Mit Drohne und WBK auf Rebhuhnsuche

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 Forscher in Göttingen setzen neueste Technik für den Artenschutz ein

Langsam zieht das unbemannte Flugobjekt an einem grauen Nachmittag am Göttinger Stadtrand seine Bahnen. Seine Mission: Rebhühner mit einer Wärmebildkamera aufspüren, die sich in den extra angelegten Blühstreifen in der Feldflur verstecken. Ziel der Mission: den Bruterfolg der Rebhuhn-Paare aus diesem Sommer messen. Denn erst jetzt, wenn die Felder abgeerntet sind, besteht überhaupt eine Chance, die gut getarnten Rebhühner zu finden. „Rebhühner sind in Deutschland sehr selten geworden und in manchen Regionen bereits ausgestorben“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Umso wichtiger ist es für uns, mit neuester Technik herauszufinden, wie viele Küken es bis in den Winter geschafft haben.“

Der Drohneneinsatz ist Teil eines internationalen Rebhuhn-Projektes (North Sea Region-Interreg Project PARTRIDGE), durch das in fünf europäischen Regionen die Feldflur im Sinne des Rebhuhns aufgewertet wird. „In unserer Projektregion haben wir etwa 7 Prozent der Landschaft mit zweiteiligen Blühflächen gestaltet, in denen die Rebhühner zur Brutzeit Versteckmöglichkeiten und ihre Küken gleichzeitig Nahrung finden“, so Lisa Dumpe von der Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen. „Durch diese zweigeteilten Flächen sind die Chancen für eine erfolgreiche Brut deutlich höher.“ Neben der Deutschen Wildtier Stiftung unterstützt auch der Deutsche Jagdverband das Rebhuhn-Projekt.

Die Bedingungen für den Einsatz einer Wärmebildkamera, die an einer Drohne befestigt ist, sind an diesem Nachmittag im Grunde ideal. Es ist kalt bei etwa 0 Grad Celsius, und dadurch sind Wärmequellen wie Wildtiere von der Umgebung leicht zu unterscheiden. Dennoch: Ausgerechnet heute scheinen sich die Hühner verzogen zu haben. Die Rebhuhn-Forscher müssen noch weitere Drohnenrundflüge starten, um herauszufinden, inwieweit die Verbesserung ihrer Rebhuhn-Lebensräume Wirkung zeigen.

Hintergrund:

Das internationale Projekt PARTRIDGE soll demonstrieren, dass es möglich ist, die Biodiversität in der Agrarlandschaft um 30 % zu erhöhen. Der Gradmesser für den Erfolg des Projektes ist die Entwicklung der Rebhuhnpopulation. In den untersuchten Landschaften werden dafür jeweils etwa sieben Prozent der Flächen im Sinne der Wildtiere aufgewertet.

Neben dem „Game and Wildlife Conservation Trust“ als Projektträger des Dach-Projektes und den Demonstrationsregionen in England und Schottland beteiligen sich Institutionen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland an dem Projekt. PARTRIDGE wird über das EU-Interreg Nordseeprogramm gefördert. In Deutschland wird die Abteilung Naturschutzbiologie der Georg-August-Universität Göttingen von der Deutschen Wildtier Stiftung und dem Deutschen Jagdverband unterstützt. PM DeWiSt

2 Gedanken zu „Mit Drohne und WBK auf Rebhuhnsuche

  1. Ronbi

    Warum nicht mit Multikopter und WBK nach Wölfen suchen?
    Gibt bestimmt bessere Aussagen, als wochenlang auf Besenderung von Wölfen warten.
    Wahrscheindlich will man nichts erfahren.

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  2. AM

    Ronbi, genau daran habe ich auch gedacht.
    Aber dabei könnten in der Tat viel zu viele Wölfe bei herauskommen. Und das will man partout nicht.

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