Michael Stübgen: „Es geht nicht um die Ausrottung des Wolfes“

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Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium plädiert auf dem Internationalen Symposium „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ für ein gemäßigtes Bestandsmanagement

Der Parlamentarische Staatsekretär beim Bundeslandwirtschaftsministerium, Michael Stübgen, hält die rechtlichen Möglichkeiten zum gemäßigten Bestandsmanagement zur Kontrolle von Wölfen in Deutschland für nicht ausreichend. Das Bundesministerium will erreichen, dass Wölfe auch vorbeugend geschossen werden können, um Rudel zu vergrämen. Diese Position machte er anlässlich des Internationalen Symposiums „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ am 26. April in Halberstadt deutlich.

Vor dem Hintergrund, dass die Wolfsbestände jährlich um rund 30 Prozent wachsen, sich also alle drei bis vier Jahre verdoppeln, werde die Debatte um den Wolf zu emotional geführt, so Stübgen. Dabei sei es wichtig, wieder zu mehr Sachlichkeit zu kommen. „Dass der Wolf zurück nach Deutschland gefunden hat, ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig darf das nicht dazu führen, dass die Weidetierhaltung in bestimmten Regionen eingestellt werden muss oder Deichpflege durch Schafe nicht mehr möglich ist. Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlen sich durch die Wölfe verunsichert. Weidetiere werden – trotz bestmöglicher Herdenschutzmaßnahmen – in zunehmender Zahl von Wölfen gerissen, ebenso Rinder und Pferde. Wir setzen uns dafür ein, dass entstandene Schäden vollständig ausgeglichen werden. Das darf aber nicht die einzige Lösung sein. Damit Weidetierhaltung auch in Zukunft weiterhin möglich ist, müssen wir den Schutz vor allem der Schafe sicherstellen. Dafür müssen wir den Wolfsbestand und die Größe der Rudel präventiv kontrollieren können – europarechtskonform und rechtssicher für alle Beteiligten“, so der Parlamentarische Staatssekretär.

Er erklärt: „Dazu müssen wir die Instrumentarien, die uns das Europarecht zur Kontrolle des Wolfes an die Hand gibt, voll ausschöpfen können, dies tun wir bislang nicht. Deshalb trete ich ein für eine wirkungsvolle Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, die die Entnahme von Wölfen erleichtert. Es geht nicht um die Ausrottung des Wolfes, sondern um effektiven Herdenschutz und die Belange der Weidentierhalter. Mehr noch: es geht auch um den Schutz der Bürger. Doch bisher ist es so, dass man einem einzelnen Wolf seine Tat per DNA-Abgleich nachweisen muss, um das auffällige Tier dann entnehmen zu können. Das geht an der Praxis vorbei und schafft enorme Rechtsunsicherheit vor allem für die Jäger. Was wir fordern ist deshalb, einzelne Wölfe präventiv zu entnehmen, bevor etwas geschieht. Wenn wir ganze Rudel vergrämen wollen, müssen wir so vorgehen können. Das gefährdet nicht den guten Erhaltungszustand des Wolfes.“

Gleichzeitig müssen, so Stübgen, die präventiven Herdenschutzmaßnahmen unterstützt werden. „Künftig sollen die Kosten für Maßnahmen zum präventiven Herdenschutz in der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz, der GAK, gefördert werden können. Wir haben mit den Ländern vereinbart, die Grundlagen dafür zu schaffen, dass die Förderung noch dieses Jahr, also 2019, anlaufen kann. Daneben prüfen wir, wie die vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages vorgesehene Förderung von Wanderschäfern umgesetzt werden kann. Im Haushaltsplan sind hierfür etwa eine Million Euro eingestellt. Damit sollen Wanderschäfer für Maßnahmen zum Schutz vor dem Wolf eine Prämie erhalten. Denn wir lassen sie nicht allein.“ PM

Beitragsbild: Vorbeugender Wolfsabschuss. Foto: privat

10 Gedanken zu „Michael Stübgen: „Es geht nicht um die Ausrottung des Wolfes“

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Der Worte sind genug gewechselt,
    Laßt mich auch endlich Taten sehn!
    Indes ihr Komplimente drechselt,
    Kann etwas Nützliches geschehn. (J.W.v.Goethe)

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  2. Zündelnerlaubt

    „Dazu müssen wir die Instrumentarien, die uns das Europarecht zur Kontrolle des Wolfes an die Hand gibt, voll ausschöpfen können, dies tun wir bislang nicht………”

    Wenn man jetzt wüßte was diese Instrumentarien sind, könnte man meinen, dass das ein guter Gedanke ist. Aber ist dieses Symposium beschlußfähig, oder nur ein Gelehrtenkonferenz ohne tatsächlichen Einfluß auf die Regierigen in Europa?

