Leise zur Drückjagd – Alter Schwede auf junger Amerikanerin

Vor fast drei Jahren kam die Browning BLR-Tracker bei uns auf den Markt. Zeit, sich mit der Waffe einmal näher zu befassen und generell eine Lanze für Brownings Unterhebelrepetierer zu brechen, findet Frank Martini. Ein Erfahrungsbericht.

Amerikanische Lever Action Repetierer sind bei uns auf Drückjagden zwar selten, aber in den letzten Jahren immer häufiger anzutreffen. Bei manchen Stand-, vor allem aber Durchgehschützen rsp. Hundeführern erfreuen sie sich als “Nahkampfinstrument” allmählich wachsender Beliebtheit. Kurz, schlank, führig und feuerstark – was will man “im Dicken” mehr? Das dachte auch ich mir vor etlichen Jahren und wollte es, zunächst leihweise, mal probieren. Dass meine Wahl seinerzeit auf eine Browning BLR 81 Lightweight fiel, war allerdings dem Zufall der Verfügbarkeit geschuldet – und von derartig überzeugenden Erfahrungen gekennzeichnet, dass ich mir im vergangenen Jahr selbst das jüngste Modell aus der Browning Lever Action Rifles (BLR) zugelegt habe: die “Tracker”.

Während BLR bei uns schon seit den 1980er Jahren verfügbar sind und anfänglich sogar noch mit der für  Unterhebelrepetierer (UHR) klassischen englischen Schäftung zu haben waren, mit der man sie heute nur noch von wenigen Direktimporteuren erhält, erfreuen sich die Brownings bei diesem Büchsentyp dennoch einer erstaunlich geringen Verbreitung. Jedenfalls im Vergleich zu den bewährten Flinten oder auch den Browning Automatic Rifles (BAR). Warum nur? Verfügen die BLR-Modelle doch über ein paar äußerst vorteilhafte Alleinstellungsmerkmale gegenüber allen anderen UHR!

Da wäre zunächst ihre bauartliche Auslegung auf klassische Jagdkugelpatronen zu nennen. Im Gegensatz zu den Marlin’s, Henry’s oder Mossberg’s, die allesamt über Röhrenmagazine verfügen, hat die BLR ein Einsteckmagazin. Aus Sicherheitsgründen bleiben Röhrenmagazin-Mehrlader auf die Auslegung auf Patronen mit Flachkopf-Projektilen beschränkt. Bei Spitzprojektilen in Zentralfeuerhülsen wäre die Gefahr einer Stoßzündung in der Magazinröhre zu groß. In den für Hochwild zugelassenen Kalibern bleibt man damit auf solche bis 70 Meter Schussentfernung durchaus wirkungsmächtigen Exoten wie die .30-30 Winchester, die .45-70 Government, die .444 oder .450 Marlin beschränkt. Aber die bei uns sehr verbreiteten .308 Win. oder die .30-06 Sprg. bleiben ihnen bauartbedingt verwehrt.

Großer Vorteil: Die BLR verfügt über Einsteckmagazine. Großer Nachteil: 99 Euro werden für ein Reservemagazin verlangt. Fotos: Frank Martini

Das ist bei den BLR nicht so – und noch ein weiteres Merkmal unterscheidet die Browning von allen anderen: Sie ist der einzige UHR, die im Repetiervorgang die komplette Abzugsgruppe mit ausschwenkt! Während man beim schnellen Nachrepetieren mit den anderen also aufpassen muss, wo der Zeigefinger bleibt, will man ihn nicht am aus dem Kasten stehengebliebenen Züngel “lochen” oder gar eine ungewollte Schussabgabe riskieren, kann der Finger bei der BLR gefahrlos buchstäblich am Drücker bleiben.

