Mecklenburg-Vorpommern: Wölfe reißen 20 Schafe

Update: Backhaus äußert sich erneut zu Rissvorfällen

Bei Malliß im Landkreis Ludwigslust-Parchim haben Wölfe zwanzig Kamerunschafe gerissen. Das berichtet das Ludwigsluster Tageblatt. Demnach lagen einige Tiere tot auf der Weide, andere liefen teilweise schwer verletzt noch herum, einige ertranken auch in dem Flüsschen, das an die Weide grenzt. Die Tierhalter erwarteten nun eine Reaktion aus der Politik, heißt es in der Lokalzeitung: Landwirtschaftsminister Till Backhaus habe in einer Pressemitteilung erklärt, “dass die Rückkehr des Wolfes ein großer Erfolg für den Artenschutz sei, der Umgang mit ihm aber eine große Herausforderung darstelle. Außerdem erwarte er von Tierhaltern, den Schutz der Tiere auszubauen und dabei staatliche Zuwendungen der Förderrichtlinie Wolf in Anspruch zu nehmen. Dazu gehören u.a. Zäune und Hütehunde.” Eine Auskunft, die den geschädigten Tierhaltern bestimmt sehr weiterhilft.

Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, hat sich erneut zu den jüngsten Rissvorfällen geäußert: “Es ist nie schön, von solchen Ereignissen zu erfahren, leider muss ich im Zusammenhang mit Rissvorfällen aber auch zur Kenntnis nehmen, dass teilweise nicht für einen ausreichenden Herdenschutz gesorgt wird”, so der Minister in einer aktuellen Pressemitteilung: “So war auch die Weide in Malliß aufgrund fehlender Umzäunung im bekannten Wolfsgebiet komplett ungeschützt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch leichtfertig. Dem Nutztierhalter wurde im Übrigen aktuell durch das Land übergangsweise eine Notfallausrüstung für die Erstsicherung der Herde zur Verfügung gestellt. Ich appelliere in diesem Zusammenhang nochmals an Schaf-, Ziegen- und Damwildhalter, ihre jeweiligen Herdenschutzmaßnahmen mindestens im Sinne des Grundschutzes zu überprüfen. Weiterhin bietet das Land weitreichende finanzielle Unterstützung für über die Anforderungen des Grundschutzes hinausgehende Vorkehrungen an.“

„Egal, wie man zum Wolf stehen mag, Tierhalter müssen realisieren, dass wir heute eine andere Umwelt vorfinden als noch vor 20 Jahren. Der Wolf ist zurückgekehrt. Nun liegt es an uns, gemeinsam mit dem Naturschutz sowie Landwirten und Nutztierhaltern Konzepte zu erarbeiten, die dazu beitragen, dass der Wolf als Bestandteil der heimischen Fauna akzeptiert wird. Das bedeutet aber auch, dass wir dafür Sorge tragen müssen, dass der Wolf keine Bedrohung für den Menschen darstellt und Nutztiere in der Kulturlandschaft hinreichend vor Übergriffen durch Wölfe geschützt werden.“

„Ich werde auch in Zukunft sowohl hier im Land wie auch auf Bundesebene eine offene, gesamtgesellschaftliche Debatte unterstützen und mitgestalten, die auch die Frage nach einem günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation in Deutschland und Europa aufwirft. Ich freue mich, dass sich Bund und Länder auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern auf der Umweltministerkonferenz in Berlin darauf geeinigt haben, weitere populationsbezogene Betrachtungen zum Erhaltungszustand der Art Wolf  auf Basis verlässlicher und aktueller Daten vorzunehmen.“

„Wir haben die Notwendigkeit erkannt und werden uns länderübergreifend noch intensiver zum Umgang mit dem Wolf austauschen und im Wolfsmanagement deutschlandweit einheitlich agieren.“

„Der kürzlich bekannt gewordene Abschuss eines Jährlingswolfes aus dem Lübtheener Rudel ist jedoch keine Lösung und wird von mir aufs schärfste verurteilt. Der Wolf ist europaweit eine streng geschützte Art. Hier hat jemand eine Straftat begangen, indem er scheinbar mutwillig geltendes Recht gebrochen hat. Wir werden diesen Verstoß mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aufklären.“ PM/SE

Beitragsbild: Die Kamerunschafe “Salami” (re.) und “Schlackwurst”. Foto: SE

Ein Gedanke zu „Mecklenburg-Vorpommern: Wölfe reißen 20 Schafe

  1. Paul

    JAGDHUNDE sind gefährlich und verursachen “Masssaker ” ( vorheriger Beitrag) : Wölfe, die 20 Schafe reißen …. sind ein ERFOLG der ERHALTUNG der ARTENVIELFALT . – da merke ich, wie u n w i s s e n d ich bin >> denn ich sah das ganz anders …bis Herr Backhaus mir hier zu dieser “ERKENNTNIS” verhalf ….

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