Kurztest Ledlenser H14.2: Gute Lampe, durch Spielereien entwertet

Irgendeiner sagte am Jägerstammtisch einmal, die Ledlenser H14.2 sei ein gutes Beispiel für ein an und für sich gutes Produkt, das durch sinnlose elektronische Spielereien entwertet werde. Das bringt es ziemlich genau auf den Punkt. Gut an der Ledlenser H14.2: Sie arbeitet mit normalen Mignon-Batterien (eine Akku-Version gibt es auch), und sie ist wirklich sehr hell. “Passen Sie auf, dass hier nicht aus Versehen ein Flugzeug landet, weil es den Weg für die Landebahn hält”, rief mir ein versehentlich geblendeter Fußgänger – angestrengt kneistend und die Augen mit der Hand beschirmend – einmal zu. Der makellos ausgeleuchtete Lichtkegel lässt sich außerdem sehr gut fokussieren, das Vor- oder Zurückschieben der Vorsatzlinse ermöglicht stufenlose Verstellung von Flutlicht bis Laserschwert. Auch die sauber einrastende Verstellung des Leuchtwinkels, vergleichbar mit dem Wechsel von Abblend- auf Fernlicht, ist gefällig gelöst.

Kommen wir zu den Ärgernissen: Die Ledlenser H14.2 hat zwei Energie-Modi, unterschiedliche Funktionsprogramme beim Einschalten und verschiedene, wählbare Blinkfrequenzen. Alle diese unterschiedlichen Funktion sind über den Drehschalter auf der Rückseite programmierbar. “Die Ledlenser H14.2 ist durch das Ein-Schalter-Konzept extrem einfach zu bedienen”, schreibt der Hersteller auf der Produktseite der H14.2. Naja. Mag schon sein, dass es einfach ist, es ist vor allem aber extrem unintuitiv. Um beispielsweise von dem einen in den anderen Leuchtmodus zu wechseln, muss man den Drehschalter 8 Mal drücken und beim neunten Mal gedrückt halten. Andere Einstellungen sind durch jeweils andere Drück- und Dreh-Choreografien vorzunehmen. Wenn man eine Einstellung verändern will, hat man zuverlässig vergessen, wie oft man dafür jetzt drücken, drehen oder halten musste.

Und leider muss man die Programmierung öfter mal vornehmen, weil die Ledlenser H14.2 die gewählten Einstellungen regelmäßig vergisst. Möglicherweise, weil sich die Einstellungen beim Transport der Lampe im Rucksack oder der Jackentasche durch unbeabsichtigtes Betätigen des Drehschalters verstellen. Die Ledlenser H14.2 ist also eine Stirnlampe, die nicht nur die Lektüre der Bedienungsanleitung erfordert – was schon schlimm genug ist – nein, der Benutzer sollte die Bedienungsanleitung außerdem auch aufbewahren und bei Benutzung der Lampe mitführen, damit er sie im Bedarfsfall konsultieren kann. So unnötig verkompliziert muss der Betrieb einer Stirnlampe doch wohl nicht sein.

Kritik verdient auch der Ein-Aus-Schalter der Ledlenser H14.2. Der ist so leichtgängig, dass sich die Lampe in Rucksack oder Jackentasche regelmäßig unbeabsichtigt einschaltet. Ärgerlich.

Es wäre schön, wenn Ledlenser hier nachbessern würde und entweder eine H14.2 ohne überflüssigen Schnickschnack anbieten und/oder das unbeabsichtigte Betätigen des Power-Schalters und Verstellen der Funktionsarten in einer überarbeiteten Version abstellen würde. SE

Beitragsbild: Stirnlampe Ledlenser H14.2. Foto: SE

6 Gedanken zu „Kurztest Ledlenser H14.2: Gute Lampe, durch Spielereien entwertet

  1. Anko

    Bin ich froh dass ich die nicht habe 😉

    Ich kann dem Autor und anderen von Ledlensers “Drück- und Dreh-Choreografie” geplagten einen Blick zur Konkurrenz von ZebraLight anraten:
    -> z.B. ZebraLight H600w Mk II 18650 XM-L2 Neutral White. Leistungsstark dank austauschbarem Lithium-Akku, handlich, leicht, robust und nach Wahl und jagdlich zu empfehlen mit neutralweißen Licht (keine Farbverfälschung)

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Die empfohlene Lampe wird auf der Herstellerseite unter “discontinued products” geführt.

      Antworten
  2. RK

    Ich habe auch ein Stirnlampenmodell von Mammut, welches schon vor Jahren mit einem simplen kleinen Hebel verhindert, dass sich im Rucksack etwas unbeabsichtigt einschaltet. Auch die neueren Modelle mit einem gummierten Taster sind nicht schlecht, weil man gezielt 2 x in kurzem Zeitabstand drücken muss, damit das Licht angeht. Komisch, dass Hersteller diese praktischen Notwendigkeiten teilweise noch nicht erkennen… LED Lenser erscheint mir ansonsten eine qualitativ gute Marke zu sein, die Handlampe (T irgendwas) finde ich jedenfalls solide.

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Wie gesagt: Das Fazit lautet, eigentlich gut, wenn diese nervigen Details nicht wären.
      Ein aktuelles Beispiel aus der Praxis, das die Anregung zu diesem Test lieferte: Ein JAWINA-Leser berichtet, dass er in fortgeschrittener Dämmerung mit Stirnlampe einen krank geschossenen 25-kg-Überläufer angeht. Er hebt die Waffe, spannt, in dem Moment fängt die Lampe an zu blinken, und er steht im Dunkeln da. Der ÜL geht ab, eine längere Nachsuche wird erforderlich. Das mit dem Blinkmodus ist der eine Energiemodus der Lampe, bei dem über einen gewissen Zeitraum eine gleichbleibend hohe Leuchtkraft erhalten bleibt. Wenn der Akku nachlässt, verabschiedet sich die Lampe dann aber unter nervigem Geblinke sehr schnell. Es gibt einen anderen Energiemodus – der für Nachsuchen und dergl. wesentlich geeigneter ist – bei dem die Leuchtkraft einfach langsam nachlässt, bis die Stirnlampe schließlich erlischt. Ich weiß nicht, wie oft ich den schon eingestellt habe – aber die Lampe wechselt immer wieder zurück in den Blinkmodus. Einfach nur ärgerlich. SE

      Antworten

Schreibe einen Kommentar zu admin Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.