Besonderheit: Beim Repetieren der BLR schwingt die komplette Abzugsgruppe aus. Fotos: Frank Martini

Ideal für Linksschützen

Allen UHR gemein ist in der Regel ein ungeschränkter Schaft mit geradem Rücken, was eine bei Drückjagden und im Dicken wünschenswerte niedrige Montage begünstigt und den Waffentyp für insbesondere für Linkshänder ideal macht. Oder haben Sie schon mal versucht, eine moderne kurze Büchse deutscher Provenienz in Linkshand-Ausführung zu finden? Und das auch noch, ohne dass auf die deutlich höheren Preise dafür ein saftiger Aufschlag fällig wäre? Dagegen sind die BLR mit Preisen je nach Ausführung und Anbieter mit zwischen unter 1.100 und unter 1.400 Euronen wahre Schnäppchen. Bei der BLR muss man für diesen Vorteil nicht mit der Beschränkung auf Kaliber leben, die sonst kaum Verwendung finden. Und bei der Tracker, dem jüngsten Spross dieser Baureihe, hat Browning sich noch ein paar weitere Vorteile jüngerer europäischer Gewehre abgeguckt.

Kompakt, führig, Ton in Ton: Die Metalloberflächen ziert eine widerstandsfähige Cerakote-Beschichtung. Fotos: Frank Martini

Zum Beispiel beim Finish und der offenen Visierung. Kamen fast alle BLR bislang in glänzendem Finish mit schwarzer Metalleloxierung und lackiertem Walnuss-Schaft daher und verfügten über ein einfaches Perlkorn, ist das bei der Tracker anders. Nur die Take-Down-Variante der BLR gab es in mattem Stainless Steel und Schichtholzschaft, aber der gleichen einfachen Standardvisierung. Die BLR-Tracker hat von diesen Vorgängern nur den Schichtholzschaft übernommen – aber statt einer Stainless-Ausführung der Metallteile oder gar der glänzend schwarzen Eloxierung verfügt sie über eine matt-anthrazitfarbene Antikorrosionsbeschichtung namens Cerakote. Und auf dem Kornsattel ruht vorn ein längliches Leuchtkorn, hinten ein gelochtes V-förmiges Visier mit weißer Markierung für den schnellen Schuss über Kimme und Korn.

Für den schnelle offenen Schuss: V-Loch-Visierung mit Leuchtkorn. Fotos: Frank Martini

Eine Verbindung zum Drückjagdglas habe ich durch eine EAW-Picatinny-Stahlschiene in Verbindung mit der äußerst wiederkehrgenauen Innomount-Bajonettmontage sehr flach und kostengünstig an meiner BLR-Tracker realisieren lassen können.

Preiswert, tief, wiederkehrgenau : Die EAW-Picatinny-Schiene aus Stahl. Fotos: Frank Martini

Zudem ist sie, also die Tracker, deutlich kürzer als alle BLR vor ihr! Wiesen alle BLR kaliberabhängige Lauflängen von 56 oder 51 cm auf, gibt es die Tracker nur mit 47 cm Lauflänge, womit die Gesamtlänge der Waffe auf deutlich unter einen Meter schrumpft. Je nach Stärke der Schaftkappe misst die Waffe bis zur Mündung gerade mal 96 bis 97 cm.

Kurz und gut

Nun mag man drüber diskutieren, ob sich der Gasdruck einer .30-06 Spr. oder gar der .300 WM aus einem 47er-Läufchen noch sinnvoll nutzen lässt – in der Variante .308 Win. ist das jedenfalls kein Problem. Die Patrone ist der .30-06 zwar leistungsmäßig marginal unterlegen, aber für ihre hohe Eigenpräzision bekannt. Nicht umsonst ist die .308 das alte Natokaliber, und “Mil” übt in der Regel auf Distanzen, für die Nimrod erst mal ein Weitschuss-Seminar bucht. Auf GEE eingeschossen langt die .308 auch aus kurzen Läufen leistungs- und präzisionsmäßig damit auf 200 – 250 Meter jagdlich wirksam durchaus noch hin – Entfernungen, die selbst auf Pirsch und Ansitz eher Ausnahme denn Regel sind und auf Drückjagden nie “bedient” werden müssen.

