LJV Brandenburg fordert Verzicht auf Trichinengebühren

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) fordert alle Landkreise eindringlich auf, die Präventionsmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) jetzt zu intensivieren und zumindest die Trichinenprobenuntersuchungsgebühr für Frischlinge bis 20 Kilogramm auszusetzen. In einer Pressemitteilung des LJVB heißt es: Allein im August wurden sechs neue ASP-Fälle in Polen bekannt. Ein Fall liegt bereits 50 Kilometer weiter westlich als alle bisherigen. Das berichtet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Mit der weiteren Ausbreitung des Virus steigt das Einschleppungsrisiko der tödlich verlaufenden Krankheit nach Brandenburg.

„Für die verheerend wirkende Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, steht kein Impfstoff zur Verfügung. Wirksame Präventionsmaßnahmen sind jetzt das Gebot der Stunde. Wir fordern deshalb alle Landkreise auf, dem Beispiel Potsdam-Mittelmark und Dahme-Spreewald zu folgen, die den Jägern bereits Erleichterungen bei der Trichinenprobengebühr gewähren.“, so Dr. Petra Schneller, Veterinärin und Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbandes Brandenburg e.V.

Um das Infektionsrisiko zu mindern, müssen die Jäger mehr Wildschweine schießen und damit im Frischlingsalter beginnen. Jedes erlegte Wildschwein ist vor dem Verzehr auf Trichinen zu untersuchen. Weil dafür in den meisten Landkreisen eine Gebühr anfällt, übersteigen die finanziellen Aufwendungen bei der Erlegung von Wildschweinen mit geringem Gewicht bei weitem den Erlös aus dem Verkauf des Fleisches. Die Jäger zahlen drauf.

Matthias Schannwell, Geschäftsführer des LJVB: „Ich empfehle allen Jägerinnen und Jägern in den Landkreisen, die bisher keine Erleichterungen bei den Trichinenprobengebühren beschlossen haben, einen Antrag auf Gebührenbefreiung zusammen mit einer Trichinenprobe einzureichen. Damit erhöhen wir den Druck auf die Verwaltungen, unserer Forderung zu folgen, denn jeder Antrag muss einzeln beschieden und begründet werden.“ Einen Musterantrag stellt der LJVB auf seiner Homepage und auf Anfrage zur Verfügung.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Brandenburger Landtag das Ministerium für Verbraucherschutz aufgefordert, die Landkreise bei der kostengünstigen und unbürokratischen Organisation der Trichinenuntersuchung zu unterstützen. Die Unterstützung der Bejagung und somit auch der Erlass der Gebühr liegen daher eindeutig im öffentlichen Interesse.

Wildschweine sind hierzulande weit verbreitet und ihr Bestand nimmt aufgrund der Klimaveränderungen und des Strukturwandels in der Landwirtschaft weiter zu. Hohe Bestandsdichten bergen ein größeres Ansteckungsrisiko im Falle von Tierseuchen wie der ASP. Eine Einschleppung der ASP nach Brandenburg hätte einen millionenschweren Schaden in der Schweinewirtschaft zur Folge. PM LJVB

Beitragsbild: Schwacher erlegter Frischling: Zur Bekämpfung der ASP müssen insbesondere auch Frischlinge bejagt werden. Bei den geringen Wildbretgewichten lohnt sich die Verwertung nicht, wenn auch noch Gebühren für die Trichinenuntersuchung anfallen. Foto: privat

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