Mecklenburg-Vorpommern: Mit 1,6 im Turm auf Jagd

Jäger auf der Fahrt ins Jagdrevier mit 1,6 Promille und Gewehr auf der Rückbank von Polizei gestellt

Am 26.08.2019 gegen 20:20 Uhr kontrollierten die Beamten des Polizeireviers Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in Neddemin am Bahnhof einen 64-jährigen Pkw-Fahrer. Der Fahrer war den Beamten zuvor aufgefallen, da er beim Vorbeifahren offenbar aus einer Bierflasche trank. Während der Kontrolle stritt der sichtlich nervöse Fahrer den vorherigen Alkoholkonsum ab. Ein vor Ort durchgeführter Atemalkoholtest ergab allerdings eine Alkoholisierung von 1,6 Promille. Zudem stellten die Beamten auf der Rückbank des Pkw ein offen liegendes Gewehr fest. Es stellte sich heraus, dass der Fahrer Jäger ist und gerade auf dem Weg zur Kontrolle in sein Jagdrevier war. Entsprechende waffenrechtliche Erlaubnisse waren zwar vorhanden und wurden zur Kontrolle vorgelegt, dennoch wurde das ungeladene Gewehr aufgrund des ordnungsrechtlichen Verstoßes zur Gefahrenabwehr sichergestellt.

Des Weiteren wurde auch der Führerschein sichergestellt und die Weiterfahrt untersagt. Der Fahrer wurde anschließend zur Blutprobenentnahme ins Klinikum nach Neubrandenburg verbracht. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Beschuldigte entlassen.
Ihn erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr. Zudem wird die Jagdbehörde des Ordnungsamtes über den Sachverhalt informiert. PM

Beitragsbild: Jagd und Alkohol – keine gute Mischung. Foto: SE

7 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Mit 1,6 im Turm auf Jagd

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Besoffen zur Jagd ist nicht…ABER auf dem Weg zum und vom Revier in direkter Fahrt muß die Waffe NICHT in einem geschlossenen Behältnis sein; lediglich entladen d.h. keine Munition im Lauf und Magazin. Ich hoffe, das gilt in ganz Deutschland und nicht wieder Kleinstaaterei.

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    1. Rudolf Schröder

      Die Jagd ist ein Stück Erholung vom tristen Alltag. Jedes Bundesland hat leider noch nicht gelernt, das ein Bundesjagdrecht genügen sollte, um eine gute Jagd in jedem Bundesland durchführen zu können. Dann würden für alle Jäger die gleichen Bedingungen gelten. So kann jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kochen. Leider überwiegen die Vorteile nicht. Wir Jäger müssen alle an einem Strang ziehen. Dann können wir positive Jagderlebnisse genießen. Es würden viele Ungereimtheiten ausgeräumt.

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  2. Rainer Holste

    Er wird seinen Jagdschein verlieren und die Waffen abgeben müssen.Die erforderliche “Zuverlässigkeit im Umgang mit Waffen “ist nicht gegeben bezw. nicht sichergestellt durch den Alkoholgenuß , so wird die Untere Jagdbehöde entscheiden.Dies ist sicher auch die Begründung für die Sicherstellung der Waffe durch die Polizeibeamten vor Ort,denn vorsichtig mit Waffen geht nur um ,wer sie im nüchternen Zustand gebraucht, weil Alkoholgenuss zu Enthemmungen ,erhöhter Risikobereitschaft und verminderter Reaktionsfähgkeit führen kann. Andernfalls liegt Unzuverlässigkeit vor,auch wenn niemand gefährdet wird. Die Sicherheit haben die Beamten als vorbeugende Maßnahme-Sicherstellung des Gewehrs -wieder hergestellt.

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    Besoffen zur Jagd….das dürfte wohl Tüssi Jagdschein + WBK und Tüssi Pacht bedeuten. Zu Recht…meines Wissens übrigens auch wenn er keine Waffe dabei gehabt hätte.

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    1. Titus von Unhold

      Da Trunkenheit eine Straftat und bei mehr als 1,6 Promille eine MPU durch die Rechtsprechung des BGH Pflicht ist: Ja, absolut. Und zwar zu Recht.

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  4. Rudolf Schröder

    Besoffene mit einer Waffe sollten lieber zu Hause bleiben und da ihren Rausch ausschlafen. Dabei sollte die Waffe im verschlossenen Panzerschrank sein. Dann gäbe es auch keine Probleme in der Jagd.

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