Die mit der Goldkante: Beim goldenen Ring am Dämpfer endet der Lauf. Fotos: Frank Martini

Die kurze Patrone aus dem kurzen Lauf hat noch einen weiteren Vorteil: einen entsprechend kurzen Repetierweg! Schon ohne große Übung hält man Dank Unterhebel, wo es auf schnelle Schussfolgen ankommt, selbst geübteren Schützen mit  Geradezugrepetierern deutscher Provenienz leicht mit – die Halbautomaten-Fraktion lässt grüßen. Und die geringe Gesamtlänge prädestiniert die Waffe nicht nur fürs “Dicke”, sondern – wo gegenwärtig genehmigungskompatibel – auch für eine “Flüstertüte”. Die ist nicht nur eine Wohltat für die eigenen und die des Hundes Ohren, sondern regelmäßig auch einer ohnehin schon vorhandenen Präzision weiter zuträglich. Und der Waffenlänge nicht allzu abträglich, sofern man das richtige Modell wählt.

Der Stalon W110 verlängert bei hoher Dämpfungsleistung die Waffe nur um 11 Zentimeter. Fotos: Frank Martini

Der Stalon W110

Weil ich den Vorteil der kurzen Büchse nicht durch den Dämpfer wieder zunichte machen wollte, entschied ich mich für den Stalon W110. Alle mir bekannten Hersteller guter Dämpfer sitzen in Skandinavien, die meisten in Norwegen. Stalon ist ein kleiner schwedischer Hersteller mit einer Belegschaft von nur sieben Mitarbeitern, der auf nunmehr knapp 30 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Schalldämpfern für Jagdwaffen zurückblickt.

Die Gründe für diese Wahl waren ganz praktischer Natur. Wegen möglicher Belastungen im Busch und der Temperaturentwicklung schieden aus Kunststoff oder Karbon gefertigte Dämpfer schon mal aus. Mein SD sollte schon eine Serie von Schüssen thermisch problemlos verdauen können. Er sollte zwar nicht zu dick und schwer sein, um die Balance der Waffe nicht zu beeinträchtigen, gleichwohl aber möglichst gut dämpfen, ohne die Waffe zu sehr zu verlängern. Damit kamen schon mal nur Overbarrel-Ausführungen in Frage. Und weil Pulverrückstände in Verbindung mit Kondensat eine ganz ordentlich korrosive Mischung eingehen, wollte ich ohne großen Aufwand in das Teil Einblick nehmen können.

Für Trocknung und Reinigung einfach zerlegbar: Der Stalon W110. Fotos: Frank Martini

Der Stalon W110 ist für diese Prioritäten optimal. Mit einer Dämpfungsleistung von 30 Dezibel spielt er in der Oberliga mit. Mehr wäre nur mit einem A-Tec Mega-Hertz (36 db), dem A-Tec 150-Hertz (32 db) oder einem Hausken WD60 oder WD60 Xtrm (35 db) gegangen – aber entweder um den Preis eines ganzen Zentimeters im Durchmesser mehr und/oder 50 bis 100 Gramm mehr Gewicht gegenüber dem 380 Gramm schweren Stalon. Vor allem aber reichten bei den 24 cm Länge des Stalon nur 11 cm über die Mündung hinaus! Bei den A-Tec oder auch dem dickeren Hausken wären es mindestens 15 cm gewesen. Mit dem aufgeschraubten Stalon misst meine Tracker nur 108 cm und überragt meine alten Sauer-Drilling damit um gerade mal drei Fingerbreite, ist aber noch deutlich kürzer als jeder Standard-Repetierer. Und der Stalon lässt sich über ein Feingewinde in zwei Hälften zerlegen – praktisch zur kontrollierbaren Trocknung und Reinigung. Auch preislich kann er mit den übrigen genannten Modellen mit um die 350 Euro mehr als mithalten. Vermouthstropfen bei der ohne Gewinde gelieferten Tracker ist nur, dass fürs Schneiden eines passenden Gewindes, erneuten amtlichen Beschuss und das Anfertigen eines Überwurfgewinderings etwa noch einmal diese Summe aufzubringen ist.

