Mecklenburg-Vorpommern: Minister kassiert Schonzeitfreigabe von Rotwild ein

Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg –Vorpommern, Dr. Till Backhaus, hat die Freigabe von Rotwild in der Schonzeit durch die Jagdbehörden bzw. die Kreisbehörde Vorpommern/Rügen einkassiert, wie ein Sprecher der Hegegemeinschaft Hochwild Schuenhagen – Franzburg mitteilt: Es sei bekannt, dass er der Forschungsarbeit der Deutschen Wildtierstiftung offen gegenübersteht. Zudem habe er sich bereits öfter zu jagdethischen Fragen mahnend geäußert. Auch die Hegegemeinschaft Hochwild Schuenhagen-Franzburg ist der Meinung, dass im Zuge der Ökologisierung der Jagd den jagdethischen Grundprinzipien und dem respektvollen Umgang mit dem Wild eine besondere und zunehmende Bedeutung beikommt. Gleichwohl gilt es, vernünftige Kompromisse zwischen den wirtschaftlichen Interessen von Grundeigentümern in Feld und Wald sowie den Belangen freilebender Tiere zu finden.

Delikat ist der Umstand, dass zuvor auf der Basis einer ungültigen Schonzeitfreigabe der Kreisverwaltung Vorpommern /Rügen bereits zwei Stück Rotwild gestreckt worden sind. Dies geschah, bevor die in dieser Frage eigentlich zuständige Obere Jagdbehörde ihrerseits die Freigabe erteilte. Hans-Jürgen Patzer / Hegegemeinschaft Hochwild Schuenhagen – Franzburg

Beitragsbild: Erlegtes Rotkalb (Archivbild). Foto: SE

7 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Minister kassiert Schonzeitfreigabe von Rotwild ein

  1. Thomas

    Wie wird eigentlich mit unseren edlen Kultur dem Rotwild im ganzen Land umgangen. Wir brauch mehr an Leuten mit Rückrad und weisen Verstand. Wir Jäger, ich betone Jäger welche für das Wild was übrig haben, sollten sich vernetzen und den ganzen Unheil sachlich und fachlich entgegen stellen. Wir tragen Verantwortung.
    Der Landeswald macht nicht die Gesetze, sie besitzen die Frechheit und nehme es sich einfach raus!!! Welch Schande!!!

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    1. Zündelnerlaubt

      Sie haben Recht, aber leider enden solche Ideen doch meist in der Versenkung. Aber für einen derartigen Versuch sollte man sich nicht zu Sachde sein.
      Die Frage nach dem “Edlen” in der Kultur, hat sich dank Privatfernsehen und Internet doch erledigt.

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  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Chapeau, Herr Minister!
    Nun müsste “nur” noch daran gearbeitet werden, Wald und Wild in den Landesforsten, die übrigens allen Bürgern unseres Landes gehören, in Einklang zu bringen und manchen Waldbauern beizubringen, wie man das macht. Leider scheinen die dazu notwendigen Kenntnisse bereits an den forstlichen Fakultäten, wo ja unsere Förster waldbaulich ausgebildet werden, schon seit einiger Zeit abhanden gekommen zu sein. Das Mantra “Klimastabile Mischwälder”, von dem keiner weiß, ob es funktionieren wird, rechtfertigt nicht jeden wildbiologischen Frevel!

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  3. ALF

    Dank dem MInister! Ja, der Weg zu ihm war schwer. Wie in vielen Fällen, wenn es gegen den Mainstream, gegen Behörden und deren Willkür und Ideologien geht, dann braucht man einen langen Atem. Vernetzt und schnell sein, wie oben angemerkt, ist ungemein hilfreich. Und kaum zu glauben, bei der Zahl von Jägern, wie wenige sich direkt einbringen oder informieren. Daran müssen wir arbeiten. Der ÖJV hat das viel besser drauf.
    Heute war es in der lokalen Presse dann auch zu lesen, dass der Schonzeitabschuss stattgefunden hat und das er nun auf Anordnung beendet werden musste. Sofort sind die radikalen Waldbauern in ihr ökologisches Mäntelchen gewandet, unterwegs und fordern pauschal und flächendeckend die Reduktion im Interesse des “klimaplastischen” Waldes. Dem Großteil der Leser und auch der Bevölkerung ist nicht klar, hiermit ist der Totalabschuss gemeint. Und das erfolgt zuerst im Einhergang mit der Befriedigung ökonomischer Interessen. Bevor der Klima-Wald wächst wird der bestehende Wald geschlagen und verkauft (oder auch zu oft einfach liegen gelassen). Dass das zu Kosten von wild lebenden Tieren von statten gehen soll, ist nicht hinehmbar. An diesem Punkt müssen die Jäger mit ihren Verbänden ansetzen und eine aufgeklärte Öffentlichkeitsarbeit leisten. Spätestens hier wissen wir, wo es auch bei uns selbst überall klemmt.

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    1. Frank Medwitz

      Und? Glauben Sie, dass das unter einem LJV-Präsident Böhning, seines Zeichens DJV-Präsident in spe, Erfolg verspricht? Ich nicht! Der LJV MV verfügt nicht über den nötigen Biss und die Freund-Feind-Kennung.

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  4. HG Hochwild Schuenhagen-Franzburg

    Am 10.05.2019 wird es einen Ortstermin im Forstamt Schuenhagen geben. Nachdem sich der Leiter des Forstamtes, Herr Baumgart und auch die Landefortsanstalt mit allen, auch unlauteren, Mitteln dieses Termins zu erwehren versuchte, hat sich auch hier der Minister Dr. Backhaus eigeschaltet und den Ortstermin angeordnet. Das FA und die Landeforst sind aufgefordert, die katastrophal schadensrelevanten Flächen, die ursächlich zur Beantragung des Schonzeit-Abschusses angezeigt wurden zu präsentieren.
    Über die vollkommen überzogenen Reaktionen der Behörden und der Landesforst wird die HG zeitnah berichten.

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