LJV MV: Von wegen überrumpelt…

Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern hat seine Zustimmung zum Backhausschen Ökojagdgesetz zurückgezogen (JAWINA berichtete) und dies damit begründet, der LJV sei bei dem Runden-Tisch-Gespräch am 22.11. “überrumpelt” worden (JAWINA berichtete). Ein internes Papier lässt massive Zweifel an dieser Darstellung aufkommen.

Denn einer internen Gesprächsnotiz aus den Kreisen des LJV MV (die der Red. vorliegt) zufolge, kamen bereits am 30.10. in der Geschäftsstelle des LJV MV einige Akteure zu einer Beratung zusammen, bei der genau die Themen erörtert wurden, um die es auch am 22.11. am von Minister Backhaus einberufenen Runden Tisch gehen sollte. Mit von der Partie waren “vom LJV die Herren Dr. Böhning, Röpert, Hube, Frau Ebel und Herr Voigt von der Landesforstanstalt die Herren Martens und Lange (zugleich Vorsitzender des obersten Jagdbeirats) von den privaten Waldbesitzern: Herr Dr. von Trotha und Herr Dr. Ahrendt.” LJV, Forst und Waldbesitzer kungelten hier also bereits eine gemeinsame Linie aus.

Grundlage der Beratung war “der Bericht des Landesforstbeirats an Minister Dr. Backhaus vom 29.06.16 zum Thema „Jagd und Wald – Wie sind waldverträgliche Wildbestände zu gewähr-leisten, welchen Einfluss können Waldbesitzer nehmen?“”, heißt es in der Gesprächsnotiz weiter. Im Fortgang des Dokuments wird festgehalten, welche Themen angesprochen wurden und auf welche Regelungen bezüglich neuer jagdgesetzlicher Regelung man sich “geeinigt” habe. Von einer Überrumpelung des Landesjagdverbands kann mithin überhaupt keine Rede sein – und von deutlicher Kritik der jagdlichen Interessenvertreter an den geplanten schalenwildfeindlichen Neuregelungen oder gar entschlossenem Widerstand dagegen schon mal gar nicht.

Dabei bergen die Punkte, auf die sich der LJV mit Forst und Waldbesitzern anscheinend einvernehmlich geeinigt hat, durchaus Konfliktpotenzial. Besonders sauer dürfte vielen Jägerinnen und Jägern die “Einführung von Mindestabschussplänen für weibliches Rot- und Damwild” aufstoßen, zumal diese Formulierung noch beschönigend ist. Denn geplant ist, dass “Stücke der Altersklassen 0 und 1 sowie der weiblichen Altersklassen 2 […] über die geplante Stückzahl hinaus erlegt werden […]. Der Abschussplan gilt dann als um diese Stückzahl erhöht.” Es können also einfach so viele Stücke der genannten Wildarten und Altersklassen geschossen werden, wie man vor die Flinte bzw. Büchse bekommt. Der Abschussplan verkommt auf diese Weise zu einem Feigenblatt, dass der gnadenlosen Wildreduktion bis zum Totalabschuss noch einen Anschein von Planung und nachhaltiger Nutzung verleihen soll. Verlogener geht es nicht mehr – auf diese Art von Pseudo-Jagdbürokratie sollte man dann besser gleich ganz verzichten. SE

Im Folgenden dokumentieren wir den Inhalt der Gesprächsnotiz im Wortlaut:

“Im genannten Schreiben an den Minister wurde von Seiten des Forstbeirats Empfehlungen zur Herstellung waldverträglicher Wildbestände gegeben. Zu diesen Empfehlungen wird wie folgt Stellung genommen:

1. Treib- und Drückjagden

In diesem Zusammenhang wird die Auffassung bekräftigt, dass es generell keine Ein-schränkung für die Durchführung von Treib- und Drückjagden bis zum 31.01. geben sollte. Die derzeit verlängerte Frist durch die Allgemeinverfügung von 21. November 2017 (Aufhebung des Bejagungsverbotes vom 11. Januar 2018 bis 31.07.2021) sollte bis auf Weiteres fortgesetzt werden.

Gründe: Schweinepest und Naturverjüngung und nötige Planungssicherheit für die Bewegungsjagden

2. Verlängerung der Jagdzeit auf den Rehbock über den 15. Oktober hinaus

Die geltende Schonzeit für Rehböcke wird nicht verändert. Aber: Ein fahrlässiger Abschuss eines Rehbockes auf einer Bewegungsjagd in der Zeit vom 16.10. bis 31.1. sollte nicht mehr als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Die Jagdbehörden sind nicht mehr zu unterrichten. Die Ahndung obliegt den Jagdleitern.