Etwas aufwändig: Die Anfertigung des Schalldämpfergewindes mit passender Überwurfmutter. Fotos: Frank Martini

Vor- und Nachteile

Bei so viel Überzeugtheit von dieser Kombination soll die Kehrseite der Medaille nicht unbeleuchtet bleiben. Zunächst zur Waffe, auf die sich die Kritik eigentlich beschränkt. Ohne montierten SD geschossen, macht die Kurze in .308 schon ordentlich Radau und Mündungsfeuer. Der Rückstoß ist bei diesem Kaliber zwar auch mit dem kurzen Lauf zu vernachlässigen, das Schwingverhalten dagegen nicht unbedingt. Durch den recht kurzen Lauf liegt der Schwerpunkt weit hinten, was beim Mitfahren auf bewegliche Ziele eine gewisse Gewöhnung erfordert. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig für von Stechern und Feinabzügen verwöhnte Europäer sind die Abzüge mit ihren gut 2,5 kg entsprechenden, den US-Produkthaftungskriterien genügenden Abzugswiderständen sowie deren Vorzug und Kriechen.

Für den Overbarrel-Dämpfer musste die Kornmontage leider weichen. Fotos: Frank Martini

Beim Verkaufsgespräch gefragt, ob er da nix machen könne, grinste mein nicht umsatzträger Büchsenmacher nur und meinte so trocken, wie ich mir den Abzug gewünscht hätte: “Geh’ erst mal schießen.” Dafür danke ich ihm bis heute! Während es bei dem mittlerweilen vielerorts geforderten Schießnachweis im Erstversuch noch für gerade so eben bestehensrelevante 56 von 90 möglichen Ringen ausreichte, von denen gerade 10 auf die bewegte Scheibe entfielen, sah das im Folgejahr – nun mit etwas mehr Übung und dem mittlerweile endlich montierten SD – deutlich anders aus. Mit 27 Ringen auf den Bewegten standen am Ende 83 der möglichen 90 Ringe auf der Scheibe! Wie schnell man sich an beides, Abzug und Schwingverhalten, gewöhnen kann, zeigten auch bereits die ersten beiden Jagden.

Verblendung der Kornmontage und Schalldämpfer-Gewinde: So lässt sich das Original-Korn jederzeit wieder montieren. Fotos: Frank Martini

Einen weiteren Nachteil mag man darin sehen, dass sich bei allen UHR die Kammer nicht ohne weiteres entnehmen lässt. Für die Laufreinigung ist das ungewohnt. Ist die Anwendung einer Putzschnur mit Messingbürste für das Durchziehen zwischendrin noch keine Umstellung, ist spätestens die Arbeit mit dem Putzstock mündungsseitig ungewohnt. Ob mit Filz oder Messingbürste sollte man beim Einführen Obacht geben, der Senkung an der Mündung keine präzisionsrelevanten Macken zuzufügen. Auch sollte man bei Grundreinigungen den Filz nicht tropfnass mit Robla tränken und aufpassen, dass beim Einpressen durch die Mündung austretender Ammoniak-Reiniger nicht quer über die Knarre oder gar zwischen Überwurfring und Mündungsgewinde gerät. Weil die Waffe dabei in der Regel mit der Mündung nach oben senkrecht steht, würde zu üppige Tränkung das Zeug auch ins Patronenlager und weiter laufen lassen, sorgte man nicht mit einem dort eingedrehten Lappen oder Papiertuch vor.

Wenn Anblick ausbleibt hilft nicht einmal die BLR. Fotos: Frank Martini

Solange man vor einer Grundreinigung aber nicht hunderte Projektile mit verkupferter Oberfläche durchjagt, reicht ein vorsichtig geimpfter Filz aus. Zwei- bis dreimal hin und her bewegt, ist der schon deutlich schwarzblau – und wenn man die Waffe dann zum Einwirken noch einige Minuten waagerecht ablegt, bedarf es auch nicht vieler weiterer Filze, geschweige denn einer Messingbürste, den Lauf wieder blitzeblank und pupstrocken, die ersten Filze aber noch “pottenschwatt” zu bekommen. Weil mir die Unberechenbarkeit von Ölschüssen nicht sonderlich behagt, habe ich dieses Procedere zeitlich kurz vor Abgabe eines erneuten Schusses gelegt. Der weicht dann nicht sonst wohin ab und befördert garantiert jeden auch nicht öligen Rückstand sicher heraus.

