Luxemburg: Rotmilan geschreddert – Windräder abgeschaltet

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Im Windpark Weiler in der luxemburgischen Gemeinde Wincrange ist am Mittwoch ein toter Rotmilan zehn Meter von Fuß einer Windkraftanlage gefunden worden. Die Verletzungen des Tiers und der Fundort wiesen eindeutig darauf hin, dass der Vogel von den Rotoren des Windrads “durchtrennt” wurde, teilt die Naturschutzorganisation natur&ëmwelt mit. Dies sei kein Einzelfall, so natur&ëmwelt, bereits im vergangenen Jahr sei ein toter Rotmilan gemeldet worden. Bei dem gefundenen Tier handele es sich höchstwahrscheinlich um ein Elternteil einer nahegelegenen Brut, befürchten die Naturschützer. Dem “verwitweten Milan” werde es alleine kaum gelingen die Jungvögel durchzufüttern, so dass es nicht bei einem toten Milan bleiben werde. Windkrafträder dürften “an naturschutzfachlich kritischen Standorten, wie beispielsweise in der Nähe von Rotmilan-, Schwarzstorch- oder Uhu-Brutplätzen nicht genehmigt werden”, stellt natur&ëmwelt klar: Denn laut diversen Untersuchungen sei es kaum möglich, die Anlagen so zu gestalten […], dass keine Gefahr von ihnen ausgehe. Wenn sich “windkraftsensible Arten nach dem Bau von Anlagen ansiedeln, so müssen diese während der Brutzeit von Mitte März bis Mitte August abgeschaltet werden.” Folgerichtig forderte die Organisation die Abschaltung der Windräder in dem genannten Zeitraum. Klimaschutz dürfe nicht auf Kosten des Naturschutzes praktiziert werden.

Das luxemburgische Umweltministerium hat nach dem Totfund des Rotmilans umgehend reagiert und eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt, wie die Tageszeitung “Luxemburger Wort” berichtet. Der Betreiber des Windparks habe die Anlage nach Rücksprache mit dem Umweltministerium bis zur Klärung des Vorfalls abgeschaltet.

Beitragsbild: Von Windrad getöteter Bussard. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

6 Gedanken zu „Luxemburg: Rotmilan geschreddert – Windräder abgeschaltet

  1. Heinrich Ernst

    Autobahn A9 München Berlin nach Fund eines toten Habichts gesperrt. Die A9 bleibt bis zur vollständigen Klärung des Sachverhalts für den Verkehr gesperrt. So oder so ähnlich könnte man dauernd titeln. Ihre Unschuld hat die Industriegesellschaft schon lange verloren… Wir müssen uns – jeder einzelne für sich – entscheiden, wie wir weiter leben wollen. Als Hochleistungs-Fremdkörper, dem Wachstum und Komfort über alles geht oder als demütig empfindender Teil der Natur.

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  2. B

    Ich verstehe das einfach nicht. Bei uns auf dem Eichsfeld interessiert das absolut niemanden.
    Wir haben mit die höchste Rotmilanpopulation in Deutschland.
    Bei uns werden die Dinger ohne Rücksicht gebaut. Bei uns werden die Horste sogar entfernt, damit die nicht “stören”.
    Wir haben dem Umweltamt sogar Photos mit Milan vor der Anlage geschickt. Ist denen alles egal.
    Bei uns scheint nur der Profit zu zählen.
    Traurig aber wahr.

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    1. Anko

      Klimanotstand, wir werden verglühen. Oder so. Gründe dafür, warum bei uns nach politisch beschlossenem Abschied aus Kohle- und Atomkraft die Windräder natürlich … alternativlos sind. Ebenso neue Klimarettungssteuern und/ oder Aufschläge auf den CO2-Emmissionshandel, die genauso beim Letztverbraucher hängen bleiben, um direkt (Steuer) oder indirekt (Emmisionshandel) die Staatskassen zu füllen. Aus fiskalischer (Kurz-) Sicht kann es kaum schöneres als eine wie derzeit populäre Klimahysterie geben.

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  3. RK

    Klimahysterie. Naturwissenschaftlich begründete Zweifler werden der Inquisition unterzogen. Stattdessen wird ein vermeintlicher “Umweltschutz” ohne jegliche Folgenabschätzung und Lebenszykluskostenbetrachtung (Energieaufwand von Entwicklung über Aufbau, Wartung und Abbau – Kubikkilometer Stahlbeton im Waldboden…) ins Werk gesetzt, von dem Partikularinteressen profitieren. Die Stabilität des Stromnetzes nimmt jeden Monat ab. Beim großen Blackout werden dann alle sagen: “das war doch überhaupt nicht vorhersehbar” (obwohl schon seit Jahren gewarnt wird). Aber was will man von Wählern und Politikern erwarten, die keinerlei physikalische Grundkenntnisse mehr besitzen (Frau Baerbock von den GrünInnen: Der Strom wird in den Netzen gespeichert. bzw. “Deswegen fungiert das Netz als Speicher.” (wörtliches Zitat, Deutschlandfunk vom 21.01.2018: https://www.deutschlandfunk.de/kandidatin-fuer-den-parteivorsitz-der-gruenen-ich-bin.868.de.html?dram:article_id=408793)).
    Wir fahren voll gegen die Wand. Ökologisch und mit Vollgas.

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  4. Tobias Dürr

    Ist der abgebildete”Bussard” wirklich ein WEA-Opfer? Auch wenn die Bildauflösung schlecht ist, man kann erkennen, dass es sehr wahrscheinlich ein adulter Schwarzmilan ist. Können Sie Kontakt zum Bildautor herstellen, da wir derartige Fundmeldungen in einer bundesweiten und einer europaweiten Datenbank sammeln?

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