Minister Backhaus: Jagd im Müritz-Nationalpark neu ausgerichtet

Nachdem es in der vergangenen Saison bei Ansitz-Drückjagden im Müritz-Nationalpark zu vielen Beschwerden gekommen war, werden die Jagden in diesem Herbst unter Kontrolle des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz besser organisiert. “Nach gründlichen Prüfungen zwischen Januar und Mai 2013 mussten wir feststellen”, so Minister Dr. Till Backhaus am Dienstag, “dass 2012 für die Erreichung einer höchst möglichen Jagdstrecke Rechts- und Dienstvorschriften nicht beachtet wurden und bei der Jagdausübung die Ethik gegenüber dem Wild offenbar auf der Strecke geblieben ist!”

Neben Vorwürfen wie Anstiftung zum Verstoß gegen die Elterntierregelung durch die Abschussfreigabe beim Schwarzwild, erhebliche Überschreitung von Abschussplänen, Nichteinhaltung von Sicherheitsvorschriften und Abschussfreigaben bis hin zur Vernachlässigung der Wildbretqualität gab auch die Dimension der drei Großjagden Anlass zur Klage. So waren allein an drei aufeinanderfolgenden Tagen in drei unmittelbar angrenzenden Gebieten insgesamt 412 Jäger beteiligt. “Auf die Jagd in Nationalparken können wir nicht verzichten”, erklärt Dr. Backhaus, “doch alle Maßnahmen müssen im Bezug auf das verfolgte Schutzziel das störungsärmste und effektivste Mittel darstellen.”

Deshalb habe die Gesellschaftsjagd Vorrang vor der Einzeljagd. “In dieser Saison wird es keine Kompromisse geben bei der Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften, des Tierschutzes und der Jagdethik”, betont der Minister. 16 Ansitzdrückjagden sind im NPA Müritz geplant, davon werden fünf Reviere übergreifend im NPA und sieben Reviere übergreifend mit außerhalb des NPA liegenden Jagdgebieten durchgeführt. Pro Ansitz-Drückjagd werden durchschnittlich 45 Schützen teilnehmen. Insgesamt wurde der Teilnehmerkreis gegenüber dem Vorjahr halbiert. 15 der 16 Drückjagden sind bereits ausgebucht.

Wichtige Punkte bei der Organisation seien der Einsatz ausschließlich leistungsgeprüfter Jagdhunde in ausreichender Anzahl, verlässliche Gastjäger und eine stärkere Einbindung der örtlichen Jägerschaft und Hegegemeinschaften. “Durch die einheitliche Organisation von der Belehrung bis zur Nachsuche ist eine bessere Kontrolle möglich. Das betrifft sowohl die Brauchbarkeitsnachweise der Hunde als auch die Verwendung bleifreier Munition”, erläutert Dr. Backhaus.

“Jegliches Fehlverhalten kann sofort dokumentiert und notfalls geahndet werden.” Er weist daraufhin, dass aufgrund einer Selbstverpflichtung des NPA Müritz nur mit bleifreier Jagdmunition geschossen werden darf. “Wer sich daran nicht hält, wird von der Jagd ausgeschlossen.” Wie im Vorjahr wird – um der jagdlichen Tradition Genüge zu tun und gleichzeitig ein vermeidbares Verschmutzen der Wildkörper auszuschließen – von jeder erlegten Wildart symbolisch ein Stück auf die Strecke gelegt und verblasen. PM MLUV MV

Bild: Wildbretverwertung bei den Drückjagden im Müritz-Nationalpark. Foto: AHe

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