Praxis auf Stand und Jagd

Schon die Vorerfahrungen mit der geliehenen längeren BLR zeigte, dass dieses Gewehrchen einer Eingewöhnung bedarf. Bis zum ersten liegenden Drückjagdfüchslein dauerte es ein wenig, Reh und Sau lagen auf die üblichen Entfernungen im noch lauten Knall rsp. rollierten auf die verbleite .308 Win mit 11 g Teilmantel spitz von Geco. Nach Rückgabe der Leihwaffe vergingen noch ein paar Jahre, ehe die Tracker erschien, und so lag noch ein Restbestand der Munition herum.

Mixed Pickles: Nach Einschießen auf 100 Meter übers 4-fach-Glas zeigte die Waffe auf halbe Distanz trotz “gemischten Futters” eine erstaunlich “gute Verdauung”. Fotos: Frank Martini

Damit war eine erneute Gewöhnung an Schwingverhalten und Abzug vonnöten. Aber die Überraschung war groß nicht nur über deren geringes Maß – auch über die Präzision der Waffe in diesem Kaliber, wie die Fotos belegen. Nun eingeschossen auf eine fast ebenso schwere RWS HIT, lag die alte Geco bei gleicher Entfernung ohne Dämpfer fast Loch an Loch – schon mal eine gute Basis. Die Jagd bestätigte das Vorhaben. Beim ersten Reh waren noch zwei Schuss nötig, weil der erste fehlte, der zweite dafür aber dank schnellen Repetierens möglich wurde und super saß. Auch beim zweiten noch krachend laut erlegten Stück zeigte sich, wie schnell die Gewöhnung an Schwingverhalten und Abzug gelingt.

Klassischer Handspanner: Hahn entspannt. Fotos: Frank Martini

Dann war leider erst mal Pause mit Anlauf – und Gelegenheit zur SD-Montage. Der nächste Besuch zeigte bereits vor dem Antreten zum Scheißnachweis, dass auf die Waffe Verlass ist. Eingeschossen mit HIT auf GEE mussten außer einer der verbliebenen Geco auch noch Kinopillen den Lauf zu einem Vergleich passieren. Das Schussbild dazu spricht Bände! Wenn auch nur auf 50 Meter und gewiss nicht auf maximale Präzision angelegt, zeigt die Waffe jedoch ohne jede Visierverstellung mit allen drei verschiedenen Laborierungen ein nicht nur für Kinosauen tödliches Bild. Auch auf der Jagd zeigte sich im zweiten Drückjahr trotz zunächst fehlender Sauen, wie verlässlich Präzision und Schwingverhalten auch flüchtiges Rehwild bleifrei parieren ohne zu pürieren.

Hahn in gespanntem, feuerbereiten Zustand. Fotos: Frank Martini

Für mich ist die Rechnung mit der Tracker damit vollends aufgegangen und eine echte Empfehlung; insbesondere an SD-Freunde in Verbindung mit dem Stalon. So sehr, dass mich mein Büchsenmacher inzwischen gänzlich schwach bekommen hat. Mit einem unschlagbaren Restposten-Angebot eines Leica Eri 3-12×50 mit Leuchtabsehen auf Innomount wird der eigentlich der Waffe zugedachte Einsatzzweck nach Ende dieser Drückjagdsaison deutlich ausgeweitet!