Gründe: andere Bundesländer und negative Auswirkung auf Wildbestand/den Abschuss von weiblichem Rehwild

3. Einfaches Wildschadensverfahren im Wald

Aktuelles DFWR-Projekt sollte abgewartet werden.

4. Einführung von Mindestabschussplänen für weibliches Rot- und Damwild

Hier haben wir uns für Rot- und Damwild auf die Formulierung aus der Wildbewirtschaftungsrichtlinie geeinigt, die aber OHNE einen bisher erforderlichen Beschluss der Hegegemeinschaft überall im Land gelten soll. Dazu muss Punkt 2.1.3.4 der Wildbewirtschaftungsrichtlinie wie folgt gefasst werden:

Stücke der Altersklassen 0 und 1 sowie der weiblichen Altersklassen 2 können über die geplante Stückzahl hinaus erlegt werden. Der Abschussplan gilt dann als um diese Stückzahl erhöht. Ungeachtet dessen sind die jeweiligen Anteile in Geschlecht und Altersklasse anzustreben.

Bezogen auf das Muffelwild wird kein Handlungsbedarf gesehen.

5. Einfaches Verbiss- und Schälschadensmonitoring

Im Koalitionsvertrag für die laufende Legislatur ist die Durchführung eines solchen Monitorings vorgesehen. Hier ist die Politik gefordert, dieses umzusetzen. Insbesondere wird der aktuelle Test der LaFo mit externem Berater abgewartet.

6. Fütterungsverbot außerhalb von Notzeiten

Das Fütterungsverbot besteht bereits und soll beibehalten werden. Hier sind die unteren Jagdbehörden zu stärken, um die Einhaltung der Gesetze zu überwachen und Verstöße zu ahnden.

7. Kirrverbot

Ein Kirrverbot wird abgelehnt. (Gründe: Kontrolle nahezu unmöglich und wichtige Voraussetzung für Schwarzwild-Abschuss).

8. Abschuss von Rehwild in eingezäunten Forstkulturen

Einer geforderten, zusätzlichen Regelung bedarf es nicht. Jagdbehörden genehmigen derzeit den Abschuss von eingesprungenem Rehwild zeitnah und problemlos.”

Beitragsbild: ” Vermerk” zum Gespräch von LJV, Forst und Waldbesitzern am 30.10. in der LJV-Geschäftsstelle (Screenshot)

17 Gedanken zu „LJV MV: Von wegen überrumpelt…

  1. Mecklenburger

    Kommentieren muss man den Sachverhalt nicht, die Fakten sprechen eine klare Sprache und fordern Konsequenzen.
    Allerdings gilt mein Dank JAWINA für die augenscheinlich beste Vernetzung. Bleibt zu hoffen, dass dieses Papier einer Vielzahl von Mitgliedern des LJV zugänglich wird und diese hieraus ihre Schlüsse ziehen.
    Wie transparente Öffentlichkeitsarbeit des LJV zu diesem Thema geht, erliest man auf der Homepage des Verbandes unter Aktuelles. Naja, zumindest war es meine Hoffnung.
    Ersatzweise werden aber 10 gute Gründe für die Mitgliedschaft im Verband verbreitet.
    Liebe Interessensvertreter, es könnte ganz vielleicht sein, dass es aktuell mehr als 10 Gründe gibt, den Verband zu verlassen. Und ratet mal, was Thema Nr.1 beim Schüsselreiben der letzten Tage war.

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    1. Forstmann

      Eine längst überfällige Entscheidung, die es uns endlich ermöglicht naturnahe Wälder entstehen zu lassen. Daumen hoch für alle die dafür gekämpft haben und Herrn Backhaus, der einmal mehr mit der Zeit geht und beweist, dass er es verdient hat solange im Amt zu sein. Wenn jetzt noch die Agrarindustrie mit ihren Verbrechen an unserer Umwelt grundlegend neu strukturiert wird, leben wir wirklich im Land zum Leben.

