Meldung über von Wölfen im Schlaubetal getötete Hunde höchstwahrscheinlich Fake

Bei der seit gestern auf Whatsapp kursierenden Meldung, derzufolge mehrere Hunde bei einer Jagd im Schlaubetal von Wölfen getötet worden sein sollen, handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen höchstwahrscheinlich um ein Fake.

Denn:

1) Das geschilderte Szenario ist für sich genommen schon äußerst unwahrscheinlich. Auf JAWINA sind diverse Fälle von Wolfsangriffen auf Jagdhunde (z.B. auch in Schweden, wo Wolfsangriffe bekanntlich noch vor dem Straßenverkehr unnatürliche Todesursache Nr. 1 bei Jagdhunden sind) dokumentiert worden. In allen diesen Fällen ist jeweils nur ein Hund getötet worden. Dass hier eine ganze Meute massakriert worden sein soll, erscheint kaum glaubwürdig, z.B., weil die Hunde – anders als eingepferchte Schafe – fliehen könnten.

2) Zu bedenken ist auch, dass das Szenario mit einer Geräuschkulisse verbunden wäre, die auf einer Drückjagd mit den üblichen Abständen zwischen den Ständen keinesfalls unbemerkt bleiben würde. Folglich würden Hundeführer versuchen, ihren Hunden zu Hilfe zu kommen und die Wölfe zu verscheuchen. Und es wäre bei dieser Zahl von toten Hunden mit ziemlicher Sicherheit auch der eine oder andere Wolf auf der Strecke geblieben…

3) Vier von Wölfen totgebissene, zwei aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen erschossene Hunde, ein DD mit abgebissenen Hinterläufen – und keiner der betroffenen Hundeführer, kein Jäger und kein Treiber hat ein Handy vorbei, um ein paar Fotos zu machen? Und keiner würde diese Fotos, so es sie denn gäbe, auf FB, Whatsapp oder sonstwo mit den dazugehörigen Kommentaren posten? Vermutlich um die schrecklichen Bilder nicht für Stimmungsmache gegen den Wolf zu missbrauchen, nicht wahr?

4) Die für das Gebiet zuständigen Wolfsbeauftragten – einer davon selber Jäger und Hundeführer, wissen von nichts. Sie sind offenbar auch die einzigen, die noch nicht einmal von der Whatsapp-Nachricht gehört hatten, die der Redaktion im Lauf des Tages x-fach und aus sämtlichen Bundesländern zugeschickt worden ist. Je weiter die Leute weg sind, desto besser scheinen sie über den Vorfall Bescheid zu wissen. Oder, wie jemand anzumerken beliebte: Die einzigen, die von dem Wolfangriff im Schlaubetal nichts wissen, sind die Leute im Schlaubetal.

5) Die für den Landeswald zuständige Oberförsterei – der ein großer Teil der Hundeführer in dem Gebiet über die diversen Förster, Förstereien, Jagden, Nachsuchen-, Stöberhundführer und Begehungsscheininhaber bekannt sein dürfte – weiß von nichts.

6) Der ebenfalls jagdlich bestens vernetzte Jagdleiter der Stiftung Neuzelle, auf deren Flächen im Schlaubetal in der fraglichen Zeit Jagden stattfanden, berichtet, es seien zwar auf allen Jagden Wölfe im Treiben gewesen, es habe aber keine Vorkommnisse gegeben.

7) Zu guter Letzt: Die Meldung weist typische Merkmale einer Fake-Meldug auf: Ungenaue Zeitangabe (heute), ungenaue Ortsangabe (Schlaubetal), so dass die Verifizierung bzw. Falsifizierung erschwert wird. Jeder glaubt, einen zu kennen, der einen kennt, der dabei gewesen ist und von dem er die Nachricht hat, also gewissermaßen fast aus erster Hand: Einen Jagdfreund von einem Kollegen von diesem ominösen Björn. Oder einen Begehungsscheininhaber bei dem Förster, in dessen Revier sich die Sache zugetragen hat. Wenn man dann nachhakt und darum bittet, Namen und Telefonnummer des Försters, Begehungsscheininhaber oder Jagdkumpels zu ermitteln, kommt erwartungsgemäß nichts dabei raus.

