Klöckner für erleichterten Wolfsabschuss

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will den Abschuss von Wölfen in Deutschland erleichtern. In einem “Brandbrief” soll Klöckner Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) aufgefordert haben, “alle rechtlichen Möglichkeiten zur Reduzierung des Wolfsbestandes auszuschöpfen, die das internationale und europäische Artenschutzrecht bereithält”, wie RPonline berichtet. Die Wolfspopulation wachse um 25 bis 30 Prozent pro Jahr, entsprechend nähmen Nutztierrisse zu. Es lebten bereits über 600 Wölfe in Deutschland. Die vom Umweltministerium zugesagten Erleichterungen beim Abschuss sogenannter Problemwölfe reichen aus Klöckners Sicht nicht aus: Das Bundesnaturschutzgesetz müsse derart geändert werden, dass eine “gemäßigte Bestandsregulierung selbst für streng geschützte Arten” wie den Wolf ermöglicht werde, schrieb Klöckner laut RPonline. Klöckner fordere, bei der Erarbeitung von Vollzugshinweisen des Umweltministeriums für die Jäger beteiligt zu werden. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf RPonline. (Screenshot)

3 Gedanken zu „Klöckner für erleichterten Wolfsabschuss

  1. Ronbi

    Wer soll es tun und dafür die Prügel oder besser den Shitstorm aushalten?
    Wie erlegt man einen ganz bestimmten Wolf.
    Gibt es auch zweiwöchige Schnellkurse für Viehhalter im Umgang mit der “Loupara”?

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  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Will man nicht weiter mit den Ausnahmen nach Artikel 16 der FFH-Richtlinie herumdoktern, gibt es nur einen Weg: Überführung des Wolfs ins Jagdrecht sowie Antrag der Bundesregierung an die EU auf Überführung des deutschen Wolfsbestandes von Anhang IV nach Anhang V der FFH-Richtlinie und entsprechende Anpassung des Bundesnaturschutzgesetzes. Gams und Steinbock sind auch in V gelistet. Und wenn kein “Brandbrief” der Landwirtschaftsministerin an ihre Kollegin im Umweltministerium reicht, den dortigen Staatssekretär und ehemaligen NABU-Vorsitzenden endlich zur Vernunft zu bringen, dann muss die Bundeskanzlerin ihre Richtlinienkompetenz zum Einsatz bringen. Warum soll bei uns nicht vernünftig funktionieren, was sich beispielsweise im Baltikum seit Jahrzehnten bewährt hat? Soll wirklich gewartet werden, bis die Bevölkerung im ländlichen Raum die erneute Ausrottung Isegrims fordert bzw. in aller Stille ins Werk setzt?

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    1. Kilalli

      Mal abgesehen von der euphemisierenden Tautologie “gemäßigte Bestandsregulierung” (auch ich kann Worthülsenfrüchte produzieren 😉 ) habe ich immer noch starke Bedenken, den Wolf ins Jagdrecht zu übernehmen. Ich würde nach erfolgtem Abschuss eines Wolfes weder tagsüber Reporter vor meiner Haustür noch nachts Spinner vor meinen Fensterscheiben haben wollen. Ich kann mir auch keinen Komplettsatz neuer Hochsitze leisten. Das stärkste Argument gegen eine Aufnahme ins Jagdrecht ist aber ein psychologisches Problem, das entstehen kann. Bei Übergriffen auf Menschen sind, berechtigt oder nicht, Vorwürfe und vor allem Selbstvorwürfe zu erwarten, die eine andere Dimension annehmen können als der Ärger über eine Ausgleichszahlung am Weizen oder Mais.

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