Mecklenburg-Vorpommern: Öko-Jagdgesetz soll umgesetzt werden

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (ML) hat einen Entwurf einer “Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Bestimmung weiterer jagdbarer Tierarten und zur Änderung der Jagdzeitenverordnung” an die Verbände zur Stellungnahme versendet. In dem (der Red. vorliegenden) Entwurf ist vorgesehen, die Jagdzeiten für verbeißendes Schalenwild zu ändern. Außerdem wird der Nandu in die Liste jagdbarer Arten aufgenommen. Beim Erlegen von Schwarzwild sollen “Nachtsichtgeräte mit Montagevorrichtung für Schusswaffen und Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielhilfsmittel” ebenso erlaubt werden wie “künstliche Lichtquellen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles”. Konkret sind folgende Änderungen der Jagdzeiten vorgesehen:

Jagdzeiten für Schalenwild gem. Entwurf der JagdzeitenVO MV. (Screenshot)

Für Nandus sind folgende Jagdzeiten geplant:

Folgende Mindestkaliber und Mindestenergie sollen für den Nandu-Abschuss vorgeschrieben werden:

Aus dem Entwurf der JagdzeitenVO MV (Screenshot)

red.

Die Red. dankt für den Hinweis!

Beitragsbild: Entwurf der “Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Bestimmung weiterer jagdbarer Tierarten und zur Änderung der Jagdzeitenverordnung” (Screenshot, Ausschnitt)

13 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Öko-Jagdgesetz soll umgesetzt werden

  1. Ronbi

    Schalldämpfer zum Wohle von Hund und Jäger.
    Wärmebildnachtzielgeräte, zum sicheren Schuss und damit zum Tierschutz und der allgemeinen Sicherheit.
    Und lasst das Schalenwild zu Frieden.
    Bringt dafür ein bundeseinheitliches Wolfsmanagement.

    Antworten
  2. Anko

    Hochwildkaliber für Nandu. Schließlich sind Nandus auch ziemlich hoch und wild sind sie irgendwie auch, scheint sich da jemand gedacht zu haben.

    Antworten
  3. HG

    Mit diesem Entwurf ist keinem geholfen!!!
    Zum Thema Schalenwild ist schon genug geschrieben und es kotzt einen an, das sich die Akteure wie Tilli dazu nicht mal ordentlich äußern!!!
    Ich hoffe das er zur Landesdeligiertenkonferenz erscheint, ich denke da wird er den Unmut aller spüren!
    Die Problematik mit Zieltechniken ist meiner Meinung schwachsinnig. Glaubt man wirklich, dass das zu deutlich höheren Strecken führt????
    Das Schwarzwild wird noch heimlicher und mal ehrlich bei den derzeitigen Wildbretpreisen will man doch garnicht mehr erlegen!
    Und dazu kommt, wenn erstmal die ASP in Deutschland ist, werden die Preise noch weiter sinken! Ich unterstelle mal unseren Jägern, das sie jetzt schon versuchen so viel wie geht zu strecken! Das wird nicht mehr Strecke zur Folge haben, außer das man jetzt noch besser auf Wiederkäuer im Dunkeln jagen kann….und das ist der völlig falsche Weg!!!

    Antworten
    1. Hans

      Also die Strecke mit Nachtsichtgeräten steigt deutlich , jedenfalls bei uns sehr stark.
      Und das die Sauen heimlich werden konnten wir über die Jahre auch nicht feststellen. Meiner Meinung nach ist das immer nur ein Vorwand damit diese Geräte schlecht geredet werden.

      Antworten
    2. Walli

      Politiker brauchen Wähler. Verbände brauchen Mitglieder und den Arsch in der Hose vernünftig und konstruktiv Stellung zu beziehen.
      Wald und Wild gehören zusammen. Wir brauchen keine aufgebauschte Verlängerungen von Jagdzeiten, keine ständigen Bevormundungen wie wir mit unserem Wild umzugehen haben. Aus meiner Sicht brauchen wir ein lang überfälliges einheitliches Jagdsystem in Deutschland und nicht viele verschiedene Suppenküchen.

      Antworten
      1. Michael

        Es zwingt Sie doch keiner, in bestimmten Zeiten zu schießen! Wenn Ihnen die Zeiten nicht gefallen, lassen Sie den Finger gerade.
        Und einheitliches Jagdsystem? Deutschland ist kein homogener Brei, auch wenn das einige so gern hätten.

        Antworten
  4. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Die unsinnige Veränderung der Jagdzeiten (Jagdbeginn ab 16. April) greift von Bundesland zu Bundesland um sich. Wird das wiederkäuende Schalenwild im April von den offenen Flächen mit frischer Vegetation durch Bejagung wieder in den Wald verbannt, steigen die Wildschäden. Bisher war in MV vom 11. Januar bis 31. Juli Treib- oder Drückjagd verboten. Dieses Verbot soll nun aufgehoben werden. Tierschutz und Weidgerechtigkeit werden mit Füßen getreten. Ob der Landesjagdverband, der diesem üblen Machwerk ja zunächst zugestimmt hatte, dann aber seinen Zustimmung widerrufen hat, das Rückgrat besitzt, gegen diese VO, sollte sie denn so kommen, Verbandsklage zu erheben?

