Müritz-Nationalpark: Ehemaliger Jagdleiter zu Geldbuße verurteilt

Der ehemalige Jagdleiter des Müritz-Nationalparks, Falk Jagszent, ist gestern in einem Zivilprozess vor dem Amtsgericht Neubrandenburg zu einer Geldbuße in Höhe von 1450 Euro verurteilt worden. Jagszent hatte gegen eine gegen ihn verhängte Geldbuße der Unteren Jagdbehörde in Höhe von 5000 Euro geklagt. Ihm wird vorgeworfen, auf Großjagden Ende 2012 im Müritz-Nationalpark das Überschießen des Abschussplans für Damwild in Kauf genommen zu haben. So wurden auf Drückjagden noch 74 Stücke Damwild erlegt, obwohl der Abschuss mit 160 Stück bereits erfüllt war. Es kamen über 230 Stück zur Strecke. Außerdem sollen Stöberhunde eingesetzt worden sein, deren Brauchbarkeit in Mecklenburg-Vorpommern nicht anerkannt war, in einigen Fällen soll krank geschossenes Wild nicht ordnungsgemäß nachgesucht worden sein. Der Jagdleiter, der Mitglied im ÖJV ist, wurde aufgrund der Vorwürfe seines Amtes enthoben.

Nach Informationen von Jawina soll das Überschießen des Abschussplans auf den Bewegungsjagden im Müritz-Nationalpark auch unter Jagszents Vorgängern “gängige Praxis”, eine Nachbeantragung zu viel geschossener Stücke stets problemlos möglich gewesen sein. Erst als die Presse die Geschehnisse – auf Betreiben gewisser Kreise sensationsheischend aufgegriffen hat (Stichwort: “Massaker im Nationalpark”), habe man die Nachbeantragung verweigert und stattdessen ein Bußgeld verhängt. SE

Beitragsbild: Wildbretverwertung im Müritz-Nationalpark, Copyright: privat

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