Mecklenburg-Vorpommern: Jäger überfährt Motocrosser

Ein Jäger ärgerte sich über zwei Motocorssfahrer, die unerlaubt auf den Waldwegen in seinem Revier herumbretterten. Weil er sie zur Rede stellen wollte, nahm er die Verfolgung in seinem Geländewagen auf. Der Vorfall spielte sich am 30.04. gegen 17 Uhr bei Bennin, einem Ortsteil der Gemeinde Vellahn (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ab. Bei der Verfolgungsjagd fuhr der 56 Jahre alte Jäger zu dicht auf die Maschine des 38jährigen Motocrossfahrers auf. Der Motocrossfahrer stürzte und wurde nach aktuellem Ermittlungsstand durch den Geländewagenfahrer überfahren. Hierbei erlitt er schwerste Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik in Hamburg Hamburg verbracht. Durch den Bereitschaftsstaatsanwalt wurde eine kriminaltechnische Untersuchung beider Fahrzeuge unter Zuhilfenahme eines DEKRA-Sachverständigen angeordnet, teilt die Polizei mit.

Die Integrierte Leitstelle West-Mecklenburg hatte der Polizei zunächst mitgeteilt, dass es zu einem Notarzteinsatz mit Rettungshubschrauber im Bereich Bennin gekommen sei. Die vor Ort eingesetzte RTW-Besetzung habe um die Unterstützung der Polizei gebeten, da es sich hierbei um einen Verkehrsunfall handele.” Im Zuge der vor Ort und im Nahbereich durchgeführten Ermittlungen”, so die Polizei, stellte sich der Sachverhalt für die eingesetzten Polizeivollzugsbeamten dann wie oben beschrieben dar. PM/red.

Beitragsbild: Geländemotorrad (Archivbild). Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS. für den Hinweis!

29 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Jäger überfährt Motocrosser

  1. Grimbart

    Motocrosser können wirklich eine Pest sein. Es kann bei allem Groll aber nicht sein, dass man sie von ihren Maschinen rammt. Alleine ein Fahrfehler bedingt durch zu hohe Geschwindigkeit bei einer Verfolgung kann schon gravierende Folgen für den Motorradfahrer haben und dann auch juristische für den Verfolger. Mich wundert nur, dass der Jäger so dicht an die Motorräder herangekommen ist, denn im Gelände sind die Crossmaschinen einem Geländewagen an Geschwindig- und Wendigkeit deutlich überlegen.
    Zumindest wird der Jäger sich verantworten und auch mit dem Verlust des Jagdscheines rechnen müssen.

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    1. Ralf

      Sie kennen doch die genauen Umstände gar nicht, oder?
      Vielleicht sollte man sich davor hüten, Staatsanwalt und Richter zu spielen, ohne die genauen Umstände zu kennen!

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      1. Ralf

        Ergänzung:
        ….Es gehört zum Jagdschutz (§25 Bundesjagdgesetz: polizeiliche Befugnisse) dazu, die Personalien von solchen Motorradfahrern (vgl. § 51 Abs. 1 Nr. 3 Waldgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern: “…mit einem Kraftfahrzeug im Wald unbefugt auf nichtöffentlichen Straßen und Wegen oder außerhalb von Wegen fährt (§ 28 Absatz 4)”=OWi für Befahren bis 7500 Euro) festzustellen oder diese zumindest bis zum Eintreffen der Polizei vor Ort festzuhalten. Und das gilt nicht nur bei Straftaten, sondern halt auch bei einer Ordnungswidrigkeit (vgl. §46 OWiG- sogenannte Transmissionsklausel: bei Verfolgung von Owi’s sind die Vorschriften der StPO anzuwenden), die möglicherweise vorgelegen haben könnte.

        Folgende Punkte haben Verteidiger, Staatsanwalt und Richter zu prüfen- aber nicht WIR:

        -Geeignetheit (geeignetes Mittel: Verfolgung zum Stellen der Person?),
        -Erforderlichkeit (mildestes Mittel: war kein milderes Mittel möglich oder war dieses Mittel das einzig Mögliche zur Identitätsfeststellung bei der Durchführung des Ordnungswidrigkeitenverfahrens? Kennzeichen vielleicht verdreckt und unleserlich? War die Identität nicht anders feststellbar?)
        und
        -Verhältnismäßigkeit (Abwägung von Rechten: Allgemeine Hundlungsfreiheit durch Herumfahren mit Motorrad im Wald contra Öffentliches Interesse an der OWi-Verfolgung, Grundrechtsinteresse und jagdliches Interesse, sowie Schutz des Wildes auch im Rahmen des Jagdschutzes)

