LJVB empört: “Grüner Minister lässt OJB von der Kette”

Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) ist empört – Schonzeitaufhebung für Reh- und Rotwild unter dem Deckmantel der ASP (JAWINA berichtete) widerspricht jeglicher Weidgerechtigkeit, so der Verband

Der Erlass der Obersten Jagdbehörde vom 17. Januar 2020 führt zu erheblichen tierschutzrelevanten Bedenken und Entsetzen der Jägerschaft.

“Vor dem Hintergrund des noch immer drohenden Übergriffs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf Deutschland, hat das MLUK – Referat 35, nun bekanntgegeben die Schonzeit für wiederkäuendes Schalenwild bis zum 31.01.2020 auf Antrag auszusetzen und ruft auf, vermehrt Bewegungsjagden durchzuführen,. Den Abschuss anderen Wildes als des Schwarzwildes, insbesondere des seitens der Landesforst ungeliebten Reh- und Rotwildes  könne man ja dann gleich mit “erledigen”, wenn schon einmal Unruhe im Wald herrsche”, schreibt der LJVB in einer aktuelle Pressemitteilung. Darin heißt es weiter: “Wie bitte ??

Gemäß Jagdgesetz und allen tierschutzrechtlichen und wildökologischen Aspekten Rechnung tragend endet die Jagdsaison auf Schalenwild, außer Schwarzwild, mit dem 15. Januar. Rehwild, Rotwild, Damwild befinden sich im Wintermodus. Und die meisten Bachen sind dann hochtragend, einige haben schon ihre Frischlinge – Mutterschutz ade??

Doch dessen nun nicht genug – liegt seit heute bereits gar ein Antrag zur Verlängerung der Aufhebung bis zum 29. Februar vor ! Niemand hat davon gewusst; im gestrigen Fachgespräch auf der Grünen Woche in Berlin mit den Entscheidungsträgern keine Silbe davon ! Die erste Amtshandlung des neuen grünen Ministers ist es offensichtlich, die Jägerschaft zu überrumpeln !?

Zieht man es vor, gar nicht mehr mit den Jägern zu reden ? Denn diese streiten durchaus für das Recht der Wildtiere – ohne den Einsatz ihres Brandenburger Präsidenten wäre aus der Schonzeitaufhebung in den grenznahen Gebieten doch auch lieber gleich eine für ganz Brandenburg geworden.

Der Landesjagdverband appelliert in aller Deutlichkeit an alle seine Mitglieder, diesem “Rundumschlag” der Behörde nicht zu folgen ! Eine verstärkte Einzelbejagung des Schwarzwildes hingegen ist durchaus zu bejahen und dient der Seuchenprävention. Keine Frage, hier können und sollten alle Jäger nach ihren Möglichkeiten unterstützen.

Denn jeder, wirklich jeder, möchte das Eindringen der ASP nach Deutschland verhindern. Doch sie nun durch die Oberste Jagdbehörde als Schutzschild zu verwenden, um auf diese Weise gleich noch mal einige andere Waldbewohner zu erlegen, die man ja sowieso loswerden möchte, ist ein hinterlistiger Schachzug, der auf dem Rücken der Wildtiere ausgetragen werden soll. So geht es nicht ! Da machen die Jäger nicht mit!! PM

Beitragsbild: Feuer frei – nicht nur auf Schwarzwild (Symbolbild) Foto: SE

18 Gedanken zu „LJVB empört: “Grüner Minister lässt OJB von der Kette”

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Hier liegt ganz offensichtlich ein Irrtum vor. Im Schreiben des MLUK vom 17.01.2020 ist überhaupt keine Rede davon, die Aufhebung der Schonzeit nur in grenznahen Revieren zu genehmigen! Diese Regelung gilt für ganz Brandenburg. Einen Einsatz für die Jägerschaft durch den Präsidenten des LJVB kann ich hier beim besten Willen nicht erkennen. Der Zynismus im Schreiben de s MLUK ist kaum zu überbieten. Zitat: ” Die alleinige Bejagung des Schwarzwildes über Drückjagden führt allerdings zwangsläufig dazu, dass auch das übrige – ab dem 16. 1. geschonte Wild – mit bejagt, aber nicht erlegt werden darf. Weder die Treiber, noch die Hunde, noch das Wild können hier unterscheiden bzw. steuern, wer beunruhigt wird. Das ist tierschutzrechtlich bedenklich.” Die logische Folge einer solchen Aussage kann doch nur sein, nach dem 15. Januar eben keine Bewegungsjagden mehr durchzuführen. Es hat sich im MLUK anscheinend noch nicht herumgesprochen, dass die Höhe unserer Schwarzwildbestände, die ganz sicher reduziert werden muss, mit der Prävention der ASP nichts zu tun hat. Und für waldbauliche Fehler der Vergangenheit ist unser Wild auch nicht verantwortlich. Ich empfehle den Damen und Herren im MLUK einschließlich des Diplom-Kaufmanns an der Spitze , sich den Paragrafen 1 unseres Jagdgesetzes mal gründlich durchzulesen! Ähnlichen Wahnsinn mit Drückjagden bis in den Sommer plant übrigens auch Minister Backhaus in Mecklenburg-Vorpommern.

