Landwirtschaft und Gartenbau in NRW fordern: Jagd nicht weiter erschweren

 Starke Bejagung für Landwirtschaft und Gartenbau unverzichtbar

„Wildschäden verursachen in landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen zum Teil erhebliche Einbußen, die ein Erzeuger wegen fehlender Ersatzpflicht hinzunehmen hat. Landwirtschaft und Gartenbau sind daher auf eine flächendeckende Bejagung angewiesen, die die Wildschäden auf das unvermeidliche Maß beschränkt!“ Darauf haben der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Bernhard Conzen, sowie der Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, Christoph Nagelschmitz, vergangene Woche in Bonn eindringlich hingewiesen. Das Land Nordrhein-Westfalen dürfe die Jagd von Wild nicht durch emotional geprägte, sachlich aber wenig überzeugende Beschränkungen unnötig erschweren.

Anlass für diese Feststellung gibt den beiden Präsidenten der von der Landesregierung angekündigte Paradigmenwechsel in der Jagd, nach dem der Tier- und Naturschutz ein neues und entscheidendes Gewicht erhalten soll. Zu befürchten sei, dass das neue „Ökologische“ Landesjagdgesetz, das nach der Sommerpause in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht werden soll, seit Jahrzehnten bewährte Jagdpraktiken ändern oder ganz aufgeben und stattdessen eine allzu stark ideologische Ausrichtung erfahren könnte. Jagd sei aber eben nicht nur Freizeitbeschäftigung oder Hobby. Vielmehr müssten Jagdreviere standortangepasst mit Hilfe einer ausreichenden Wildbejagung bewirtschaftet werden, betonen die beiden Präsidenten.

Schon gegenwärtig hätten die Wildschäden erheblich zugenommen, weil einige Wildarten nur eingeschränkt bejagt werden dürften oder die bundesgesetzlich zulässigen Jagdzeiten auf Landesebene nicht ausgeschöpft würden. Gerade beim vermehrten Anbau von Sonderkulturen (etwa Feldgemüse) träten verstärkt Wildschäden in beachtlichem Ausmaße auf, die aber der gesetzlichen Wildschadensersatzpflicht nicht unterfielen. Die Schäden blieben daher bei den Betrieben in Landwirtschaft und Gartenbau zurück. Auch der vermehrte Bestand an Schwarzwild gebe Anlass zu großer Sorge, so Conzen und Nagelschmitz weiter. Die insbesondere bei Wildschweinen auftretende Schweinepest führe zu einer immensen Gefährdung für die Nutztierhaltung von Schweinen. Dies habe der Auftritt dieser Seuche bei Wildschweinen in den Bereichen Bergisches Land/Rhein-Sieg überaus deutlich gemacht, hätten diese Gebiete doch EU-rechtlich über mehrere kommunale Kreise hinweg zu „Gefährdeten Bezirken“ erklärt werden müssen. Über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren sei diese Maßregelung für die Schweinehalter mit existenzgefährdenden Sanktionierungen verbunden gewesen.

Landwirtschaft und Gartenbau seien daher von Jagdbeschränkungen erheblich betroffen, betonen die Präsidenten. Wenn Jäger der gebotenen Bejagung nicht mehr ausreichend nachgehen wollen, weil diese etwa durch den Landesgesetzgeber zu vielen Beschränkungen unterworfen werden, treffe dies nicht allein die Jägerschaft, sondern auch die in Feld und Flur wirtschaftenden Betriebe. „Der Gesetzgeber muss sich daher sehr gut überlegen, ob er die Jagd weiter erschweren will. Angesichts der gravierenden Auswirkungen auf landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen sollte stets vor der Einführung oder Anordnung von Jagdbeschränkungen überprüft werden, ob und gegebenenfalls welche Wildschäden daraus erwachsen können, und zwar gleichviel, ob diese ersatzpflichtig sind oder nicht“, stellen die beiden Präsidenten dazu abschließend fest. PM RLV/PV

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.