        Wie schwerwiegend ist so ein Verstoß gegen das Landeswaldgesetz zu sehen? Hierbei spielt aus meiner Sicht nicht wirklich eine Rolle, dass es durch unglückliche und vermutlich ungewollte Umstände zur Verletzung des Kradfahrers kam. Der Kradfahrer hatte durch sein ordungswidriges Verhalten die Ursache für die anschließende Verfolgung gesetzt. Wäre er stehen geblieben, dann hätte seine Personalie direkt vor Ort festgestellt werden können. Die schwere Folge des Unfalles und auch das durch schnelles Fahren mit dem Motorrad verbundene Risiko der Verunfallung wäre damit ziemlich wahrscheinlich entfallen.

        Die drei genannten Punkte sind “abzuarbeiten”. Hierbei geht es auschließlich um das Verfolgen der Motorradfahrer zur Identitätsfeststellung/ Vorläufige Festnahme gem. “Jedermannparagraph” §127 (1) StPO bis zum Eintreffen der Polizei bzw. bei vorliegen polizeilicher Befugnisse nach § 25 Bundesjagdgesetz auch um die Durchführung von strafprozessualen Maßnahmen.

        Fraglich ist, ob durch die Verletzung des Kradfahrers auch die waffenrechtliche Zuverlässigkeit angezweifelt werden kann. Der Verletzungsvorsatz hat wahrscheinlich nicht vorgelegen. Aber wie schon von mir angedacht, obliegt die Entscheidung darüber der Staatsanwaltschaft und dem Gericht und nicht uns. Ich habe allerdings Zweifel, dass der Jagdschein in Frage stehen könnte.
        Ich hoffe, dass meine rechtliche Eräuterung nachvollziehbar war.

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        1. Grimbart

          Durchaus. Nur vor Gericht und auf hoher See befindet man sich in Gottes Hand. Urteile, die man früher nicht für möglich gehalten wurden sind heute Realität. Da darf ungestraft in Ställe eingebrochen werden. Als Jäger steht man heute gleich unter Generalverdacht.
          Ich kann mir gut vorstellen, dass vor Gericht so argumentiert wird, dass der Jäger den Kradfahrer durchaus verfolgen kann, aber mit einem Sicherheitsabstand. Mit dem Jedermannparagraphen würde ich mich mich nicht besonders sicher fühlen, denn die Strafverfolgung ist Aufgabe des Staates. So einfach wird der Geländewagenfahrer aus der Nummer auf jeden Fall nicht kommen. Ich persönlich würde mir auf jeden Fall Vorwürfe machen, wenn ich jemanden so sehr schädigen würde, egal was derjenige vorher für ein Vergehen gegen Bundesjagd- oder Waldgesetz begangen hat. Es fällt mir auch schwer zu glauben, dass ein Gericht einen Kollision als geeignetes Mittel ansieht eine illegale Fahrt zu stoppen um die Personalien feststellen zu können.

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        2. Edelmann

          Bevor man jägerfreundliche Nebelkerzen zündet, bitte korrekt das Bundesjagdgesetz wiedergeben!
          Polizeiliche Befugnisse haben nur die von der zuständigen Behörde bestätigten Jagdaufseher und zwar wenn diese gleichzeitig Berufsjäger oder forstwirtschaftlich ausgebildet sind.
          Im Presseartikel steht nur etwas von einem “Jagdpächter”, nichts von einem Berufsjäger oder einem bestätigten Jagdaufseher.
          Wenn dieser Jagdpächter die “Identitätsfeststellung bis zum Eintreffen der Polizei” im Sinne hatte, ist es relativ einfach festzustellen, ob von diesem Jagdpächter VORHER die Polizei informiert wurde – auch das lässt sich im Presseartikel nicht erkennen.
          Aus meiner Sicht sind solche Personen nicht geeignet bewaffnet unterwegs zu sein, diese Verhaltensweisen sind “feudale” Anmaßungen.

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  2. Ralf

    @Grimbart: wir drehen uns im Kreis. Weder Sie noch ich kennen die Umstände des Unglückes. Wenn Sie davon schreiben, dass die Kollision “Mittel zum Zweck” war, dann ist dies bereits eine Sachverhaltserweiterung, die aus meiner Sicht unzulässig ist.