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  2. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    In einigen Bundesländern ist die Jagd auf Schalenwild bis Ende Januar erlaubt, es müssen ja nicht gleich Drückjagden sein, und es gab hierzu keine großen Diskussionen. Bei den wiederholt milden Wintern wird die Jagd auf Schwarzwild zur Fleißaufgabe aber auch zu einem “unappetitlichen” Geschäft, wenn beim Aufbrechen von weiblichen (auch jungen) Stücken eine Tracht zum Vorschein kommt. Leider dürfte aber, wie aus Brandenburg zu lesen, die Koexistenz zwischen Forstverwaltung und Landesjagd wegen der regiden grünen Jagdpolitik langfristig gestört bleiben. Eine Schonzeitaufhebung bis Ende Februar auf alles Schalenwild käme einer vorsätzlichen Tierquälerei gleich.

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  3. E. Hahlweg

    Wenn ich das richtig verstehe, fordert der Grüne Minister Vogel die Jäger im Land zu Straftaten auf. Dass er frei von jeglichen wildbiologischen Kenntnissen ist hat er sicher mit Vertretern der OJB-BB gemeinsam. Der LJV muss hier prüfen, ob nicht Anzeige zu erstatten ist.

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  4. Peter- C. Neigenfind. Öffentlichkeitsarbeit JV Bernau

    Der Landesbetrieb Forst in Verbindung mit der Obersten Jagdbehörde entwickelt sich zu einem Staat im Staate. Bundesjagdgesetze werden ignoriert, Jagdzeiten nach Belieben verschoben, Tierschutz ein Fremdwort !
    Der DJV und der LJV Brandenburg sollten endlich juristische Möglichkeiten prüfen um diesen nachgewiesenen Gegnern der Jagd
    auch mal ihre Grenzen aufzuzeigen.
    Peter-C. Neigenfind
    JV Bernau, Öffentlichkeitsarbeit

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  5. Rico

    Wir sind ca. 12000 Jäger im Landesjagdverband Brandenburg. Einige lamentieren hier über Recht und Unrecht. Außer das Emotionen hochkochen passiert nichts. Die Landwirte setzen sich in ihre Traktoren, fahren nach Berlin und blockieren die Stadt für mehrere Stunden. Und das mehrfach. Und werden dort von der Regierung angehört.
    Warum haben wir Jäger nicht den Arsch in der Hose und treffen uns mal auf dem Rasen vor dem Bundeskanzleramt. Von Marionetten wie Scharnwell und Co. können wir nichts mehr erwarten. Woidke, Vogel und Nonnenmacher interessiert es auch nicht wirklich da sie auch nur Marionetten sind. Die Fäden ziehen doch die Sachbearbeiter in den Ämtern. Und die haben schon mehrere Regierungen überlebt. Und wenn sie nicht in Rente gehen sitzen die auch noch länger dort und machen in dem gleichen Trott weiter wie schon immer.
    Also wird sich auch weiterhin nichts ändern.
    Wenn wir Jäger nicht zu den Drückjagden der Landesforsten gehen dann gehen noch mehr Dänen, Holländer, Engländer usw. dort hin und denen ist es zum Teil egal auf was geschossen wird. Hauptsache es wird geschossen. Weil der Wildbestand in deren Ländern ziemlich kaputt bis weg ist. Erst wenn wir diesen Zustand erreicht haben hat die liebe Seele ruhe und wir fahren, sofern wir es uns leisten können, in andere Länder und schießen deren Wild zusammen.
    Und die ASP werden wir nicht verhindern können. Lkw, Transporter usw. die täglich die Grenze von Polen nach Deutschland überqueren werden die Pest flächendeckend in Deutschland verbreiten.
    Trotzdem Wmh, und denkt mal drüber nach.

