Leseempfehlung: Schafe – die “ultimative jagdliche Herausforderung”

Warum Jäger die eigentlichen Naturschützer sind – Trophäenjagd als Artenschutz

In einem reich bebilderten Artikel “The Ultimate Pursuit in Hunting: Sheep” von John Branch berichtet die New York Times über eine der exklusivsten Jagdarten: Die Jagd auf Wildschafe gilt Eingeweihten als die jagdliche Herausforderung. Zum einen, weil die Jagd auf die scheuen und wachsamen Tiere wochenlanges Pirschen in Hochgebirgslagen erfordert und dem Jäger damit physische Strapazen auferlegt und jagdliches Können verlangt wie kaum eine andere, zum anderen, weil zuvor glamouröse Summen als Eintrittsgeld zu entrichten sind. Lizenzen für den Abschuss eines Trophäenträgers – sehr alter männlicher Tiere, die an der Reproduktion oft nicht mehr teilnehmen und ohnehin bald eines natürlichen Todes sterben würden – werden für sechsstellige Dollarbeträge versteigert. Der Rekord liegt bei 480.000 Dollar für eine Lizenz auf ein Rocky Mountains Dickhornschaf, die 2013 in Montana versteigert wurde. Zu behaupten, dass die Wildschafjagd ein Sport für reiche Männer sei, sei absolut korrekt, sagt ein von der NY Times interviewter Schafjäger, der hinzufügt: “Aber wenn es die reichen Männer nicht gäbe, wären auch die Schafe nicht mehr da.”

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Präparate (u.a.) von Wildschafen bei Hornady in Grand Island, Nebraska. Foto: SE

Denn die Einnahmen aus den Lizenzen fließen in Artenschutzprojekte, die den seltenen Wildschafen zugute kommen: Von den 480.000 Dollar für die Rekordlizenz flossen hunderttausende in das Budget der Naturschutzbehörde Montana Fish, Wildlife & Parks, die für den Erhalt der großartigen Nationalparks aufgewendet werden. Die 100.000 Dollar, die ein Mann aus Michigan für den Abschuss eines Rocky Mountains Dickhornschafs bezahlte, gingen an den Stamm der Chippewa Cree, die davon zwei Wildhüter ausbildeten, ausrüsteten und bezahlten, die sich um  den Schutz von Natur und Wildtieren in dem Reservat kümmern. Das “Paradox der Jagd”, schreibt die NYT, sei in kaum einem Fall so unübersehbar wie bei Wildschafen: Die Jäger sind die eigentlichen Naturschützer. Wer 300.000 Dollar für eine Lizenz bezahlt, bezahlt dafür, dass dreißig Schafe in Regionen wieder angesiedelt werden können, in denen sie vor 100 Jahren ausgerottet wurden. Lesenswert! SE

Beitragsbild: Wildschaf-Trophäen in der Hornady Munitionsfabrik in Grand Island, Nebraska. Foto: SE

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