    @Grimbart und Edelmann:
    Fakt ist, dass nach § 127 Abs. StPO in Verbindung mit der Transmissionsklausel es JEDERMANN (also jeder Bürger- so auch der Pächter) rechtlich möglich ist, den Betroffenen einer Ordungswidrigkeit zunächst festzuhalten und zur Rede zu stellen. Wenn der Anruf bei der Polizei bislang aufgrund der Gesamtsituation (der Motorcrossfahrer hätte das Weite gesucht, wenn nicht sofort verfolgt worden wäre) nicht möglich gewesen ist, so ist dies aus meiner Erfahrung heraus unschädlich.

    Und Herr “Edelmann”: das hat mit Feudalismus nichts zu tun, wenn ein Jagdpächter- zumal in der Setz- und Brutzeit ab 01.04.- darauf achtet, dass das Wild Ruhe im Revier hat! Es geht hier eben nicht nur um eine “geringe” Ordnungswidrigkeit.
    Sie sollten vorsichtig mit Anschuldigungen und erst recht vorsichtig damit sein, jemandem zu unterstellen, dass er für die Jagd (die ja mit Jagdwaffen zwangsläufig in Verbindung steht) nicht “geeignet” sei. An welcher Stelle haben Sie denn dem Text entnommen, dass eine Bewaffnung vorlag? Mal abgesehen davon, dass es aus meiner Sicht ziemlich egal ist, ob eine Langwaffe im Auto liegt oder nicht- sofern diese nicht durch Vorzeigen zur “Einschüchterung” eingesetzt wird!
    Und wenn Sie meinen Kommentar richtig gelesen hätten, dann wäre Ihnen auch aufgefallen, dass ich geschrieben habe:

    “Die drei genannten Punkte sind „abzuarbeiten“. Hierbei geht es auschließlich um das Verfolgen der Motorradfahrer zur Identitätsfeststellung/ Vorläufige Festnahme gem. „Jedermannparagraph“ §127 (1) StPO bis zum Eintreffen der Polizei bzw. bei vorliegen polizeilicher Befugnisse nach § 25 Bundesjagdgesetz auch um die Durchführung von strafprozessualen Maßnahmen. ”

    Der Mann darf festgehalten werden.
    Alles andere haben Staatsanwaltschaft und Gericht zu klären. Ich gehe davon aus, dass Sie, Herr”Edelmann” weder der sachbearbeitende Staatsanwalt, noch der entscheidende Richter oder letzten Endes der entscheidende Sachbearbeiter im zuständigen Ordnungsamt sind. Alles andere würde mich auch wundern.

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    1. Paul Hansen

      Ihre Annahme, dass es jedermann gestattet ist eine andere Person nach einer Ordnungswidrigkeit festzuhalten, ist falsch.
      Der sog. Jedermann-Paragraph der StPO gilt ausnahmslos für Straftaten, nicht für Ordnungswidrigkeiten.
      Auf die Transmissionsklausel aus dem OwiG können sie sich nicht berufen, da sie als “Jedermann” nicht ermächtigt sind Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen. Dieses obliegt den zuständigen Beamten bzw. Personen mit hoheitlichen Aufgaben.
      Die Transmissionsklausel dient hier nur als Krücke, damit ich beispielsweise als Polizeibeamter auf die Ermächtigungen der StPO zurück greifen darf, um die Owi auch entsprechend verfolgen kann.
      Und das ist auch gut so. Denken Sie nur einmal an die Folgen, wenn wirklich Jedermann jede andere Person nach einer Ordnungswidrigkeit festzuhalten könnte! Sie gehen über eine rote Ampel und werden von ihrem Nachbarn festgenommen. Sie telefonieren am Steuer, fahren zu schnell oder stehen im absoluten Halteverbot und werden von”Knöllchen-Horst” aus dem Verkehr gezogen.
      Unbelassen bleibt es hingegen Jedermann eine Ordnungswidrigkeit zur Anzeige zu bringen.