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  6. Waldecho

    Es ist nachvollziehbar, dass man seinen Unmut auf dieser Seite kundtut. Doch ich denke, so kommen wir da nicht weiter.
    Vom DVO Befürworter LJV haben wir nichts zu erwarten….
    Wo ein Leiter einer Landeswaldoberförsterei die Schonzeitaufhebung beantragt hat, dürfte es nicht schwer fallen Straftatbestände auf seiner Seite und der genehmigenden Behörde zu finden.
    Wie eine rechtliche Würdigung ausfällt, bleibt abzuwarten.
    Zumindest ist eine größere Resonanz als bei zwanzig wütenden Jawina Beitragen zu erwarten.
    Und so lange das Verfahren läuft, muss auch Herr Oberförster bei der Jagdscheinverlängerung ein Kreuz bei „Ich habe Kenntnis, dass gegen mich ein Strafverfahren läuft, machen.
    Man muss auch gar nicht den Weg zur Polizei auf sich nehmen, jeder kann seine Gedanken dazu per Internet polizei.brandenburg.de in Form einer Strafanzeige zu Papier bringen.
    Die Bauern haben es vorgemacht, was da geht….
    Nun muss aber nicht gleich der Weg nach Potsdam oder Berlin sein. Eine Mahnwache direkt vor dem Haus des Oberförsters ist in Anbetracht der Situation nicht einmal anmeldepflichtig.
    Soll er dann doch mal in einer kleinen Ortschaft der Dorfbevölkerung und seiner Familie am Frühstückstisch erklären, warum vor der Tür Leute mit roten Jacken stehen und „aussagekräftige“ Transparente mit sich führen.
    Klar ist es richtig, diese Sauerei ist in Köpfen entstanden die weit von uns weg wohnen. Allerdings ist Herr Oberförster „Mittäter“, wenn er so etwas zulässt und mitträgt!

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    1. admin Beitragsautor

      “Mahnwachen” (also persönliche Einschüchterung einer Zielperson, aber gern auch seiner Familie inkl. etwa anwesender Kinder durch Anwesenheit einer größeren Menschenmenge mit unklaren/zweifelhaften Absichten) vor den (Privat-)Häusern von Andersdenkenden und -handelnden oder auch nur Leuten, die im Rahmen die Dienstpflichten zu letzterem gezwungen sind – das sind so Methoden, die in diesem Land ja wohl endgültig passé sein sollten…
      Es ist nur noch brechreizerregend, zu welchem Hass sich manche Weidgenossen durch Auseinandersetzungen über konträre jagdliche Auffassungen anstacheln lassen – deshalb ist es allerdings auch an der Zeit, dass die zunehmend durchideologisierte und rücksichtslos ihre Vorstellungen durchsetzende Jagd- und Forstverwaltung – und deren oberste Dienstherren! – dies wieder beherzigen. Gesellschaftlicher Friede ist ein hohes Ziel, das die oberste Maxime muss jeglichen Verwaltungshandelns sein muss. SE

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      1. mikka

        Danke Admin!
        Im Übrigen werden die Jagden bis Ende Januar nur noch mehr Verbiss bringen. Die wissenschaftlichen Erklärungen hierzu findet jeder zu Hauf in der Fachliteratur. Bleibt sachlich und fachlich. Die Hausaufgaben muss Jeder, auch die Landesforsten selbst und eher im Jahr machen.
        Die Handlungsmaximen von ÖJV und ANW sind unverwechselbar zu erkennen, das sind die wahren Brandstifter. Man kann nur durch eine starke Interessensvertretung den Ministerien die Augen öffnen. Ideologie auf dem Rücken des Wildes kann keine Lösung sein.
        Wie wäre es fürs Erste mit Wildfolgevereinbarungen fürs Schwarzwild, mit zentralen Wildannahmestellen mit garantierten Preisen oder eben auch mit Abschussprämien, mit Landwirten, welche sich jagdlich beraten und fördern lassen oder einfach nur mit ZUSAMMENARBEIT!!

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        1. Jäger aus Walhall

          Mikka
          Richtig-die Jagden werden zu noch mehr Verbiss führen und dieser wiederum als Begründung für noch mehr Jagd herangezogen.
          Da wird ein Verbissgutachten erstellt und Feuer Frei, die Marie!