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  2. woodpecker

    Hochverrat!
    Verrat am Wild, an den Hegegemeinschaften, an der Jägerschaft!
    Ohne jegliche Not setzen sich Mitglieder des Präsidiums und der Präsident des LJV/ DJV in gemütlicher Runde mit den Waldbesitzern zusammen um über ein Papier von 2016 zu fachsimpeln….. heraus kommt eine einer Entmündigung von Grundeigentümern, Hegegemeinschaften und Jägern gleich kommende Erklärung. -unglaublich, ein Schlag ins Genick für all die ehrenamtliche Arbeit der Hegegemeinschaften mit katastrophalen Auswirkungen auf Zielbestände, Altersstruktur und GV unseres Schalenwildes. Dies ist wohl das Ergebnis ständiger Einflussnahme der Landesforstanstalt ( wo Beamte ja bereits vorsätzlich falsche Angaben über Schäden zur Erschleichung rechtswidriger Bescheide zur Schonzeiterlegung von UJB/ OJB machten- bisher ungeahndet!) auf das Präsidium und en Präsidenten des LJV.
    Was den Beteiligten nicht bekannt zu sein scheint ist, dass das Landesjagdgesetz MV alle Möglichkeiten bietet, auf zu hohe Wildwirkung einzuwirken. Man muss es nur schaffen, seine Argumente bei den Mitgliederversammlung( Jagdgenossen, Jäger!) der Hegegemeinschaften auf Sach- und Fachebene mehrheitlich durchzusetzen. Auch der Jagdbeirat ist aus allen notwendigen Interessenvertretern fachlich besetzt, warum wohl?
    Noch ein Wort zu den 14 Erlegungsschwerpunkten des “Gemeinsamen Positionspapiers”; wie kann man mit altem Zahlenmaterial von 2007-2012 arbeiten? Dies ist genau der Zeitraum, wo in vielen Bereichen massiv – in Zusammenarbeit mit den Hegegemeinschaften- in die Bestände eingegriffen wurde, und dies führt jetzt zu einer abenteuerlichen neuen Jagdgesetzgebung? Reduktionsabschuss landesweit? ganz schnell zum neuen Jagdjahr?
    Sollte noch etwas Anstand bei den Herren des Präsidiums vorhanden sein sollten sie freiwillig zurücktreten! Ansonsten sind die Delegierten im Frühjahr gefordert, dem Präsidium das Vertrauen zu entziehen und schleunigst Neuwahlen anzustreben. Einen solchen Landesjagdverband braucht niemand, pfui.
    Ordentliche Jäger wehrt Euch, erhaltet gesunde und angepasste Wildbestände in MV.

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    1. LJV Mitglied

      Was für eine absurde Argumentation „heraus kommt eine Entmündigung von Grundeigentümern..“ durch mehr Rechte und Freiheit erhält der Grundeigentümer doch grade! seine Entscheidungsmöglichkeit (zurück) die er als mündiger Bürger dann ausüben kann. Es wird doch niemand gezwungen am Tag X mit dem Abschuss zu beginnen. Wenn Du meinst kannst du auch am 16.5. mit der Bockjagd anfangen… [Kommentar gekürzt, Netiquette beachten, admin.]

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      1. woodpecker

        Tja, das alte Problem… auch wenn Sie es nicht wahr haben wollen, es gibt eine Menge Grundeigentümer ( auch außerhalb des Waldes) die sich ihrer Verantwortung (Hege)als Jagdgenosse bewusst sind und mit den Hegegemeinschaften Zielbestände vereinbaren, bei den Versammlungen der HG ihre Interessen vertreten – und, um etwaiger unsachlicher Argumentation Ihrerseits vorzubeugen- diese sind nicht immer auch traditionelle Jagdscheininhaber. Es sind halt Leute, die auf und von dem Land leben und sehr wohl etwaige überhöhte Bestände und deren Wirkung erkennen würden. Eine pauschale Öffnung der Abschusspläne weiblich würde den Wildhassern, leider häufig in Försterkleidung die als Jagdleiter Rehwild als rote Ratten bezeichnen, alle Möglichkeiten bieten, das Wild zusammenschiessen zu lassen – am besten gegen Cash….. Die größten Probleme bereitet den Jägern das Schwarzwild- hier müssen schnelle Lösungen her, das interessiert leider wenige Waldbesitzer und Forstverwaltungen, schaut man sich die Erlegungen per 100 ha im Vergleich zu den Pächtern draußen an!

