Legendärer Jäger und Tracker: Larry Benoit ist tot

Über Bier, Wollsocken und Oberschenkelmuskulatur – auch der deutsche Jäger kann von Larry Benoit noch was lernen…

Mindestens 200 der stärksten Weißwedelhirsche, die jemals geschossen wurden, hat ein einzelner Mann erlegt: Der legendäre amerikanische Jäger und Fährtenleser Lanyard Everett – genannt Larry – Benoit. Im Alter von 89 Jahren ist er am 8. Oktober in Duxbury, Vermont, verstorben. Die New York Times nannte ihn einen der “meistverehrten Jäger Amerikas” und verglich ihn mit einer anderen amerikanischen Legende: Dem Baseball-Spieler Babe Ruth, was Benoits ikonenhaften Status verdeutlicht.

Benoit jagte in den Neuengland-Staaten Nordamerikas und im Süden Kanadas. Auch wenn etliche der von ihm gestreckten Hirsche in den Trophäenbüchern verzeichnet sind, maß er den Jagderfolg nach dem Gewicht der Beute, denn Larry Benoit lernte jagen, um seine arme Familie mit Fleisch zu versorgen.

Von seinen Vorfahren, Frankokanadiern und Irokesen, lernte Larry Benoit die für Nicht-Eingeweihte vollkommen unbegreifliche Kunst, die Fährten eines Hirschs über viele Kilometer zu verfolgen. Sein Vater, ein Schmied, brachte ihm zudem bei, kunstvolle Jagdmesser anzufertigen. Larry Benoit hielt wenig von der bequemen Jagd von Ansitzeinrichtungen aus: “Bist du ein Jäger oder nur ein Schießer?” – mit dieser Frage zitiert ihn die New York Times. “Schieß nicht auf den ersten Hirsch, sondern warte auf den, den du wirklich willst”, lautete sein Rat. Und er hatte noch mehr davon parat:

Um einen Weißwedelhirsch, seiner Fährte folgend, zu überlisten, braucht es Ausdauer, Erfahrung, Wissen – und beinharte physische Fitness. Wer nicht in der Lage sei, einem Hirsch im Gebirge 25 Kilometer durch unwegsamstes Gelände zu folgen, solle solange in die Wälder gehen und trainieren, bis er es könne. “Sei kein Klappsessel-Hirschjäger. Geh nicht in die Wälder, um selbst dabei drauf zu gehen.”

Larry Benoit empfahl Zurückhaltung beim Bier, kalorienarme Kost, lieber die Treppen, als den Aufzug zu nehmen, Wollsocken zu tragen und Oberschenkel und Lungenvolumen auszubilden.Notfalls solle man halt in der Mittagspause Liegestütz machen – wenn sonst keine Zeit dafür ist. Und “Übe, dich im Wald leise zu bewegen.”

Larry Benoit hinterlässt vier Söhne und vier Töchter. In den über Generationen weitergegebenen Kenntnissen im Fährtenlesen hat der Larry Benoit seine Nachkommen beizeiten unterrichtet. SE

Bild: Weißwedelhirsch. Quelle: Wikipedia/USDA photo by Scott Bauer

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