Entspannter Hahn mit abgekipptem Hammer. So kann nichts passieren. Fotos: Frank Martini

Wer es dagegen mit Dämpfern oder der .308 oder 47er Läufen nicht so sehr hat, sei darauf hingewiesen, dass es auch bei uns ja noch die klassische Lightweight gibt. Mit 56 cm Lauflänge in .30-06 und sogar in .300 WM. Und wem das noch nicht reicht, der sucht sich eben einen Direktimporteur. In den USA ist, auch bei der Take-Down-Variante, eine üppige Kaliberpalette verfügbar; bis hinauf zur ebenfalls kurzrepetierigen .325 WSM. Die bummst sich in die Nähe einer 8×68 S, und wem das in Punkto Rückstoß und Krach ebenso wenig ausmacht, wie die Laborierungsbeschränkungen dieses Exoten hierzulande, weil er vielleicht wiederlädt, wird mit einer BLR sicher auch ohne den Zusatz Tracker glücklich.

Ein Beitrag von Frank Martini

Disclaimer: Der Autor dieses Beitrags hat die beschriebene Waffe nebst Schalldämpfer, Montage, gebrauchtem Schmidt & Bender-Glas sowie allen Handwerksleistungen im deutschen Einzelhandel nach sorgfältiger Abwägung, Auswahl und Entscheidung entgeltlich erworben und steht in keiner persönlichen, familiären oder geschäftlichen Beziehung zu irgendeinem der hier erwähnten Markenrechtsinhaber.

Beitragsbild: Browning BLR Tracker mit Stalon W110 im Drückjagdeinsatz. Foto: Frank Martini

6 Gedanken zu „Leise zur Drückjagd – Alter Schwede auf junger Amerikanerin

  1. Anko

    Schöne Waffe, informativer Artikel. Vielleicht gesellt sich zu meinem a!s gelegntliche Durchgeh- und Dickichtwaffe geführten, sehr klassichen Marlin-Unterhebelreptierer in .45-70 doch irgendwann eine BLR in .308 als Take Down-Version. Die hat was!

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  2. montero

    Warum muss man bei einer Jagdwaffe von einem Nahkampfinstrument schreiben? Auch wenn das unpassende Wort in Anführungszeichen gesetzt wurde, gehört dieser Begriff in einem Erfahrungsbericht nicht hinein.

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    1. Ronny

      Was wir wirklich nicht brauchen, sind selbst ernannte Sprachpolizisten, die anderen vorschreiben wollen, was sie sagen, denken oder schreiben dürfen!!

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  3. Peter

    Natürlich kann man sich auch an schlechte Abzüge gewöhnen! Richtig blöd oder gar gefährlich wird es dann aber, wenn man den Zeigefinger plötzlich wieder an einen guten Feinabzug legt. In jedem Fall hat die BLR einen der schlechtesten, stark kriechenden Schwergewichtsabzüge überhaupt. Das System lässt sich nicht wirklich vom Büchser um die Ecke reinigen, weil man zum Öffnen des Systems viel Know How braucht, welches angesichts der Seltenheit der Waffe nur wenige haben. Möglicherweise ein Ausschlussgrund für Durchgeher und Nachsucher, bei denen die Waffe auch mal dreckig wird. Durch die nach hinten ausfahrende Zahnstange wird zudem Dreck und Nässe in das System einrepetiert. Meine viele Jahre in Liebe und Hass geführte BLR nervte mit ihrem Abzug, insbesondere wenn ich davor eine andere Waffe in der Hand hatte. Neigte zu Repetierproblemen, die sich auch mit dem vierten Magazin und dem Nacharbeiten des System nicht wirklich beheben ließen. Spätestens nach dem 2. Schuss ergab sich mit warmen Lauf auch ein deutlich kletterndes Trefferbild. Die Waffe ist aber sehr handlich und lässt sich über den Hahn mit Sicherheitsrast gut entspannen und sichern. Und abschließend, trotz aller Wiederholungen des Browning Marketings, ist die Waffe nicht der einzige UHR mit ausschwenkbaren Abzug. Das bot schon lange vorher Winchester mit seinem Modell 88.