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  3. Ralf

    Dann sollte sich der Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstmal gegenüber dem Staátssekretär des NABU- äh ich meinte Bundesumweltministeriums durchsetzen. Da scheint es andere Auffassungen zu geben.

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  4. Niemand Sonst

    Naja.
    Europawahlen stehen an. 🙂
    Da muss man doch seitens der Politik etwas in den Ring werfen, womit sich die betroffenen Weidetierhalter, Revierinhaber und sonstige “Wolfshasser” bis nach den Wahlen beschäftigen können.
    Und nach den Wahlen bleibt alles beim Alten.
    Wetten??????

    PS: Wenn es den Herrschaften jetzt schon möglich war, mit den “Instrumentarien” die ihnen lt. Eu-Recht die Kontrolle über die Wolfspopulation ermöglicht, wieso haben sie es unterlassen?????
    Es wird sich nix ändern.
    Die zwei Probemwölfe sind immer noch da.
    Die werden vermutlich wohlgenährt eines natürlichen Todes sterben. 🙂

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    1. Zündelnerlaubt

      Sowas wollte ich eigentlich auch in den Raum werfen, aber da es sich ja nur (sorry) wissenschaftliches Symposium ohne jegliche Weisungsbefugnis o.ä. handelt steht von vorneherein fest, dass alles so bleibt, ODER (nach der EU-Wahl) schlimmer wird (weil sich jemand getraut hat darüber zu diskutieren)

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  5. Jäger75

    NABU PETA und Co.KG das ist wohl eine Geschichte die nie endet. Wolfsfreunde und selbsternannte Tierschützer die anderen Tieren einen qualvollen Tod gönnen (denke ich zumindest mal das abwürgen und wenn es mehrere Wölfe sind ansnäcken bei lebendigem Leibe nicht ganz kurz und schmerzlos sind) die in Städten wohnen und gerne unqualifiziert Dünnschiss von sich geben haben leider auch eine Meinung auch wenn diese einfach nur Blödsinnig ist. Vor Jahren wurde uns vorgegaukelt, das fast niemand jemals den scheuen Wolf zu sehen bekommt. Nun ist es so das Wolfssichtungen kaum noch erfasst werden können so viele gibt es davon. Herdentiere werden gerissen, abgefressen und Wölfe werden in der Nähe von menschlichen Behausungen gesehen. Plötzlich redet man von Problemwölfen die entnommen werden sollen. Dabei haben alle Wölfe ein Problem, sie sind von der Natur vorgegeben ein lernfähiges Großraubtier . Das plötzliche aufwachen unserer regierenden Nachtjacken ist wohl eher Stimmenfang bei den untergebenen Bekloppten also bei uns. Auch das auszahlen von Schäden bei Weidetieren ersetzt lange keine Zucht und Idealwerte hier wird ein Theater veranstaltet was unfassbar ist. Das sich das im Laufe der nächsten Jahre noch ganz stark ändern wird ist klar es wird bald schon gehandelt werden müssen. Das wird aber erst geschehen wenn es zu spät ist wie immer.

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  6. Bernau

    Pilze suchen, Picknick, Hunde Spaziergang entspannt durch den Wald, das war einmal, schönes Dorfleben ade. Wolfswahnsinn greift um sich, der Herdenschutzhund muss den Politikerschaden wieder ausbügeln. Wo landet dieser Schutzhund, wenn er nicht mehr in der Lage ist, den Kampf gegen einen Wolf aufzunehmen, Vermehrer werden auf den Plan gerufen. Wie gefählich ist der Schutzhund für den Spaziergänger. Bedrohung durch Hund oder Wolf-ein Irrsinn. Laut EU steht dem Wisent und Braunbär der gleiche Schutzstatus zu wie dem Wolf, toll es wird immer schöner in Deutschland.
    Wo ist der Wolf bedroht, er vermehrt sich rasant es gibt weltweit genügend Exemplare. Steuergeldverschwendung .
    Wolf, Bär und Wisent, nein danke!!!!!!!!!!!

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