Merkel macht Wölfe zur “Chefsache”

+++ Schleswig-Holstein: “Probleme werden größer” – Pferdezuchtverband fordert Politik zum Handeln beim Thema Wolf auf +++ Schleswig-Holstein: Wolfsbegegnung am Stadtrand von Itzehoe +++ Baden-Württemberg: Wolfsnachweis im Bühler Stadtwald +++ Österreich: Verzögerung bei der Genehmigung von Schalldämpfern für Jäger in Oberösterreich +++

Der Bundesregierung schwant offenbar, dass die Unfähigkeit oder Unwilligkeit der Politik, zu einem tragfähigen Wolfsmanagement in den von der Ausbreitung des Wolfs besonders betroffenen ostdeutschen Bundesländern zu kommen, zu unerfreulichen Ergebnissen bei den in Brandenburg, Sachsen und Thüringen bevorstehenden Landtagswahlen beitragen könnte. Deshalb hat Medienberichten zufolge das Bundeskanzleramt nun “die bisher ergebnislosen Ressortgespräche über den Abschuss von Wölfen an sich gezogen”, wie die FAZ schreibt. Hintergrund ist, dass sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze nicht einmal auf eine praktikable Entnahmeregelung für sogenannte “Problemwölfe”, die massive Schäden bei Weidetieren anrichten, einigen können (JAWINA berichtete). Betroffene Landwirte halten die  vorgeschlagenen Regelungen ohnehin für wirkungslos. Eine Regierungssprecherin erklärte gegenüber der FAZ, dass sie sich zu internen Abläufen nicht äußern wolle. Beim Thema Wölfe handele es sich um einen “normalen Abstimmungsprozess”.

Die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Abschussgenehmigung für den Wolf GW7171m lassen die Skepsis der Weidetierhalter gegenüber Einzelabschüssen von Problemwölfen indes berechtigt erscheinen. Die Option, angesichts der dynamisch wachsenden Wolfspopulation “weitergehende Entnahmemöglichkeit mit präventivem Charakter” zu schaffen, wie eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministerium auf Spiegel online formuliert, wird vom Umweltministerium weiterhin blockiert.

Auf das Ergebnis des normalen Abstimmungsprozesses darf man gespannt sein. SE

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

3 Gedanken zu „Merkel macht Wölfe zur “Chefsache”

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Wäre das Thema nicht so brennend ernst, man könnte meinen, es mit einer Provinzposse zu tun zu haben. Wolf ist Wahl entscheidend? Es ist wohl mehr die Unfähigkeit der Regierenden auf die geschädigte Bevölkerung zu hören. Parteiengeschacher, Egoisten im Regierungslager, Wolfslobbyisten, das hin und her schieben von Zuständigkeiten und Selbstherrlichkeiten der Volksvertreter lassen die Dekadenz erahnen, der unsere Regierung und Landespolitiker anheimgefallen sind.

    Antworten
  2. Zündelnerlaubt

    Chefsache? Dann dauert das ja noch länger…
    P.S. Lieber Carpe Diem, das ist definitiv ein Provinzposse, vielmehr eine Dilletantenposse, denn mit Profis haben wir es hier bestimmt nicht mehr zu tun, so traurig das ist

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.