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  7. Zündelnerlaubt

    Die testen in Brandenburg schon mal aus, wie weit sie gehen könnenum die bösen Forstschädlinge loszuwerden, nix weiter.

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  8. Waldecho

    Es geht keineswegs darum eine Zielperson einzuschüchtern und schon gar nicht um zweifelhafte Absichten!
    Ich muss bereits meinen Kindern vor meiner Haustür erklären, warum bei uns ständig Treibjagden stattfinden und Reh- und Rotwild aus unserer Gegend verschwunden sind.
    Durch Dienstpflichten zu Unrecht gezwungen, was ist mit dem Recht auf Remonstration?

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  9. Enok1969

    “ohne den Einsatz ihres Brandenburger Präsidenten wäre aus der Schonzeitaufhebung in den grenznahen Gebieten doch auch lieber gleich eine für ganz Brandenburg geworden.” Was liest man da zwischen den Zeilen? Der Präsident hat der Aufhebung der Schonzeit für Reh-, Dam- und Rotwild doch teilweise zugestimmt? Was soll das? Tierschutz in Teilen Brandenburgs ade? Hat er nach der Meinung seiner Mitglieder gefragt? Hier wird der Verband unterwandert. Herr Dr. Wellershoff sollte doch wissen, dass ein Kuschelkurs mit den Grünen nicht funktioniert und das Ende der weidgerechten Jagd in Brandenburg bereits eingeläutet wurde. Sollte er dass nicht erkennen, sollte er seinen Hut nehmen!

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  10. Waldfreund

    Das Waldgesetz in Brandenburg fordert seit 1992 die Entwicklung zu einem möglichst gesunden und leistungsfähigen Wald, da er eine wesentliche Lebensgrundlage für alle Lebewesen darstellt. Im Bundesjagdgesetz (seit ca. 50 Jahren) und in den nachgeordneten Gesetzen werden die forstlichen und landwirtschaften Belange der Jagd vorangestellt. So sollen auch das Grundeigentum und die Bewirtschaftungsgrundlagen gestärkt werden. Die aktuellen Bundes- und Landesinventuren zum Waldzustand zeigten unmissverständlich, dass Brandenburg mit die höchsten Schalenwildbestände in Deutschland besitzt und hinsichtlich Verbiss auch mit die höchste Entwicklungshemmung tragen muss. Das ist gesetzeswidrig und nicht zeitgemäß. Nun will die Landesverwaltung in Brandenburg endlich für eine zielorientierte und zeitgemäße Bejagung sorgen und soll ausgebremst werden? Auf welcher Grundlage? Die vorliegenden emotionalen Ausdrücke sind meines Erachtens Zeichen von Hilflosigkeit. Die oft genannten Argumente Tierschutz und Wildbiologie werden mir im Blog meistens zu allgemein betrachtet: Tierschutz ist vor allem auch, bestmögliche Lebensgrundlagen zu schaffen. Und aus der Praxis weiß ich, dass auch ein Freizeitjäger im Februar und März usw. auf Saujagd verschiedene Fehler hinsichtlich Tierschutz machen kann – daher wird die Diskussion meiner Meinung nach sehr einseitig geführt.
    Noch ein Gedanke: die Allgemeinheit kann meiner Meinung nach erwarten, dass zum Beispiel der Staatswald (der per Gesetz in besonderem Maße für das Allgemeinwohl da sein soll) alles unternimmt, um den Wald so naturnah und leistungsfähig wie möglich zu entwickeln. Dass es viele Hürden und Grenzen in unserer Kulturlandschaft gibt, ist dabei ganz klar.
    Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es nicht gelungen ist, den Schwarzwildbestand landesweit einzudämmen. Nun sollen Akteure, die alles versuchen und neue Wege gehen, um eine Ausbreitung der ASP (im Sinne aller) zu verhindern, mit einseitigen Argumenten und Nebenkriegsschauplätzen gehemmt werden?
    Ich glaube und hoffe, dass es der Gesellschaft zukünftig nicht ausreichen wird, nur die Interessen am Wildbestand an sich losgelöst zu betrachten, sondern im Zusammenhang mit den Lebensgrundlagen der Tiere und des Menschen. Wer sich nicht entwickelt und bewegt, der wird langfristig bewegt… In dem Sinne wünsche ich uns einen möglichst sachlichen und lösungsorierenten Umgang mit dem Thema Wald und Jagd.