So weit – so typisch. Wir haken am Montag nochmal nach, wenn die offiziellen Stellen erreichbar sind, die von solchen Vorfällen Kenntnis erhalten müssen. Bis dahin erscheint es uns angemessen, den Ball flach zu halten. SE

Beitragsbild: Die 853. Anfrage zum Thema auf dem Smartphone d. Verf. (Screenshot)

24 Gedanken zu „Meldung über von Wölfen im Schlaubetal getötete Hunde höchstwahrscheinlich Fake

    1. admin Beitragsautor

      Was müsste man wohl einem Hundeführer, der vor seinem soeben von einem Wolf zerfleischten Hund steht, androhen, welche Belohnung müsste man ihm in Aussicht stellen, damit er dicht hält? Mir – und ich glaube, in dieser Situation ist es legitim, von sich auf andere zu schließen – wäre da so ziemlich alles egal.

      Ehrlich: Ich glaube, so weit sind wir noch nicht.

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    2. Simone Preikschat

      Das ist kein Fake! Mein Mann ist Jäger. Es ist wirklich passiert. Wölfe greifen Hunde an, auch aus Schweden wurden solche Vorfälle gemeldet. Sie sind schlau und wissen, dass ihnen von den Jägern keine Gefahr droht,im Gegenteil, Sie nutzen Jagden, um leicht an Wild zu gelangen. Sie weiden es aus, bevor der Jäger es gefunden hat. Auch in der Schorfheide sind während Jagden mehrere Wölfe gesichtet worden. Die Population ist einfach zu groß für so eine geringe Fläche.

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      1. Frank

        Und worin besteht bitte, ausgehend von den Erfahrungen Ihres Mannes, ein Zusammenhang, der schlagend beweist, dass die Meldung KEIN Fake ist?
        Sie vermischen hier vollkommen unzulässig verschiedene Aspekte!

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  1. Michaela. von Godin

    Ich bin ein großer Wolfsliebhaber, immer schon gewesen! Aber was hier stattfindet, schadet dem Wolf mehr als das im nützt. Wir haben eindeutig zu viel Wölfe, die in unserer
    ” Streichel Welt” sehr schnell lernen, das Ihnen nichts passiert in der Nähe von Menschen. Auch sind ein großer Teil der Wölfe Hybriden, daher wesentlich gefährlicher als reine Wölfe.
    Ich bin von Kindheitsbeinen in der Natur zuhause. Hatte gerade vor dem NABU beizutreten, aber wenn ich sehe wie sie vertuschen und gegen ihr angebliches Ziel arbeiten, bin ich wirklich entsetzt.
    Wie immer wird in Deutschland ewig über dieses Thema gestritten wie im Kindergarten. Wenn dann etwas passiert, ist es ein Fake, damit niemand beunruhigt wird.

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    1. Frank

      Wenn dann etwas passiert…
      T’schuldigung, aber was sie da andeuten, ist nicht mehr als eine krude Verschwörungstheorie.
      Wo sind belastbare Beweise, dass tatsächlich passiert ist, was in dem SM-Thread behauptet wird?

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  2. Heike Kotas

    Ogott da kommt einen echt das K….. DIE

    Verdammten Jäger die haben diese Fak News selbst in die Welt gesetzt…Den diese Verbrecher Bande wartet doch nur darauf die Wölfe abzu Knallen!!!!

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    1. Siegfried Wolfgang Weymer

      Solch einen Schwachsinn zu schreiben ich bin selbst Jäger und möchte keinen Wolf abknallen. Vielleicht hat man die Geschichte deshalb erfunden um uns zu Schaden es funktioniert ja wie ich an Deiner Unterstellung sehe.Gruss Siegfried.

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    2. Stefan

      Live Heike, was sind sie nur für ein [bitte Netiquette beachten, admin.], sie würden wohl auch am liebsten alle ,,Verdammten Jäger“ töten wollen, nur weil sie Jäger sind? Dann wären sie ja auch nicht besser. Wer sagt denn, daß diese Nachricht von einem Jäger stammt?

