Kinderstube Natur

Ob junge Hasen, Rehkitze oder Vogelküken – ab Ende April verwandeln sich Wälder und Wiesen in große Kindergärten. Daher ist erhöhte Rücksichtnahme gefragt.

Finden Naturfreunde vermeintlich allein gelassene Jungtiere, sollten diese keinesfalls angefasst werden. Muttertiere könnten durch die menschliche Anwesenheit abgeschreckt und die Jungtiere so zu Waisen gemacht werden. „Zum Schutz ihres Nachwuchses vor Fressfeinden, wie dem Fuchs, lassen Elterntiere die Jungtiere oft allein im hohen Gras zurück und erscheinen erst zum Säugen wieder.“, erklärt Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). „Das klingt zunächst unlogisch, aber die gute Tarnung und der schwache Eigengeruch der Youngsters machen sie für Raubtiere schwer auffindbar.“

Doch weit sind die Elterntiere nie. Aus sicherer Entfernung beobachten sie ihren Nachwuchs, um keine Räuber anzulocken. „Wir empfehlen, sich an dem Anblick der Jungtiere zu erfreuen, diese aber wieder der elterlichen Obhut zu überlassen“, sagt der LJV-Präsident. Sobald die vermeintliche Gefahr vorbei ist, holen die Elterntiere ihren Nachwuchs ab und bringen ihn an einen sichereren Ort.

Die Hundehalter bittet der LJV, in der Brut- und Aufzuchtzeit – bis etwa Mitte – Juli auf den Wegen zu bleiben und die vierbeinigen Familienmitglieder angeleint zu lassen. „Die weiblichen Rehe – Ricken genannt – sind zurzeit hochschwanger. Sie sind bei weitem nicht mehr schnell genug, um vor freilaufenden Hunden flüchten zu können“, betont Michael. „Zudem kann eine panische Flucht zu einer Fehlgeburt führen und das Leben von Mutter und Kind gefährden.“ PM LJV RLP

Foto: LJV/T. Bäumler

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