Last-Minute-Wildacker

Die Zeit drängt: Wer das Äsungsangebot in seinem Revier verbessern will, muss langsam in die Puschen kommen. Wildäcker schnell und einfach – JAWINA zeigt, wie es geht.

Schritt 1: Geeignete Fächen aussuchen. Viele kleine Wildäcker sind besser als wenige große. Geeignet sind sonnige und möglichst ungestörte Plätze in der Nähe der Einstände. Das können Wald- und Wegrandstreifen oder nicht genutzte Holzlagerplätze sein, im Feldrevier bieten sich Brachen oder Stillegungsflächen an. Wichtig: Einverständnis des Grundeigentümers einholen.

Schritt 2: Fräse mieten, falls nicht vorhanden. Für das hier abgebildete Modell zahlen wir im Baumarkt 45 Euro pro Tag. Ein paar Liter Superbenzin (es ist tatsächlich ein Viertakter) kommen noch dazu.

Einen Subaru hatte ich mir anders vorgestellt – bei der Fräse vertrauen wir auf eine bei Jägern beliebte Marke. Foto: SE

Schritt 3: Mit der Fräse zwei- bis dreimal die ausgewählte Fläche bearbeiten. Das lockert den Boden auf und bereitet das Saatbett vor.

Stark bewachsene Flächen vorher mähen. Foto: SE

Flächen die so stark bewachsen sind wie die in dem Bild oben, müssen vor dem Fräseneinsatz gemäht werden. Die langen Gräser setzen sonst ziemlich schnell die Fräse zu. Wir haben das Mähen mit einer Handsense erledigt. Noch besser geht es mit der Motorsense.

Nach drei Durchgängen sieht selbst diese nicht besonders gut geeignete Stelle schon einigermaßen nach Wildacker aus:

1a Wildacker.

Schritt 4: Das Saatgut – zum EInsatz kommen Hasen-Bio und Kräutermischung von BSV-Saaten – wird gemischt und mit Radicin versetzt. Die in den Wildackermischungen enthaltenen Leguminosen gehen eine Symbiose mit bestimmten Bakterien ein, die in dem (ebenfalls bei BSV-Saaten zu erwerbenden) Radicin enthalten sind. Das kleine Fläschchen enthält Millionen lebensfähiger, stickstofffixierender Bakterien. Deshalb wird es auch nicht ganz voll (nein, es ist nicht ausgelaufen…) geliefert: Die Viecher brauchen Luft zum Atmen. Merke: Radicin-Einsatz steigert den Leguminosen-Ertrag erheblich.

Mischen…

 

… Radicin dazu….

 

… und gut durchmischen.

Schritt 5: Aussaat auf klassische Sämann-Art mit der Saatwanne – fertig. Ideal ist ein pünktlich nach der Aussaat einsetzender Regenguss. 1 Kilogramm Kräutermischung und 2,5 Kilogramm Hasen-Bio reichen für bis zu 1000 Quadratmeter.

Was der Spaß kostet: Zu den 45 Euro Mietgebühr für die Fräse kommen 38,50 für 2,5 Kilogramm Hasenbio, 21,95 für 1 Kilo Waidgreen-Kräutermischung und 25 Euro für das Radicin. Macht gut 130 Euro. Addieren wir noch Sprit für Fräse und Fahrzeuge und Wegzehrung kommen wir auf etwa 150 Euro für 1000 Quadratmeter Wildacker. Nicht berechnet: Zwei Mann, die fünf Stunden geackert haben.
SE/Berndt Fürstenberg

Säen mit der Saatwanne.

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „Last-Minute-Wildacker

  1. Joachim Ernst

    Sehr schöner und vorallem praxisgerechter Artikel. Damit kann man auch im kleinen “Jedermannrevier” etwas anfangen. Es wäre interessant zu sehen, wie sich der Last -Minute-Wildacker im Laufe der Wochen und Monate entwickelt.

    Antworten

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