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    3. Kurt Kilian

      Ob es sich um ein Fake handel kann ich nicht
      feststellen, es bedarf der Ūberprūfung.
      Die Art und Weise wie Sie gegen diese Nachricht reagieren und die Jäger als
      Verbrecher öffentlich bezeichnen, lässt
      vermuten, das Leute wie Sie, wenn es denn
      ein Fake sein sollte, hinter dieser Meldung
      stehen könnten

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  3. Annegret Sproesser

    Wer diese Nachricht ins Netz gestellt hat ist bislang unbekannt. Irgendwelche Verdächtigungen als Tatsachenbehauptung in die Welt zu setzen ist unlauter und nicht sachdienlich Frau Kotas. Mir stieß bei dieser Nachricht als Erstes auf, dass einem Hund beide Hinterläufe abgefressen worden sein sollen. Das ist nicht Wolfsart. Auch ist mir in den letzten 30 Jahren kein Jäger untergekommen, der seinen Hund erschießt. Ich halte das für eine mäßig gut gemachte Zeitungsente. Nächste Woche wissen wir mehr.

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  4. Jürgen

    Ich kann diese “fäk” = fake nicht mehr hören. Wenn es sich dann um eine Falschmeldung handelt, dann kann man sie auch so benennen. Die o.g. Meldung ist aber noch mehr, denn sie ist , falls falsch, ein Lügenkonstrukt hinter dem sich die Weltanschauung der Jagdgegner verbergen kann. Diese Meldung dient dann nicht dazu, dem Wolf zu schaden, sondern der Jagd im allgemeinen. Denn im Kontext lügen die Jäger um dem Wolf nachstellen zu können. Entspräche diese Meldung der Wahrheit, wäre dies ein Auftakt zu grundlegend neuen Konsequenzen.

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  5. Siegfried Wolfgang Weymer

    Solch einen Schwachsinn zu schreiben ich bin selbst Jäger und möchte keinen Wolf abknallen. Vielleicht hat man die Geschichte deshalb erfunden um uns zu Schaden es funktioniert ja wie ich an Deiner Unterstellung sehe.Gruss Siegfried.

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  6. Benn

    Das an solchen Sachen immer etwas dran ist versteht sich von selbst. Aber wir wissen auch, dass einige Sachen unter Anweisung bzw. Versprechungen Tod geschwiegen werden sollen. Fakt ist, das wir nach Strich und Faden von den Behörden und Politiker belogen werden.

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    1. Tester

      An solchen Nachrichten ist immer was dran? Werde wach! Hier gibt es zwei Möglichkeiten: A) Es soll weiter Stimmung gegen den Wolf gemacht werden. Siehe dazu das Positionspapier der CDU/CSU, die den Wolf auf wirtschaftlich genutzten Flächen bejagen wollen. Wo ist in Deutschland eine Fläche nicht wirtschaftlich genutzt? Ergo… Und b) eignet sich dieser Unfug auch hervorragend, um die Jagden und Jäger zu verunglimpfen. Tenor: Jäger können auf einer Jagd nicht mal ihre Hunde schützen… Sucht diesen Schmierfinken und zeigt ihn wegen Hetze und Hasskommentaren an!

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  7. Frank

    Glaube auch, dass gegen solche den öffentlichen Diskurs vergiftenden Behauptungen mit knallharten rechtsstaatlichen Mitteln beizukommen wäre. IP-Aufzeichnungs- und Speicherpflichten machten das auch problemlos möglich. Aber wer soll sich mit einem verhältnismäßigen Aufwand da bitte dahinterknien?

    Da kann man eigentlich eher auf den kritischen Verstand des aufgeklärten “mündigen Bürgers” setzen. Aber wie erschreckend es genau um diesen bestellt ist, zeigen ja die ganzen Postings der Verschwörungstheoretiker hier, denen offenkundig nicht einmal die zu einer Selbstreflektion nötigen intellektuellen Voraussetzungen gegeben sind.
    Armes Deutschland!

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