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    1. mikka

      Hallo Waldfreund,
      es besteht eine jagdgesetzliche Regelung in BB, verbeißendes Schalenwild bis 15.01. bejagen zu können. Diese Jagdzeit resultiert aus Tierschutzaspekten, besonders zum Schutz des weiblichen, tragenden Wildes sowie zum Schutz der Winterruhe bei wiederkäuenden Wildarten.
      Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass besonders Bewegungsjagden im Winter, nach der Wintersonnenwende, zu Stoffwechselstörungen führen, welche einen massiven Energieausgleich der beunruhigten Wildes nach sich ziehen. Ein enormer Verbiss- und Schäldruck ist die Folge.
      Die Schwarzwildproblematik mittels Drückjagden zu entschärfen, welche zwei Wochen länger im Jahr stattfinden können, jedoch sehr viel Tierwohl gefährden und ein vielfaches an Waldschäden provoziert, ist augenscheinlich töricht! Ihr polemisches Geschwätz von Allgemeinwohl und gesellschaftlichen Interessen, deckt sich in keinster Weise mit der Sinnhaftigkeit der gesetzlichen Regelungen.
      Waldbauliche Fehlgriffe der Forstwirtschaft werden doch auch schön unter dem Deckmantel gehalten. Und wenn der Borkenkäfer den gesamten Harz auffrisst fragt auch keiner nach dem Allgemeinwohl. Und wenn im Zuge des durch die Gesellschaft verursachten Klimawandels im märkischen Sand nur noch Kiefer nach der Kiefer als waldbauliches Konzept funktioniert, fragt bestimmt auch keiner mehr nach ihrer ÖJV-initiierten-ASP-Präventionen.

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      1. Waldfreund

        Hallo Mikka,
        bis vor kurzem war auf Landesebene Konsens, die Jagd auf ausgewähltes Schalenwild bis 31.01. bzw. 28.02. durchzuführen. Wieso also nun am 15.01. starr festhalten? Das Datum resultiert meiner Kenntnis nach aus dem Kompromiss, endlich die Jagdzeit für bestimmtes Schalenwild auf den 16.04. vorzuverlegen.
        Grundsätzlich ist die ganzjährige Einzeljagd störender und ineffizienter als die professionelle Gesellschaftsjagd, wenn man wirklich Wildbestände regulieren möchte und muss. Wenn am Ende eines Jagdjahres immer noch enormer Verbiss- und Schäldruck entsteht, liegt es wohl an den dann immer noch zielfernen Wildbeständen im betreffenden Bereich.
        Waldbauliche Fehlentwicklungen sollen ja in Brandenburg nun endlich minimiert werden. Es ist nur legitim, auf die Erfüllung von Abschussplänen hinzuwirken. Hierzu bieten sich die ASP-Präventivmaßnahmen an.
        Jeder Jäger kann dazu beitragen, waldbaulichen Fehlentwicklungen entgegen zu wirken. Zu schnell wird oft die Opferrolle herausgeholt und die bequemste Wahrnehmung dargestellt.
        Im Übrigen ist die märkische Heide längst nicht so hoffnungslos wie von Ihnen formuliert. Ziehen Sie mal einen kleinen Schalenwild dichten Zaun und Sie werden nach ein paar Jahren staunen. Zeitgemäße Verbände wie zum Beispiel ÖJV und ANW können sachlich und fachlich fundierte Erfahrungen und Flächen aufzeigen.

        Waldfreundliche Grüße an Sie!

