne die ganzen Pro- und Kontra-Kommentare. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass nach der Sichtung der ersten Wölfe in der Lausitz von den Wolfsbefürwortern erklärt wurde, dass alle durch den Wolf entstehenden Schäden aus Kassen vom NABU bzw. BUND beglichen werden. Schnell wurden diese Kassen geleert, weil die Kostenexplosion enorm war. In Folge wurden von Wolfsbefürwortern immer mehr Auflagen entwickelt und als Voraussetzung von möglichen Schadensersatzansprüchen gefordert.
    Ich persönlich halte den Wolf für ein sehr interessantes Tier, welches allerdings nicht mehr in unsere Kulturlandschaft passt. Die Menschen haben sich schon zu sehr an das Leben ohne Großraubtiere in Deutschland gewöhnt. Es wird zwar immer behauptet, dass wir eine hohe Biodiversität anstreben, aber dann müssen wird konsequenterweise auch wieder den Bären in Deutschland ansiedelt. Welcher vernünftig denkende Mensch sollte dies in Deutschland wollen sofern er nicht in einer Großstadt im 5. Stock wohnt und den Informationsfluss nur von RTL oder der Bildzeitung erhält.

    Aus meiner Sicht gibt es eine ganz einfache Lösung:
    Alle Wolfsbefürworter und nicht die Allgemeinheit zahlen alle Kosten (100%) die mit der Neuansiedlung des Wolfes im Zusammenhang stehen aus eigener Kasse. Mit allen Kosten meine ich auch die präventiven Kosten, wie zusätzliches Personal in der Viehwirtschaft, Ersatz für gerissene Tiere, Kostenübernahme für tatsächlich unabhängige Gutachter, Ersatz für die Neubeschaffung der Tiere, Materialkosten für Zaunanlagen, Strom für den zusätzlichen Viehzaun, Unfallschäden mit dem Wolf sowie die daraus wachsenden Folgekosten, wie Rechtsberatung, Renten etc..
    Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Normen zur Gefahrenabwehr, denn dort wird auch immer erst einmal auf den “Störer” respektive “Verantwortlichen” geguckt und das sind in diesem Fall nicht die Wolfsgegner.

    Ich wäre gespannt, wie lange es dann noch Wolfsbefürworter in Deutschland gäben würde.

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