Landgericht Berlin: Vermieter muss Mieter vor Wildschweinen schützen

Der Mieter einer Erdgeschosswohnung in Berlin hat seinen Vermieter verklagt, weil immer wieder Wildschweine in seinem Garten marodierten. Während das Amtsgericht Berlin Wedding in der Vorinstanz noch geurteilt hatte, dass Wildschweine im Garten eines Hauses in Waldnähe keinen Mangel darstellten, kam das Landgericht zu einem anderen Schluss: Demnach hat der Vermieter die Pflicht, seine Mieter mit geeigneten Mitteln vor allzu engem Kontakt mit Wildschweinen zu schützen.

Im Garten des Mieters waren nicht nur vereinzelte Sauen, sondern ganze Rotten, darunter führende Bachen mit Frischlingen aufgetaucht. Er hatte daraufhin selbst einen Stromzaun gespannt und den Vermieter aufgefordert, den alten und schadhaften Zaun zu reparieren. Als nichts geschah, minderte er die Miete und zog vor Gericht.

Das Landgericht befand, dass es unerheblich sei, ob durch die Sauen bereits jemand zu Schaden gekommen sei. Entscheidend sei die von den Tieren ausgehende Gefahr. Der Vermieter müsse geeignete Vorkehrungen treffen, um die Mieter vor Begegnungen mit den Sauen zu schützen. Solange dies unterbleibt, halten die Richter eine Mietminderung in Höhe von 10 bis 20 Prozent für gerechtfertigt. Az. 67 S 65/14 SE

Beitragsbild: Sauen grubbern tagsüber an der Heerstraße, eine sechsspurigen Straße in Berlin. Foto: SE

 

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