    Antworten
    1. Waldjäger

      Dieses Gesetz wurde von Jägern erarbeitet, die zum Wohle des Wildes und des Waldes an einer effizienten Jagd interessiert sind. Es geht hierbei nicht um längere Jagdzeiten und mehr Jagddruck, sondern um Synchronisation der Jagdzeit! Steht übrigens auch im Entwurf für die Redaktion..Mitte April kann man im Wald noch besser ansprechen weil die Vegetation noch nicht zu weit ist. Dann müssen Böcke und AK I geschossen werden. Um den Rehwildabschuss zu erhöhen, wegen zu hoher Populationen (bewiesen) , müssen Böcke im Winter frei sein damit zu den effektiven Drückjagden niemand Angst haben muss ein Schonzeitvergehen zu begehen. Wer in seinem Revier keine Böcke ohne Trophäe schießen will kann das ja weiterhin tun aber für den Wald muss es endlich möglich werden. Den Widerstand der Landesjägerschaft verstehe ich sogar, sie besteht ja auch fast ausschließlich aus Freizeitjägern, die bei ihrem Hobby keine Abstriche machen wollen. Aber nur weil sie in der Überzahl sind darf doch nicht das private Interesse an der erfolgreichen Jagd, das öffentliche Interesse an einem gesunden Wald mit verträglichen Wildbeständen gefährden! Wmh

      Antworten
  5. Hans

    Also die Strecke mit Nachtsichtgeräten steigt deutlich , jedenfalls bei uns sehr stark.
    Und das die Sauen heimlich werden konnten wir über die Jahre auch nicht feststellen. Meiner Meinung nach ist das immer nur ein Vorwand damit diese Geräte schlecht geredet werden.

    Antworten
  6. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Sehr geehrter Waldjäger,
    die Jäger, die sich um das Wohl des Wildes und Waldes vernünftige Gedanken machen, müssen Ihren ersten Satz wie Hohn empfinden. Ihren Aussagen ist zu entnehmen, dass Sie sich vom Ansprechen des Rehwildes vor dem Schuss auf der Drückjagd verabschiedet haben. Die Zahlen aus Brandenburg belegen eindeutig (siehe Jagdbericht des Landes), dass durch die Freigabe der Rehböcke bis Ende der Jagdzeit und durch die komplette Abschaffung des Abschussplans für Rehwild die Strecke allenfalls marginal gestiegen ist, das Geschlechterverhältnis im Abschuss sich aber zu Gunsten des männlichen Wildes verschoben hat. Es wird also absolut und relativ weniger weibliches Rehwild erlegt. Wie man so einen Bestand reduzieren will, erschließt sich mir nicht. Selbstverständlich sind Rehe im April besonders aktiv und gut sichtbar, wenn sie versuchen, mit dem ersten Grün ihre winterbedingt leeren Energiespeicher aufzufüllen. Schießt man sie dann von den Äsungsflächen zu Holze, müssen sie ihren Hunger im Wald stillen. Folge: höhere Wildschäden. Dieser Zusammenhang scheint in manche Köpfe aber nicht hineinzugehen. Übrigens ist mir ein weidgerechter Freizeitjäger lieber als ein schießwütiger Ökoförster!
    Mit freundlichem Gruß und Weidmannsheil
    Hans-Dieter Pfannenstiel

    Antworten
    1. Waldjäger

      Sehr geehrter Herr Pfannenstiel,

      sicherlich klingt es für manch einem paradox zum Wohle für Wild und Wald mehr zu schießen/effizienter zu Jagen. Ich will nicht etablierte Studien/ Streckenmeldungen anfechten aber seien wir doch mal ehrlich, wieviele Schmalrehe/ Kitze oder einzelne Ricken lässt man auf der DJ laufen, weil man die Schürze oder Pinsel nicht sehen kann..sieht man dann die Schürze verbietet sich der Schuss..diese Situation hat man ständig. Anderes Szenario im Mai, Gemeinschaftsansitz im Intervalljagdbetrieb um den Jagddruck zu reduzieren. Neben Rehwild hat man ständig männliches Dw und Rotwild vor. Wären hier AK I und II ab Mitte April frei, könnte man im ersten Intervall alles bejagen und könnte sich evtl. Intervalle im Juni/Juli ersparen wenn das Wild wirklich Ruhe zum Setzen braucht. Sicherlich müssen die Feldjäger im Juli ran aber mir geht es um eine möglichst effektive Waldjagd. Das derzeitige Jagdzeitengesetz ist doch wildbiologisch katastrophal..? Mai geht Reh auf, Juni dann Rotwild, Juli Damwild, August restliches Rotwild und September darf endlich alles bejagt werden..das hat doch nichts mit der Lebensweise der Wildtiere zu tun, sondern nur damit was sie auf dem Kopf tragen..Das haben zum Glück die Entscheidungsträger erkannt und wollen dies nun ändern. Ich prädige hier keine idiologisch geprägte Ökoromantik..ich laufe beruflich bedingt jedes Jahr mehrere Tausend Hektar Wald im ganzen Land MV ab und mit der abgehenden Fichte/Esche, lokales Eichensterben, Trockenschäden usw. steht die Uhr kurz vor 12. Mit dem Personalstand/Budget den die Forstverwaltung zur Zeit hat, ist es nicht zu bewältigen jeden Hektar im Revier vor Verbiss zu schützen. Das sollte auch ohne Schadereignisse nicht so sein. Also muss es endlich für die Forst möglich werden verbeißende Schalenwildbestände waldverträglich zu reduzieren. Stellt sich flächig Verjüngung ein, ist die Äsungssituation+Deckung im Wald auch wieder günstiger und die Population wird wieder steigen. Aber zur Zeit sind die Bestände ohne Zaun fast überall leer gefressen/entmischt..Das ist neben allen wissenschaftlichen Untersuchungen etc. leider einfach Fakt. Positive Beispiele die durch angepasste Wildbestände einen gesunden, gut durchmischten Wald haben, gibt es im Land.
      Ebenfalls freundlichen Gruß und Weidmannsheil

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.