Kleine Kugel auf Frischlinge – Landesforst stellt Fragebogen vor

Die Oberste Jagdbehörde (OJB) des Landes Brandenburg hat in einer Allgemeinverfügung vom 04.02.2016 das Verbot, auf Schalenwild mit einem Kaliber unter 6,5 mm zu schießen eingeschränkt, wie JAWINA berichtete. Künftig soll es erlaubt sein, Frischlinge mit einem Lebendkörpergewicht unter 20 Kilogramm mit einer zur Rehwildbejagung zugelassenen Munition zu erlegen. Jagdausübunsgberechtigte, die von der Regelung Gebrauch machen wollen, sind verpflichtet, einen Fragebogen auszufüllen und von ihren Erfahrungen zu berichten, um eine Evaluation des Vorstoßes zu ermöglichen. In einem Schreiben an die brandenburgische Landesforst-Zentrale hat das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) nun einen umfangreichen Fragebogen vorgestellt, der von Jagdausübungsberechtigten im Landesforst auszufüllen ist, wenn Frischlinge mit der kleinen Kugel erlegt wurden.

Die Abschussprotokolle sollen von den Forstämtern gesammelt und ausgewertet werden. Bis zum 1.4.2017 ist dem MLUL dann ein “Auswertebericht” vorzulegen, der “Aussagen über die Anzahl, das Gewicht, die Fluchtstrecken, die Schussentfernungen und den Wildbretzustand der erlegten Frischlinge macht und abschließend die Tötungswirkung der sog. “kleinen Kugel” einschätzt, heißt es im Schreiben des MLUL (das der Red. vorliegt). SE

Beitragsbild: Schreibarbeit – der Fragebogen für Jäger im Landesforst, die Frischlinge unter 20 Kilogramm mit der “kleinen Kugel” erlegen.

4 Gedanken zu „Kleine Kugel auf Frischlinge – Landesforst stellt Fragebogen vor

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Dieses Paradebeispiel an monströser Bürokratie der Obersten Jagdbehörde ist der sicherste Weg, die Erlegung von Frischlingen mit der sog. kleinen Kugel zu verhindern! Man muss ja mit dem Klammersack gepudert sein, wenn man Frischlinge z. B. mit .222 Rem. erlegt und dann zum Lohn einen solchen Bogen ausfüllen muss. Mal abgesehen davon, dass man ja wohl kaum mit zwei Waffen zur Saujagd geht und zudem kaum davon ausgehen kann, dass Otto Normaljäger einen Bergstutzten mit großer und kleiner Kugel führt. Im Zeichen des Bürokratieabbaus darf man dann wohl getrost davon ausgehen, dass die OJB eine neue Stelle beantragen wird, um die Bogen auszuwerten. Was will man mit der Auswertung erreichen? Dass ein schwacher Frischling auch mit der .222 Rem. oder der 6,5 x57 umfällt, weiß doch jetzt schon jeder halbwegs versierte Weidmann, oder?

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    1. admin Beitragsautor

      Habe ich mir auch gedacht: Dieser Erfassungsbogen stellt sicher, dass nicht allzu viele Frischlinge mit der kleinen Kugel im Landesforst erlegt werden dürften. Mir scheint auch, dass mit der Definition der “kleinen Kugel” als rehwildtaugliches Kaliber die eigentliche Intention dieser Regelung ad absurdum geführt wurde. Es ging ja letztlich darum, die Erlegung schwacher Frischlinge zu verbilligen (darauf zielte ja auch die gescheiterte Streichung oder Senkung der Gebühren für die Trichinenuntersuchung). Der Preisunterschied zwischen einer Patrone in, sagen wir mal, .308 Win. oder .222 Rem. ist aber eher zu vernachlässigen. Das wäre anders gewesen, hätte man versuchsweise die Hornet für Frischlinge frei gegeben. Das war mit kleiner Kugel m.E. auch gemeint bzw. intendiert. Dem Vernehmen nach fallen Frösche damit bei entsprechendem Treffersitz auch um, unter dem Tierschutzaspekt wäre das – zumindest bei schlechten Schüssen – freilich problematischer.

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      1. Anko

        Auch der Schrotschuss auf schwache Frillies wäre hier hier zu prüfen gewesen. Auf unsere dt. Panzerschweine muss es für einige aber wohl aus Prinzip die Kugel mit Minimum E100 von 1000J+ sein.

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        1. admin Beitragsautor

          Yep!

          Halten wir fest: Intendiert war a) die Gebühren für die Trichinenuntersuchung zu senken oder aufzuheben – das ist an der Nicht-Einbeziehung der Landkreise gescheitert, (um deren Einnahmen es immerhin ging),
          und b) die Hornet für schwache Frischlinge zuzulassen, woraus dann rehwildtaugliche Kaliber wurden. Damit ist der ganze Vorstoß sinnfrei, gescheitert.

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