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    1. Frank

      Hallo Peter,
      stimmt – aber wo kriegt man die 88er denn überhaupt noch. Selbst im US-Markt ist die nach meiner Kenntnis nur noch selten gebraucht zu finden, in D habe ich nicht mal bei egun je eine gesehen. Insofern ist das mit dem USP der BLR nicht so falsch!
      Und zur Hassliebe: Ich hatte vor Kauf der hier beschriebenen Waffe leihweise zwei andere BLR geführt. Obschon bei diesen älteren Modellen Stock und Barrel am Vorderschaft noch mit einer Metallspange zusammengefasst waren, hatte ich das Kletterproblem bei keiner – schließe aber nicht aus, dass es bei dieser Bettungsweise vorkommen kann. Die aber ist zumindest bei der Tracker passé! Auch, dass die (die BLR insgesamt) den schlechtesten, weil kriechendsten und schwergewichtigsten Abzug ever haben, kann ich aus der Erfahung mit den drei unterschiedlichen BLR-Versionen nicht bestätigen; da hatte ich schon Schlimmeres in der Hand.
      Abweichungen von dieser Erfahrung könnten den größeren Toleranzen in der US-Großserienfertigung geschuldet sein – aber wenn es wirklich unerträglich ist, kann man damit immer den BM behelligen – und sollte dies m. E. insbesondere tun, wenn es bei Neuwaffen extrem auffällt. Denn sollte die ladenfrisch aus der Reihe fallen, wird der BM das bei entsprechendem Auftrag der Abzugsüberarbeitung sicher feststellen – und kann so gleich beim Hersteller/Importeur reklamieren, was nach Jahren eher schwierig werden dürfte.

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  4. Martin

    Hallo Frank,
    vielen Dank für Deinen Artikel. Ich führe seit zwei Jahren genau diese Waffe.
    Die BLR (Kal. .308) ist meine erste eigene Jagdbüchse. Vorher führte ich die Mannlicher 8×57 mit Stecher meines Jagdfreundes. Bestückt habe ich meine BLR mit einem
    ZF Kite Optics 2,5-15×56 und EAW-Schwenkmontage. Das Kaliber ist definitiv ausreichend für alles Schalenwild in unserem Land.
    Ich verwende ausschließlich .308 Win Extreme Point 9,7 Gramm der Fa. Winchester. Der GEE dieser Munition liegt bei 200 m und so habe ich meine BLR auch eingeschossen.
    Bei 100 m ca. 5 cm Hochschuß und Streukreis 3 cm. Auf 200 m Fleck und max. 4 cm Streukreis.
    Da ich auch Sportschütze bin, schieße ich sehr oft mit meiner BLR. Aus diesem Grund kann gut beurteilen ob ein gutes Trefferbild Glück ist oder ob die Waffe genau schießt. Meine BLR schießt sehr genau. Weil ich als Sportschütze auch Ordonnanzwaffen schieße (Mauser K98 Bj. 1928) ist mir das „hohe“ Abzugsgewicht meiner BLR nahezu wurscht .
    Klettern habe ich auch nach 5 schnellen Schüssen auf dem Schießplatz nicht beobachten können.
    Ladehemmungen hatte ich auch, aber nur weil ich nicht beherzt repetiert habe.
    Der einzige wirkliche Kritikpunkt ist: Das Reinigen der Waffe. Als Tip, ich benutze Bremsenreiniger und Kompressor. Geht einwandfrei. Meine BLR wird nach jedem Schießen gepflegt .
    Habe jetzt noch ein Leuchtpunktvisier auf EAW Schwenkmontage zum schnellen Wechsel für die Maisjagd und schau mal ob´s funktioniert. Danke für den Tip mit dem Schalldämpfer. Den werde ich auf jeden Fall montieren.
    Die meisten werden lachen, warum ich mich nach langem hin und her für die Browning BLR entschieden hatte: Ich fand sie einfach nur schick und kein Anderer hatte sie. 
    Stand jetzt: Meine BLR tausche ich gegen keine andere Büchse und ich brauche auch keine Andere.
    Mit freundlichen Grüßen
    Martin
    P.S. Ich habe nur meine eigenen Gedanken mitgeteilt und will niemandem zu Nahe treten oder klugsch…. 

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