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        1. mikka

          Tja Waldfreund,
          lassen Sie mal den Zaun weg und stellen lieber wildbiologisch geschultes personal ein.
          bieten Sie Jagdruhe, machen Intervalljagd und schaffen Sie Äsungsflächen und schulen Sei die Jagderlaubnisinhaber. Reden Sie vernünftig und auf Augenhöhe mit den Reviernachbarn und Landwirten, entwickeln Sie ein ganzheitliches Konzept der Wildbewirtschaftung. Dann werden Sie Wunder sehen, waldbaulich sowie gesellschaftlich.
          Ihre Haudrauf-Polemik bewirkt genau das Gegenteil. Mit solchen Methoden, wie Drückjagden zu Unzeiten und gegen das Jagdgesetz, welchen selbst wenn es bis zum 31.01. Jagdzeit erlaubt, noch lange nicht Drückjagden vorschreibt, werden Sie keine Akzeptanz in der Bevölkerung und schon gar nicht in der Jägerschaft erreichen.
          Ich gebe Ihnen jedoch Recht, dass sehr viel jagdliche Unvernunft in der Einzeljagd herrscht. Dies resultiert jedoch unheimlich aus dem Druck welcher auf den örtlichen Wirtschaftern, vor allem jedoch auf den Landesbediensteten liegt. Dieser wird leider sinnfrei von Oben nach Unten weitergegeben. Nochmal: mit solch ideologischen Hetzte und Schönmalerei für absolut tierwohlgefährdender Praxis wie von Ihnen propagiert, ist kein Platz in dieser Welt!

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          1. Schafwirt

            Interessante Aussage: gerade bei der Einzeljagd entscheidet der EINZELNE! Und der ist von niemandem gezwungen und kann jederzeit den Finger gerade lassen. Die Ursache des Verbisses ist nicht der Zaun und auch nicht die Art der Bejagung. Einzeljagd und Gemeinschaftliche Jagden gibt es seit dem der Mensch sich sein Fleisch organisieren muss. Und zu keiner Zeit hat irgendjemand auf einen Ausgleich geachtet. Die Urmenschen haben Wild erlegt zum Essen und nie darüber nachgedacht ob sie Tiere durch jagen im Bestand bedrohen. Ebenso gab es keinen Tierschutz. Und sicherlich auch keinen Gedanken um den Wald. Und wie im Mittelalter mit Wald umgegangen wurde wissen wir. Bei einer Wiese die nicht grün sondern schwarz ist, weil sie überweidet wird, da verstehen alle das zu viele Tiere auf der zur Verfügung stehenden Futterfläche sind. Im Wald fällt das offenbar schwerer. Wenn in der Feldflur Wildschaden entsteht spüren das die Pächter und legen sich mächtig ins Zeug, warum nicht auch im Wald. Und: es will NIEMAND das Wild ausrotten und das Wild äsen muss und somit verbeißt ist auch allen Akteuren klar. Wir sollten alle mal offener und sachlicher mit den jagdlichen Themen umgehen. Bei einer angepassten Wildichte ändert sich vieles, zuerst das Waldbild und zum Schluss auch der Wildbestand! Er wird angepasster also größer weil mehr Äsung und Deckung vorhanden ist. Ich sehe das in dem Teil des Brandenburger Landesforstes in dem ich seit 15 Jahren erfolgreich jage.

  11. mbogo

    Ich gebe Ihnen #mikka vollkommen Recht. Wer Bewegungsjagden ab Januar das Wort redet tritt den Tierschutz mit Füßen! Sowohl die aufgeklärte Jägerschaft als auch alle anerkannten Wildbiologen fordern seit Jahren die Schonzeit ab dem 1.1. auf alles wiederkäuende Schalenwild aus bekannten Gründen.
    Die Aussagekraft von vom Forst selbst erstellten Verbissgutachten dient eher dem politischen und monetären Zweck als einem realen Waldzustandsbericht. Warum weigern sich also Landesförstereien, die als wissenschaftlich anerkannte wildökologische Lebensraumbewertung durchzuführen? Hier kann man direkt ableiten, was an jagdlichen Maßnahmen notwendig oder zu unterlassen wäre.
    Ein Beispiel: Eine Landeswaldförsterei in meiner Nachbarschaft weigert sich, o.a. Bewertung zu erstellen. Ihr eigenes „Verbissgutachten“ weist 85% Verbiss aus. Gleichzeitig beantragen sie Mindestabschuss Rotwild AK0 bis AKII, also die Aufhebung des Abschussplans. Die Abschussplanerfüllung der letzten Jahre liegt allerdings bei nur 40% bis 70%, und das bei höchstem Einsatz, d.h. mindestens vier Drückjagden auf gleicher Fläche im Jahr, also „sehr effizient“, wie #Waldfreund erwähnt. Bei den letzten zwei Jagden mit jeweils mehr als 150 Schützen, nicht Jägern, wurde nicht ein einziges Stück Rotwild mehr erlegt. Der Hinweis des Amtsleiters hierzu: Die Natürverjüngung ist so dicht, wir sehen das Wild nicht mehr. Ohne weitere Kommentare!

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