Klimawandel: 35.000 Walrosse auf Strand in Alaska

Auf einem Strandabschnitt in Alaska drängen sich 35.000 pazifische Walrosse. Wegen des starken Rückgangs der sommerlichen Packeisfelder vor Alaska – eine Folge des Klimawandels – können die Tier nicht, wie gewohnt, auf Eisschollen rasten. Stattdessen ziehen sie sich auf das Festland zurück. Die NASA ermittelte, dass die Ausdehnung des Packeises den sechtsniedrigsten Wert seit 1978 erreicht hat. Das US-amerikanische Geologische Institut (U.S. Geological Survey) hat die Walrossansammlung bei Zählflügen über dem Areal erstmals am 27. September entdeckt. Vier Tage zuvor waren nur 1500 Walrosse auf dem Strandabschnitt gezählt worden.

Ganz neu ist dieses Phänomen nicht: Große Versammlungen von Walrossen wurden in Alaska erstmals 2007 beobachtet. In sechs der seitdem vergangenen acht Jahre kam es wegen des Packeisrückgangs zu solchen Massenansammlungen, wie sie in dem USGS-Video von 2011 gefilmt wurden. Das USGS erforscht mit Hilfe von satellitengestützten GPS-Trackern die Züge der Walrosse in der Tschuktschensee zwischen Amerika und Russland. Noch ist nicht abzuschätzen, wie sich der Packeisrückgang infolge des Klimawandels auf das Verhalten und die Populationsentwicklung der Walrosse auswirken wird. Bislang war es den Walrossen möglich, sich während ihrer Beutezüge in den besten Fanggründen zwischen den Tauchgängen auf Eisschollen zu erholen. Wenn sie  gezwungen sind, in küstennahen Gebieten zu fischen, könnte sich das nachteilig auf ihre Energiebilanz auswirken, befürchten Forscher des USGS. Auch könnten mehr Jungtiere in den Großkolonien an Land totgetrampelt werden. SE

Video: Copyright USGS

 

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