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    2. Edelmann

      @ Ralf
      Ich habe diese konkrete Verfolgungsjagd nicht in Verbindung mit Waffen gebracht.
      Ich bin aber der Meinung, wenn sich jemand am Steuer seines Wagens nicht beherrschen kann, derjenige auch nicht bewaffnet unterwegs sein sollte!
      Charakterliche Zuverlässigkeit ist eine wünschenswerte Eigenschaft in Verbindung mit Waffenbesitz.
      Zudem ist es irrational, als Einzelperson im Wald zwei Personen zur Identitätsfeststellung festhalten zu wollen. Das kann bei Kindern noch funktionieren, aber doch nicht bei zwei Motorradfahrern.
      Und wenn die Ruhe im Wald so wichtig war, so wurde der Lärm durch die Verfolgungsjagd noch gesteigert – oder?
      Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich bin absolut kein Freund davon, wenn Menschen den Wald als schöne Kulisse für ihr Hobby benutzen wollen.
      Wald ist Lebensraum für Wildtiere und kein kostenloser Erlebnispark.
      Dennoch, für Jäger meinen, sie wären der “Herr” im Revier, habe ich keinerlei Verständnis.

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  3. Ronbi

    Es wurde die Verhältnismäßigkeit vergessen, besonders, wenn “nur” eine Ordnungswidrigkeit vorliegt und jetzt ein Mensch wohl schwer verletzt ist.

    Natürlich muss ein Gericht darüber entscheiden.

    Übrigens, darf jeder seine Meinung zu solchen Aktionen haben und ich denke, Verfolgung und Personalienfeststellung, sollten der Polizei überlassen bleiben.

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    1. Ralf

      Die Verhältnismäßigkeit war sogar von mir aufgeschlüsselt worden (Geeignetheit, Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit). Einfach mal lesen, bitte.
      Natürlich darf jeder seine Meinung dazu haben. Das hatte ich auch nicht in Frage gestellt.
      Fakt ist aber, dass man denjenigen festhalten darf. Ich weiß ja nicht, ob Sie Jäger sind und ob der Begriff “Hege” Ihnen geläufig ist. Mir schon!
      Ich sehe schon eine geisse Notwendigkeit darin, bei gewissen Dingen nicht untätig zu bleiben!

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      1. Grimbart

        Ja, man sollte durchaus tätig werden, aber nicht das Leben oder die Gesundheit anderer aufs Spiel setzen. Schließlich ist ging es nicht um ein Kapitalverbrechen.

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  4. Ralf

    Vielen Dank für den Hinweis an Paul Hansen!
    Ich muss mich verbessern, da mir der Absatz 3 des Paragraph 46 OWiG durchgerutscht war:
    Demnach ist das Festhalten, was eine
    Vorläufige Festnahme darstellt, bei Ordnungswidrigkeiten nicht möglich!

    Dennoch bliebe die Möglichkeit, das Kennzeichen zu notieren und den Verursacher bei der Ordnungsbehörde formfrei (Schreiben mit meinen Personalien, Sachverhalt, Kennzeichen, Ort, Datum Uhrzeit nicht vergessen) anzuzeigen oder auch die Polizei zum Ort zu lotsen (Handy hat heute zwar fast jeder, am Steuer beim Verfolgen natürlich schlecht sofort möglich).
    Förster wollen auch hin und wieder die Kennzeichen zur Weiterleitung haben.

    Sind jedoch keine Kennzeichen dran, sind die Kennzeichen so hochgebogen, dass man sie nicht ablesen kann, oder wurde sonst (irgend-) eine Straftat begangen, dann sind wir wieder im Straftatbereich und der Jedermannparagraph kommt zum Tragen.

    Es bleibt noch zu prüfen, ob zivilrechtliche Forderungen an den Verursacher zu stellen sind und die Erlaubte Selbsthilfe nach §229 BGB zum Tragen kommt. Wurde z.B. ein Weg zerfurcht, so kann ein solcher Schaden eine zivilrechtliche Forderung (Instandsetzung des Weges) nach sich ziehen. In diesem Fall darf wiederum der Verursacher vom Geschädigten (der Verbotene Eigenmacht übte) in Besitzwehr durch den Besitzer/Besitzdiener festgehalten werden. Voraussetzung ist eine zivilrechtliche Forderung. Hier ist eine Festnahme bis zum Eintreffen der Polizei möglich (die dann übernimmt).

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  5. Ralf

    “In diesem Fall darf wiederum der Verursacher vom Geschädigten (der Verbotene Eigenmacht übte) in Besitzwehr durch den Besitzer/Besitzdiener festgehalten werden..”
    sollte natürlich heißen:
    “In diesem Fall darf wiederum der Verursacher (der Verbotene Eigenmacht übte) vom Geschädigten in Besitzwehr durch den Besitzer/Besitzdiener festgehalten werden” heißen.
    In diesem Fall hat der Verursacher auch kein Notwehrrecht. Sehe ich es richtig, dass der Motorradfahrer demnach auch kein Recht auf Schadenersatz hätte?

