Mecklenburg-Vorpommern: Vorderpfoten auf dem Pflug – Wölfe belagern Traktor

“Ein bisschen Schiss hatte ich schon”, bekennt der 26 Jahre alte Landwirt gegenüber dem Nordkurier – und der eine oder andere Leser wird dafür Verständnis aufbringen: Martin H. hatte Nachtschicht, wollte gegen 23 Uhr auf einem Feld bei Altentreptow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gerade aussteigen, um die Landtechnik zu überprüfen. Da entdeckte er den ersten Wolf, nur acht Meter von ihm entfernt. Schaut ihn an, macht keine Anstalten wegzulaufen. H. schaut sich um, entdeckt einen zweiten Wolf: Dieser habe bereits die Vorderpfoten auf den Pflug gelegt.

H. ruft seinen Chef an, hier sind zwei Wölfe, berichtet er. Das seien keine zahmen Hunde, er steige nicht mehr aus. Die “Belagerung” hielt zwei Stunden an, schreibt der Nordkurier. Der Landwirt ist sich sicher, dass es sich um Wölfe handelt. Er habe Schäferhunde gehabt, berichtet er dem Nordkurier, da gebe es kein Vertun. Ein Wolfsbetreuer bestätigte gegenüber dem Nordkurier nach Betrachtung der Fotos und Videos von dem Vorfall, dass es sich um Wölfe handle. JAWINA-Leser WJ hat mit dem Geschäftsführer des Agrarunternehmens gesprochen: “Er hat die Angaben bestätigt. Die beiden Wölfe haben offensichtlich jede Scheu vor dem Menschen verloren. Davon geht eine latente Gefahr aus.” SE

Video: privat / YouTube

Die Red. dankt JAWINA-Leser WJ für den Hinweis!

3 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Vorderpfoten auf dem Pflug – Wölfe belagern Traktor

  1. Ralf K.

    Die Scheu vor Menschen ist den Wölfen nicht in den Genen verankert, sondern ein Lernprozess, den sie durchlaufen müssen.
    Es wird wieder Stimmen geben, die danach fragen, ob der Treckerfahrer in die Hände geklatscht hat oder gehupt. Vielleicht hätte er auch Steine auf seinem Trecker vorrätig haben sollen, um mit denen nach den Wölfen zu werfen. Aber wäre das das Bewerfen von Wölfen mit Steinen nicht eine Verfolgung oder gar Schädigung einer streng geschützen Tierart?
    Man muss hier mal unterstellen, dass die Wölfe nicht angefüttert wurden und dass es sich um keine Zufallsbegegnung gehandelt hat. Unklar ist, ob es sich um Hybriden handelt.
    So langsam sollte die Politik über die Schutzstufe der Wölfe nachdenken.

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    1. Ronbi

      Die Wölfe sind schon lange soweit. Folgt man den Berichten, gibt es überall Vorfälle von, dem Menschen gegenüber, wenig scheuen Wölfen. Warum sollten sie auch scheu sein. Menschen sind doch vollkommen harmlos.

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  2. RK

    Wir laufen – wie in anderen Bereichen der Gesellschaft – freudestrahlend, angefüllt mit bunter Willkommenskultur, plüschtierwerfend und naturentfremdet voll vor die Wand. Es profitieren diverse Kräfte (einzelne politische Parteien und v.a. finanzstarke “NGOs” davon. Die massiven Nachteile (Gefährdung von Weichtieren, Hunden und schlussendlich auch Menschen, Zerschneiden von Lebensräumen durch hohe Schutzzäune) werden beschönigt und in Kauf genommen. Gute Nacht Deutschland/Europa.

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