Kitze ausgemäht – harte Strafe für Landwirt

Ein Landwirt aus Hausach (Ortenaukreis, Baden-Württemberg) ist vom Landgericht Offenburg wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe in Höhe von 75 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt worden, weil er beim Mähen einer Wiese den Tod von zwei Rehkitzen “billigend in Kauf genommen” habe. Das berichtet der Schwarzwälder Bote. Zwei Anwohnerinnen und der Jagdpächter hatten zuvor versucht, den 50 Jahre alten Landwirt vom Mähen abzuhalten. Unmittelbar darauf wurden zwei Kitze durch die Mähmaschine so schwer verletzt, dass der Jäger sie erlösen musste. Der Landwirt bedauerte den Vorfall vor Gericht. Er sei verärgert gewesen, dass der vorab informierte Jäger erst während der Mäharbeiten am Feld erschienen sei. Es habe sich zudem um den ersten trockenen und daher hektischen Tag nach einer längeren Regenperiode gehandelt.

Der Mann war von der Staatsanwaltschaft zunächst zu einer Geldbuße in Höhe von 3000 Euro verurteilt worden. Dagegen hatte er Einspruch eingelegt, woraufhin ihn das Amtsgericht Wolfach zu einer Geldstrafe in Höhe von 4000 Euro und einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt hatte. Im Berufungsverfahren vor dem Landgericht wurde die vom Gericht als unverhältnismäßig angesehene Freiheitsstrafe kassiert und die Geldbuße reduziert.

Eine Geldbuße setzt sich aus zwei Merkmalen zusammen: Der Anzahl der Tagessätze, die einen Hinweis auf die Schwere des Vergehens liefert, und der Höhe der Tagessätze, die vom Einkommen des Verurteilten abhängt. 75 Tagessätze stellen für einen nicht vorbestraften Ersttäter eine harte Strafe dar. Bei Jägern ist bei einer Verurteilung ab 60 Tagessätzen aufwärts die waffenrechtliche Zuverlässigkeit in der Regel für fünf Jahre verwirkt. SE

Bild: Rehkitz, Foto: SE

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