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        1. Pinus

          Ach, das übliche Försterbashing wieder.
          Ist ja nichts neues…
          Ihnen ist bekannt, dass es auch Pächter gibt, die nicht “draußen” gepachtet haben, sondern zusammenhängende Waldgebiete?
          Ihnen ist bekannt, dass es in MV erhebliches privates Waldeigentum gibt, auf das jagdseitig die Landesforst keinen Zugriff hat?
          Ihnen ist bekannt, dass die Sauen sich auf den Maisäckern plumpsrund fressen und die WAK sich einen Wolf abrennt (haha, schönes Wortspiel), um alle Schäden zu begutachten, weil “die Pächter draußen” eben nicht oft genug den Finger am Abzug krumm gemacht haben.
          Ihren Försterhass, vermutlich meinen Sie damit ausschließlich Landesforst/Bundesforst, können Sie getrost stecken lassen.
          Danke.

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  3. HW

    Die beteiligten Präsidiumsmitglieder sollten den Restanstand haben und zurücktreten. Und Dr. Böhning sollte sich überlegen, ob er der richtige Mann an der DJV-Spitze ist.

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  4. HG

    Diese Veröffentlichung setzt dem Ganzen die Krone auf. Ich habe persönlich mehrfach Mitglieder des Präsidiums zum Thema Wild und Wald gehört und eigentlich wundert mich das jetzt nicht. Da haben einige die letzten Jahre mehr darauf geachtet die Karriereleiter im Absehen zu haben als wirklich gemeinsam mit der Basis schon lange bekannte Probleme anzupacken. Vor ein paar Jahren hat der LJV noch gegen den ÖJV geschossen und jetzt versucht man sich zu verbrüdern. Da wird mir schlecht!!!
    Es ist Zeit das gesamte Präsidium auszutauschen, um wieder einen starken Verband zu haben! Hoffentlich ist es nicht schon zu spät.
    Zum Minister möchte ich sagen, dass man eigentlich Schulter an Schulter mit seinen Jägern und auch Landwirten stehen sollte und sich nicht wegen Stimmenfang an die zur Zeit moderne „Ökologie“ klammern muss! In meinen Augen ist das scheinheilig!!!

    Waidmannsheil

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    1. HW

      Naja, wer sich schon mal für Rot (Rot) Grün als alter und neuer Landwirtschaftsminister empfehlen will, muss die Ökofraktion halt schon vorab links überholen.
      Die Landtagswahl kommt schneller als man gucken kann…

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  5. DP

    Der LJV argumentiert, dass Weidgerechtigkeit und Tierschutz auf der Strecke bleiben. Aber wieso verstößt es gegen die Weidgerechtigkeit, wenn z.B. ab 16.4. gejagt wird, wenn Jungwild viel besser angesprochen werden kann (im Gegensatz zur Sommerzeit, in der derzeit Schmaltiere geschossen werden können, was viel eher bedenklich ist). Was ist unweidmännisch daran, sich bei der Drückjagd auf die sichere und tierschutzgerechte Abgabe des Schusses zu konzentrieren, statt so lange nach der Schürze zu suchen, bis die Ricke schon schräg steht. Die Jagdzeit wird übrigens nicht verlängert, wenn die HG von ihrem künftigen Recht Gebrauch macht, eine 6 wöchige Ruhezeit zu empfehlen.
    Tatsache ist, dass es dem Großteil der Jägerschaft unter den z.Z. herrschenden Regularien nicht gelungen ist, den Wildbestand in halbwegs normale (waldverträgliche) Dichten zu lenken. Wer Anwalt für das Wild sein will, muss zuerst Anwalt für den Lebensraum sein, in dem das Wild lebt und der auch für uns Menschen essenziell ist. Gerade in den letzten Jahren haben auch noch die Baumarten Absterbeerscheinungen gezeigt, die lange als relativ stabil galten. Alle von Professor Herzog aufgezeigten Wege wurden bereits gegangen oder konnten, bzw. wollten nicht umgesetzt werden. Daher empfehle ich die Lektüren von Prof. Ammer.
    Was wir jetzt dringend brauchen sind klimaplastische Wälder und die sind arten- und strukturreich auf ganzer Fläche, nicht nur dort, wo gerade der Mensch eine Verjüngung plant. In solchen Wäldern herrschen um 2°C geringere Temperaturen, die Wasserspeicherkapazität ist höher und die Stabilität gegenüber biotischen und abiotischen Schäden ist deutlich erhöht. Leider sind die kaum zu finden!
    Wer angesichts dieser Erkenntnisse mit “Argumenten” kommt wie: “Wald ohne Wild ist mit uns nicht zu machen”, der disqualifiziert sich selbst. Unser Schalenwild ist jedenfalls nicht bedroht, sehr wohl jedoch die hohen Mitgliederzahlen des LJV