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  6. Edelmann

    @Ralf
    Wie genial ist denn diese Aussage:
    ” In diesem Fall darf wiederum der Verursacher vom Geschädigten (der Verbotene Eigenmacht übte) in Besitzwehr durch den Besitzer/Besitzdiener festgehalten werden. Voraussetzung ist eine zivilrechtliche Forderung. Hier ist eine Festnahme bis zum Eintreffen der Polizei möglich (die dann übernimmt).”

    Einmal sind die wenigsten Jagdpächter auch Eigentümer der Flächen im Revier – hier wäre wohl der Grundstückseigentümer befugt, was im vorliegenden Fall auch nicht beschrieben wurde.
    Und dann merke ich mir diese Aussage und werden den nächsten Jagdausübungsberechtigten, der abseits der Wege auf unseren Wiesen mit seinem Geländewagen eine Spur hinterlässt (Jagdschaden), festhalten bis die Polizei eintrifft. Sollte er sich über eine Unverhältnismäßigkeit beschweren, werde ich ihn auf dieses Forum hinweisen.

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  7. Ronbi

    Was hat es mit Jagdschutz, Hege, sich einmischen u.s.w. zu tun, wenn ein Mensch überfahren und schwer verletzt wird.
    Hat der Geländewagenfahrer mit Vorsatz gehandelt und billigend in Kauf genommen, dass ein Mensch dabei zu Schaden kommt?
    Das Fahrzeug als Waffe?
    Hier stellt sich schon die Frage nach der Berechtigung zur Jagdausübung.
    Aber wir waren nicht dabei.
    Die Polizei wird ermitteln, die Staatsanwaltschaft daraus ihre Schlüsse ziehen und meine Vermutung, es wird zu einer Gerichtsverhandlung kommen.

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  8. Ralf

    @Edelmann:
    Der Begriff “Besitz” muss nicht erläutert werden, oder? Besitz ist nicht automatisch auch Eigentum.

    Bezüglich des Befahrens “Ihrer” Wiesen kommt es darauf an, welche Vereinbarung zwischen Grundeigentümer und Jagdausübungberechtigten getroffen wurde.
    Ich kann Ihnen das Buch “Jagdrecht in Niedersachsen” von Heinz Rose empfehlen. Da können Sie sich das alles unter §33 ff. Bundesjagdgesetz mit den Erläuterungen durchlesen.
    Bei bereits feststehenden Personalien entfällt ein Festhaltegrund.

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    1. Edelmann

      @Ralf
      Der Unterschied zwischen Besitz und Eigentum ist mir klar und um es klar zu stellen, es sind Eigentumsflächen!
      Und das Befahren dieser Wiesen wurde nicht erlaubt und ist unerwünscht.
      Nur ist mir nicht klar, wo ein Jagdpächter einen Besitzabwehranspruch als Besitzdiener geltend machen will.
      Das kann eigentlich nur für fest angestellte Berufsjäger gelten und wie viele gibt es davon?
      Der gewöhnliche Jagdausübungsberechtigte besitzt ein Aneignungsrecht, das Wildtier als solches ist doch herrenlos, nicht wahr?
      Oder haben die Motocross-Fahrer einen Hochsitz beschädigt?

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  9. Ralf

    @Edelmann :
    Ich war nicht dabei und kenne die Umstände nicht. Anders dürfte es bei Ihnen auch nicht sein. Wir sollten es dabei belassen.

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  10. Keule

    Wir Jäger sollten es uns grundsätzlich verkneifen, andere Leute belehren, zurechtweisen oder gar festnehmen zu wollen. Erstens, weil uns das Auftreten als selbsternannte Hilfspolizisten und Oberlehrer der Nation massiv Sympathien kostet, zweitens, weil es dabei sehr schnell zu Konfrontationen mit aggressiven, uneinsichtigen, trotzigen Leuten nach dem Motto “Aus Spaß wurde Ernst, ein Wort gab das andere…” kommt. Die daraus resultierenden Situationen und Anzeigen z.B. wg. Beleidigung, Nötigung, Körperverletzung etc. sind für Otto Normalbürger kein großes Problem, für Legalwaffenbesitzer aber schon. Kommt es dann noch zu (gern auch falschen) Anschuldigungen wg. Bedrohung mit der Schusswaffe, sind WBK und Jagdschein schneller weg, als mancher hier sich offenbar vorstellen kann.

