Montana: Mann überlebt zwei Grizzly-Angriffe

Todd Orr aus Bozeman im US-Bundesstaat Montana ist innerhalb weniger Minuten zweimal von einer Grizzly-Bärin angefallen worden – und hat, übel zugerichtet, überlebt, wie diverse US-Medien, z.B. CBS und CBC News (mit prächtigen Bildern – Orr hat offenbar noch Zeit und Nerven gehabt, ein paar Selfies zu schießen…) berichten. Das (sein Überleben) setzte ihn in die Lage, auf seiner Facebook-Seite von dem Vorfall zu berichten: Demnach war der 50jährige zu einer frühmorgendlichen Erkundungstour aufgebrochen, um Elche zu fährten. Orr wusste, dass er sich in Bärenterritorium befand, und gab alle dreißig Sekunden Warnrufe (“Hello, Bear!”) von sich. Das half aber nichts. Nach etwa drei Meilen auf einem Wildnispfad, kam er auf eine Wiesenfläche, wo er eine Grizzly-Bärin mit zwei Jungen einige Meter vor sich auf dem Pfad sah. Sie floh erst von ihm weg, drehte dann plötzlich um und griff unvermittelt an. Orr verpasste der Bärin eine volle Ladung Bärenspray aus etwa acht Metern Entfernung. Der Schwung, schreibt Orr, “trug sie durch den orangefarbenen Nebel und genau auf mich drauf.” Orr schmiss sich auf den Bauch, Nacken und Kopf mit verschränkten Armen schützend. Die Bären bearbeitete seine Arme, Schultern und den Rucksack mit Bissen – jeder einzelne wie “ein Vorschlaghammer mit Zähnen.”

Nach einigen, ihm ewig erscheinenden, Minuten, ließ die Bärin von ihm ab. Orr rappelte sich auf. Er hatte eine Menge punktförmiger Bisswunden davongetragen, die er überleben würde, wie er sich glücklich vergewisserte. Er schleppte sich den Weg zurück Richtung Auto. Nach fünf oder zehn Minuten hörte er ein Geräusch. Als er sich umdrehte, erblickte er die Bärin, zehn Meter hinter sich. Er wisse nicht, ob sie ihm gefolgt sei oder zufällig wieder seinen Weg gekreuzt habe. Wieder griff das Tier ohne Zögern an, wieder warf sich Orr auf den Bauch. Es folgten weitere Bisse in Schultern und Arme: “Ein Biss in meinem Unterarm ging bis auf den Knochen, ich hörte ein Knirschen.” Seine Hand wurde taub, Handgelenk und Finger schlaff und unbeweglich. Der Schmerz ließ ihn nach Atem schnappen, das Geräusch machte die Bärin noch wilder, eine ungestüme Folge von Bissen in Kopf und Schultern war die Folge. Ein Biss öffnete eine klaffende Wunde über Orrs Ohr, die “ihn beinahe skalpierte. Der Verwundete zwang sich in seiner Angst und den Schmerzen, reglos dazuliegen. Ein weiterer Biss könnte eine Arterie in Orrs Nacken treffen, fürchtete er, und er würde auf dem Pfad verbluten.

Die Bärin ging dazu über, ich mit den Pranken zu bearbeiten, dann ließ sie von ihm ab. Orr versuchte – möglichst reglos – nachzusehen, ob die Bärin noch da wäre, doch durch seine blutverkrusteten Augen konnte er nichts sehen. Er tastete nach der Pistole an seinem Gürtel. SIe war weg. Vorsichtig wischte er sich das Blut aus einem Auge. Die Bärin war weg. Die Pistole lag zwei Meter neben seinen Füßen. Die Bärin hatte das Holster bei ihren Attacken abgerissen.

Orr stolperte zurück zu seinem Wagen. Schon von unterwegs rief er im Krankenhaus an, um auf seine Ankunft vorzubereiten. Dann telefonierte er mit seiner Freundin, fragte sie, wie ihr Morgen so gelaufen wäre – um sie dann mit der Bitte, ihm doch aus gegebenem Anlass ein paar Wechselklamotten ins Krankenhaus zu bringen, zum Ausrasten zu bringen.

Die Bilanz: Ein Knochensplitter an der Elle des Unterarms, acht Stunden Näharbeiten, um diverse Stiche, Risse und Schlitze in Orrs Haut zu verschließen. Diverse großflächige Prellungen, Abschürfungen, Blutergüsse. “Nicht der schönste Tag meines Lebens, aber ich habe überlebt”, konstatiert Orr trocken. Seine Freundin hat einen ähnlichen Humor: In ein paar Wochen müssen wir den Pick-Up etwas gründlicher säubern, meint Orr, seine Freundin habe gesagt, es sieht aus, als ob er “einen Elch auf dem Fahrersitz ausgeweidet habe.” Wir wünschen gute Besserung! SE

JAWINA dankt AH für den Hinweis!

Beitragsbild: Das Leben nervt im Bären-Territorium – Headline des verlinkten CBS-Berichts. (Bildschirmfoto).

 

 

 

Ein Gedanke zu „Montana: Mann überlebt zwei Grizzly-Angriffe

  1. R. Kieselmann

    Vor diesem Hintergrund freuen wir uns auf die Bestrebungen u.a. des WWF, in den kommenden Jahren auch hier in Deutschland wieder Bären “auszuwildern”.

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