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  6. T. Strobitzky

    Es geht eben nicht einfach um die klimaplastischen Wälder, die Vorrang haben sollen. Vielmehr geht es um Wirtschaftswälder, die klimastabil bei gleicher bzw. gesteigerter Ertragsleistung sein sollen. En wirtschaftliche Erwartungen in den auf Hochertrag getrimmten, anfälligen Holzplantagen vertragen keinen Konkurrenten, der verbeißt und frisst. Der Klimaschutz muss nun herhalten. Endlich kann mit höherem Segen ungezügelt gegen verhasste Wildtiere vorgegangen werden, ohne dafür schlüssige Begründungen liefern zu müssen. Dabei handelt es sich wohl eher um einen Stellvertreterkrieg gegen die so unbelehrbare Jägerschaft. Die erleuchteten ökologischen Jäger sollten sich hin und wieder zur Beichte begeben und sich selbst fragen, wo Naturschutz aufhört und wo ideologische Verbrämung und Radikalismus beginnt. Ein Zweck, der unlautere Mittel benutz kann kein heiliger Zweck sein

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  7. T. Strobitzky

    Es geht eben nicht einfach um die klimaplastischen Wälder, die Vorrang haben sollen. Vielmehr geht es um Wirtschaftswälder, die klimastabil bei gleicher bzw. gesteigerter Ertragsleistung sein sollen. Die wirtschaftlichen Erwartungen in die auf Hochertrag getrimmten, anfälligen Holzplantagen vertragen keinen Konkurrenten, der verbeißt und frisst. Der Klimaschutz muss nun herhalten. Endlich kann mit höherem Segen ungezügelt gegen verhasste Wildtiere vorgegangen werden, ohne dafür schlüssige Begründungen liefern zu müssen. Dabei handelt es sich wohl eher um einen Stellvertreterkrieg gegen die so unbelehrbare Jägerschaft. Die erleuchteten ökologischen Jäger sollten sich hin und wieder zur Beichte begeben und sich selbst fragen, wo Naturschutz aufhört und wo ideologische Verbrämung und Radikalismus beginnt. Ein Zweck, der unlautere Mittel benutz kann kein heiliger Zweck sein.

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  8. DP

    Da kommen Fragen auf an den vorherigen Schreiber T. Strobitzky.
    1. Glaubt wirklich jemand, dass Förster, Naturschützer und all die Interessenvertreter, welche die Erklärung unterschrieben haben, Wildhasser sind?
    2. Schlüssige Begründungen wurden geliefert, z.B. im vorletzten Beitrag, aber es gibt noch mehr, wie die enorme Belastung der Steuerzahler durch Wildschutzmaßnahmen im öffentlichen Wald und die entgangenen Naturverjüngungen, die teuer gepflanzt werden müssen. Aber welche Begründung gibt es eigentlich für so exorbitant hohe Wildbestände, die in Naturwäldern so nie vorkommen würden?
    3. Wieso werden stichhaltige Argumente mit ideologischer Verbrämung gleichgesetzt?
    4. Wieso bin ich radikal, wenn ich mich für das Positionspapier Wald und Wild ausspreche? Schießen die anderen Jäger mit Betäubungsgewehren?
    5. Um welche unlauteren Mittel geht es?
    Also ich habe nichts zu beichten, aber vielleicht die, welche Wörter wie Krieg und Hass benutzen.