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  11. Grandelschmied

    Bei der Diskussion fehlt mir der Ansatz, dass man jederzeit sein Fahrzeug unter Kontrolle haben und im Zweifel rechtzeitig zum Stehen kommen muss. Mir ist der Fahrer und Pächter bekannt. Er ist wohl auch Eigentümer der Fläche des Tatorts. Den Störenfrieden (Motocrossfahrer) versucht er mit besonderer Schärfe seit über 20 Jahren habhaft zu werden. Daraus würde ich jetzt keine Schlüsse zu dem Tathergang ziehen, aber damit ist mal zumindest die Diskussion Eigentümer/Besitzer und Fahrzeug als Waffe auf einer anderen Ebene. Im übrigen gebe ich Edelmann Recht: als Jäger müssen wir integrieren und nicht von oben herab agieren.

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    1. Keule

      Das ist ein guter Hinweis, vielen Dank dafür! Ich kenne einige Fälle, in denen Motocrosser mit äußerster Rücksichtslosigkeit und Aggressivität – nicht nur gegen Jäger sondern auch gegen Spaziergänger und andere Naturfreunde – durch teilweise streng geschützte Biotope brettern. Wenn die Polizei 20 Jahre lang nicht in der Lage ist, die Täter zu ermittel (es vermutlich, wie in allen mir bekannten Fällen! gar nicht ernsthaft versucht), dann muss man sich über Eskalationen dieser Art und Selbstjustiz wahrlich nicht wundern!

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  12. Peter

    Der Fahrer des Geländewagens hat offensichtlich durch zu dichtes Auffahren billigend in Kauf genommen, dass die körperliche Unversehrtheit des Motorradfahrers gefährdet werden kann. Da der Motorradfahrer auch noch gerammt und überrollt wurde, haben wir da schnell eine schwere Körperverletzung als Anklage.
    Da ist der Jagdschutz oder die Waldgesetzgebung nachrangig.
    Man stelle sich vor, die deutsche Polizei würde sich über einen einen Motorradfahrer “ärgern”, weil er kein Kennzeichen am Motorrad hat und ihn dann rammen und überfahren. Da gäbe es keine Diskussion darüber, gegen welche Gesetzte der Motorradfahrer verstoßen hat. Diese Polizisten würde man medial und über die Justiz in Stücke reissen.
    Von daher halte ich die rechtlichen Entschuldigungsversuche für diese Tat für moralisch verwerflich.
    Hier ist immerhin ein Mensch lebensgefährlich verletzt worden und die Folgen für ihn und seine Familie in seinem weiteren Leben nicht abzusehen.

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    1. Grimbart

      Mich beruhigt es doch, dass die Mehrheit der Kommentatoren das Verhalten des Geländewagenfahrers kritisch sehen. So sollte man nicht versuchen seine Interessen durchzusetzen.

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    2. Georgie

      Richtig, dass war versuchter Mord, und wenn er gestorben wäre dann wäre es Mord. Das heißt der Typ mit dem Auto hätte wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht gestanden. Nun muss er wegen versuchten Mordes vor Gericht.
      Dann hat er ihn auch noch liegen gelassen ….
      Es ist sicher nicht in jedermanns Wohlwollen wenn Motorräder durch den Wald fahren, aber es macht auch nicht jeder, es gibt schlecht Raum für das Hobby im Gelände zu fahren, aber es ist kein nennenswertes Delikt.
      Am Ende ist es so, der Motorradfahrer stört die Tiere, eventuell sogar unerheblich, denn die Zivilisation ist überall, der Jäger schießt sie am ende tot….
      Es gibt gar keine Ausrede oder gar Entschuldigung für diesen Vorfall, der muss ganz streng geahndet werden!

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  13. Max

    Meines Wissens soll der Motorradfahrer verstorben sein. Da stellt sich dann am Ende wirklich die Frage ob das nun notwendig war. Wenn ich daran denke, dass vielleicht ein paar Jugendliche so eine Fahrt unternommen hätten.

    Die Jäger sollten sich fragen, ob man nicht einfach mal anhalten kann, aussteigen und vernünftig mit den Crossfahrern reden kann.

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  14. Karli

    Ich war gerade vor Ort und habe mit „Einheimischen“ gesprochen. Ja, der Motorradfahrer ist tot, hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder. Besonders schockiert hat mich die Aussage, dass der Fahrer des Geländewagens nach dem Unfall zunächst nach Hause gefahren ist und erst die Frau des Fahrers die Rettung initiierte. Insofern käme dann wohl auch noch unterlassene Hilfeleistung dazu…

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