Mecklenburg-Vorpommern: Backhaus reagiert auf Kritik zu Problemwolf GW924m

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus weist Vorwürfe, wonach er Informationen zu Wolfsrissen im Land zurückhalte oder verschleiere, aufs Schärfste zurück.

„Mein Haus informiert zu allen Themen unseres Zuständigkeitsbereiches umfassend und transparent. Auch über die Entwicklung der Wolfspopulation setzen wir die Bürgerinnen und Bürger in Kenntnis. Zuletzt geschehen Mitte Oktober dieses Jahres“, so der Minister.

Zum aus Schleswig-Holstein nach M-V gewanderten „Problemwolf“ GW924m nahm er wie folgt Stellung: „Am vergangenen Freitag haben wir im Zuge einer abgeschlossenen DNA-Untersuchung die Information erhalten, dass GW924m für einen Rissvorfall bei Grambow verantwortlich ist. Daraufhin haben wir uns unverzüglich mit der unteren Naturschutzbehörde, dem Landkreis Nordwestmecklenburg, in Verbindung gesetzt. Derzeit prüfen wir, inwieweit wir auch hierzulande eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilen werden.“

GW924m hatte in Schleswig-Holstein mehrfach in Tierbeständen Nutztiere gerissen, obwohl die Herden durch empfohlene über den Grundschutz hinausgehende Herdenschutzmaßnahmen gesichert waren.

Backhaus bat um Verständnis, dass die Entscheidung für oder gegen einen Abschuss nicht über Nacht getroffen werden könne, sofern nicht Gefahr für Leib und Leben von Menschen besteht. Prinzipiell befürworte ich den Abschuss von GW924m, da er eine Gefahr darstellt, egal in welchem Bundesland er sich aufhält. Gleichwohl müssen wir uns an Recht und Gesetz halten“, führte er aus.

Allein der Rissvorfall in Grambow ohne Berücksichtigung der Rissvorfälle in Schleswig-Holstein reiche nicht aus, um die artenschutzrechtliche Ausnahme zu begründen, da in Grambow kein Grundschutz gemäß Managementplan Wolf M-V gegeben war, informierte Backhaus. Auch zeige der Fall noch einmal sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass die Tierhalter Eigenverantwortung übernehmen und ihre Tiere ausreichend schützen.

Abschließend informierte Backhaus darüber, dass die positive Notifizierungsentscheidung der EU-KOM zu der geplanten Novelle der Förderrichtlinie Wolf inzwischen vorliegt. Die Förderrichtlinie kann nun unterzeichnet und noch im Dezember veröffentlicht werden. Mit der neuen Förderrichtlinie wird eine Förderung von bis zu 100 % für zusätzliche Maßnahmen zur verbesserten Verhütung von Schäden aufgrund von Wolfsübergriffen an Haus- und Nutztieren möglich. Typische derartige Maßnahmen sind zum Beispiel die Anschaffung von über den Grundschutz hinausgehenden E-Zäunen, die Anschaffung von Untergrabschutz oder auch die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

6 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Backhaus reagiert auf Kritik zu Problemwolf GW924m

  1. HF

    Mein Vorschlag zur Verhütung von Schäden aufgrund von Wolfsübergriffen:
    1. kloppt die positive Notifizierungsentscheidung der EU-KOM zur geplanten Novelle der Förderrichtlinie Wolf in die Tonne!
    2. Übertragt die Verantwortung für alles, was der Wolf anrichtet, auf die grüne Politik und all deren Unterstützer! Erst wenn dieser Kreis persönlich für den Unfug verantwortlich ist und für alle Schäden haftet, wird sich etwas an der eingeschränkten Sichtweise tun.
    Die Verbotspolitik der Grünen steht dem Bürger bis Oberkante Unterlippe!!!!
    3. Bringt endlich die abgehobenen und realitätsfremden Politiker dazu, ihr elendes Rumgeeiere einzusehen und abzustellen.
    4. Und führt den Wolf endlich dem Jagdrecht zu mit einer Jagdzeit!!!!

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  2. Ronbi

    Sollte so ein Wolf bereits jemanden in den Arsch gebissen haben, bin ich sicher, dass von Behördenseite es keine Information darüber gibt.

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  3. Bruno v.T.

    Durch einen völlig von Ideologie verblendeten Artenschutz für eine absolut nicht gefährdete Art werden Unsummen an Steuergeldern für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Herdenschutz, und Schadenersatz ausgegeben. Sachsen leistet sich eine eigene Fachstelle Wolf. Die Gutachter fahren täglich mehrere Hundert Kilometer um Risse zu begutachten. MP Kretschmer war vor der Wahl bei vielen Bürgergesprächen vor Ort und hat sich die Sorgen der Landwirte anhören dürfen und Änderungen versprochen. Heute paktiert er mit der SPD und den Grünen, die bekanntlich den Totalschutz bei vollem finanziellen Ausgleich fordern. Wo führt das alles hin?
    Der Wolf als Kreatur tut mir echt leid. So geht jede Akzeptanz bei der betroffenen Landbevölkerung verloren.
    Ein Bärendienst für den Artenschutz.

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  4. Niemand Sonst

    Soso. Da gibt es also eine DNA-Probe, die beweisen soll dass der Wolf abgewandert ist.
    Echt jetzt? Wow.
    Sagt wer?
    Stimmt das auch?
    Ist das irgendwie nachprüfbar? Glaube nicht.
    Fakt ist, dass in SH die Abschussgenehmigung vom Tisch ist.
    Damit auch der dadurch entstandene Ärger für die Regierung in SH.
    In MV fängt nun alles wieder von vorne an.
    Verhandlungen über Verhandlungen, Proteste, Genehmigungen, usw. usw.
    Und wenn alles durchverhandelt wurde, ratet mal was dann passiert.
    Genau.
    Dann taucht er wieder in SH auf. Oder woanders.
    Womöglich noch in Bayern. 🙂
    Denn die DNA-Proben beweisen es doch.
    Sind schon irgendwie wichtig, diese DNA-Proben.
    Da geht da alles wieder von vorne los.
    Also Verhandlungen über Verhandlungen, Proteste………………………….
    Und wenn fertig verhandelt wurde, ratet mal was dann passiert.
    Genau.
    ER ist weg.
    Geht wieder los.
    Nur halt woanders. 🙂

    UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER
    🙂 🙂 🙂

    PS: Schon letztes Jahr habe ich hier geschrieben, dass ER, eher wohlgenährt und an Altersschwäche sterben wird, als dass er erlegt wird. 😉

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  5. Waldecho

    Diese Narren haben nichts begriffen, die streiten da echt um einen einzigen Wolf…..in Brandenburg steht die Schweinepest vor der Tür. Wenn die kommt und durch ist, was frist der Wolf dann???
    Das Rotwild hat die Ökotruppe fast ausgerottet, der Rehbestand eher dürftig. Ausbaden werden es die Schäfer, Viehbauern und Pferdehalter vom Lande!
    Danke Potsdam, ihr seid ja weit weg!
    Es ist höchste Zeit, ob nun mit oder ohne Schweinepest den Wolfsbestand den hiesigen Gegebenheiten anzupassen, bevor hier alles aus dem Ruder läuft.

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  6. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Die Kommentare lassen vermuten, dass der Süllrand erreicht ist. Wenn jetzt noch die ASP kommt und die Reviere dicht gemacht werden, dann hat der Wolf sturmfreie Bude.

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