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  9. Waldecho

    Hallo DP!
    Zu Punkt 1.
    Mit Sicherheit sind nicht alle Förster und deren Interessenvertreter Wildhasser. Auch die ÖJV Mitglieder lieben die Jagd und somit zwangsläufig auch das da hochgemachte und erlegte Wild. Manche von denen erweisen dem erlegten Wild auch die entsprechende Ehre.
    Allerdings frage ich mich, wenn einige mit Stolz verkünden, ich habe mein Revier rotwildfrei geschossen, Schalenwild als Dreckszeug, Schädlinge, Knospenfresser usw. bezeichnen, was da für ein verstörtes Verhältnis zur Natur vorliegt.
    Zu Punkt 2.
    Ja, auch der Steuerzahler wird stark belastet, es ist kein Einzelfall mehr, dass in Brandenburg bei angelegten Großjagden der Landesforst eine nicht nennenswerte Strecke
    erreicht wird. Zahlende Teilnehmer sind da kaum noch vertreten. So ein Beamten- oder Forstangesteltengehalt wäre da besser bei Pflanzenkauf oder Aufforstung besser angelegt. Aber es wird stursinnig weiter gemacht, weil wurde ja von “Oben” so angeordnet. Selbst einige Forstbeamte haben da kein Verständnis mehr.
    Wild wird dafür verantwortlich gemacht, wenn gepflanzte Laubbaumarten nicht wachsen und eingehen. Der teilweise unnötige Zaun und die Pflanzen haben eine Menge Steuergelder verschlungen. Problem, die Dinger wurden nicht abgefressen sondern sind vertrocknet, weil auf manchen armen Sandböden nur Kiefer und Robinie wächst.
    Zu Punkt 3. und 4.
    Sind wir doch mal ehrlich, wo wird das ganze hinführen!?
    Die Vergangenheit hat doch gezeigt beim Beispiel Biber und Wolf ist doch alles aus dem Ruder gelaufen. Genauso wird es bei der Rotwildbejagung kommen,, nur anders rum. Es wird nicht wie immer gesagt wird Wildbestand dem Wald angepasst, nein es wird in sämtlichen Gegenden genetisch verarmen und auch ganz verschwinden. und niemand wird den Wahn rückgängig machen. Ist es richtig, das sich unsere Nachkommenschaft in den Zoo begeben muss, um gewisse einheimische Tierarten zu besichtigen?
    Das soll jetzt keiner falsch verstehen, ich bin keineswegs ein Freund von überhöhten Wildbeständen, aber in einem Rotwildkerngebiet gehören nunmahl mindestens 2 Stück Rotwild auf 100ha hin.
    Zu Punkt 5.
    Ein unlauteres Mittel ist z.B. die Überjagung von Jagdgrenzen. Wild aus fremden Revieren zu jagen, um dann bei sich zu erlegen…..das geht gar nicht!
    Und da sind es nunmal in erster Linie die Landesforsten, denen fremdes Eigentum und Jagdrecht missfällt. Wenn diese Leute ein eigenes Rievier hätten, würden die da mit Sicherheit anders drüber denken und ich komm doch auch nicht abends in Ihr Wohnzimmer, hol mir die Freundin von der Couch….
    Nun könnte man sagen, ein probates Mittel um ASP zu verhindern und den Schwarzwildbestand zu senken.
    Jetzt machen Sie sich mal den Spaß als Revierinhaber, der Landesforst ein Überjagen im gewissen Maß zu genehmigen, aber ohne dann Böcke und weibliches Rotwild der Altersklassen I und II zu erlegen. Sie werden sich wundern!
    Unlauteres Mittel durch eigenes jahrelanges Versagen ist auch das Schalenwild für Klimawandel, missglückten Waldbau usw. verantwortlich zu machen und der Bevölkerung was vorzulügen.
    So DP….nun ab zur Beichte!

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  10. T. Strobitzky

    Liebe(r) DP, da ist nicht viel hinzuzusetzen. Die Polemik sei gestatte gewesen. Sie entspringt einfach der Not, das ober-arrogante Behörden und (vielleicht nur 10 %, aber wortführende) ideologisch verbrämte Mitglieder des ÖJV und Co. den Ton angeben. Letztendlich haben diese jede sachliche Diskussion, ob jagdrechtlich oder wildbiologisch geführt, abgelehnt und unterbunden. Und wenn die anderen 90 % anders denken, so haben sie doch diese katastrophalen Veränderungen gebilligt und unterstützt. Wenn es einen Dialog geben soll, müssen jeweils auf beiden Seiten die Hardliner, die Scharfmacher und die Ignoranten eingefangen werden. Dann kann es einen sachlich fundierten Dialog mit geeigneten Lösungswegen geben.

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  11. T. Strobitzky

    Liebe(r) DP, da ist nicht viel hinzuzusetzen. Die Polemik sei gestattet gewesen. Sie entspringt einfach der Not, das ober-arrogante Behörden und (vielleicht nur 10 %, aber wortführende) ideologisch verbrämte Mitglieder des ÖJV und Co. den Ton angeben. Letztendlich haben diese jede sachliche Diskussion, ob jagdrechtlich oder wildbiologisch geführt, abgelehnt und unterbunden. Und wenn die anderen 90 % anders denken, so haben sie doch diese katastrophalen Veränderungen gebilligt und unterstützt. Wenn es einen Dialog geben soll, müssen jeweils auf beiden Seiten die Hardliner, die Scharfmacher und die Ignoranten eingefangen werden. Dann kann es einen sachlich fundierten Dialog mit geeigneten Lösungswegen geben.

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