Kanada: Ab zwölf – Provinz Neufundland und Labrador senkt Mindestalter für Jagd

Jagdteilnahme für Behinderte erleichtert

Die kanadische Provinz Neufundland und Labrador hat das Mindestalter für Jungjäger abgesenkt: Wer Kleinwild, Kojoten und andere “felltragende Tiere” jagen möchte, kann das jetzt ab einem Alter von nur zwölf Jahren (vorher 16) tun. Für die Jagd auf größeres Wild wie Schalenwild wurde das Mindestalter von 18 auf 16 Jahre gesenkt. Voraussetzung ist, dass ein qualifizierter erwachsener Jäger die Jung- und Ganz-Jung-Jäger bei der Jagdausübung begleitet. Die Gesetzesinitiative dient dazu, mehr junge Leute “raus zum Jagen” zu bringen, wie CBCnews berichtet. Ähnliche Regelungen gibt es bereits in anderen Provinzen Kanadas, in Neufundland und Labrador tritt die Neuregelung sofort in Kraft. “Jungen Menschen Zugang zum Naturerbe Kanadas und Teilhabe an unserer Jagdtradition zu ermöglichen, das ist etwas, dessen sich andere Provinzen schon länger erfreuen,” sagte Gerry Bryne, Minister für Fischerei und ländliche Ressourcen gegenüber CBCnews. Entsprechende Regelungen hätten sich nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern auch ihre Eltern gewünscht.

Zugleich wurden auch Maßnahmen beschlossen, um behinderten Menschen die Jagdteilnahme zu erleichtern. So sollen behinderte Jäger bevorzugt Zugang zu den obligatorischen Kursen in Schusswaffensicherheit erhalten und bei der Erlegung von Elchen hinzugezogen werden, die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit oder des Tierschutzes geschossen werden müssen. red.

Beitragsbild: Möchtegern-Jungjäger bei Jagdanmeldung – Regelungen wie die in Neufundland und Labrador würden diesem Jungen sicherlich auch gefallen. Foto: SE

2 Gedanken zu „Kanada: Ab zwölf – Provinz Neufundland und Labrador senkt Mindestalter für Jagd

  1. Ralf K.

    @JÜRGEN:
    nirgendwo steht im Artikel geschrieben, dass Kinder (jemand mit einem Alter von 12 Jahren gilt als “Kind”) in Deutschland mit Jagdwaffen jagen sollen.
    Wenn ich richtig gelesen habe, darf Schalenwild in Kanada nun ab 16 Jahren erlegt werden. Und ich gehe davon aus, dass man die Jungjäger dort durch die im Artikel angegebenen “qualifizierten erwachsenen Jäger” entsprechend begleitet. Genauso, wie man bei uns Jungjäger werden kann: Jägerprüfung ab 15 J., Aushändigung des Jugendjagscheines mit 16 J. und normaler Jagdschein ab 18 J.;
    Es kommt auch ein wenig auf die geistige Reife an. da gebe ich Ihnen Recht. Ein 12-Jähriger z.B., der in seinem Leben bereits Verantwortung für seine kleineren Geschwister übernehmen musste, kann geistig weiter sein als ein 21-jähriger Einzelsohn, der nur vor seiner X-Box hockt.

    Vielleicht könnte man das Ganze auch parallel zum “Begleiteten Fahren mit 17” sehen. Kann man drüber nachdenken.

    Ich habe mir sagen lassen, dass Kinder früher Ratten auf dem Land geschossen haben. Auch das ist Jagd- und es hat keiner was gegen Ratten-Schießen gesagt. Damals gab es allerdings noch mehr Wertevermittlung in den Familien, wofür Eltern heute oft nicht mehr genug Zeit (oder Interesse?) haben. Es ist zwar kein wirklicher Ersatz, aber hier möchte ich das Fach “Werte und Normen” als Stichwort geben. Die Stundenanzahl an den Schulen müsste vielleicht mal überdacht werden. Da ist Luft nach oben. Die Frage ist, ob man den Religionsunterricht an den Schulen streicht und durch “Werte- und Normen” ersetzt. Da haben die Schüler aller Religionen etwas davon. Ansonsten bliebe nur die Wertevermittling durch das soziale Umfeld, welche ja auch noch erfolgt. Nur müssten sich die Menschen im Umfeld für den Anderen Interessieren und ihn notfalls auch mal auf Fehlverhalten nach den Regeln des Feedback ansprechen. Und das in Zeiten, in denen sich Nachbarn in Mehrfamilienhäusern nicht einmal zur Kenntnis nehmen. Auf dem Land ist das eher noch möglich als in der Stadt.

    Nichts desto trotz könnte man durchaus überlegen, das Waffengesetz ein wenig zu lockern. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann denke ich auch an das Kinderkönig-Schießen mit dem Luftgewehr. Was ist so böse daran? Auf dem Schützenfest dürfen die Kinder an der Schießbude schießen, auf dem Schießstand unter Aufsicht nicht, sondern nur mit dem Lichtpunktgewehr?
    Das finde ich merkwürdig! Das ist so eine Grünen-Politik, die ich als durchaus überdenkenswürdig halte.

    Waffen sind nicht böse. Autos auch nicht. Sie werden durch Menschen mißbraucht zum Verletzen und auch zum Töten von Menschen – in Ausnahmesituationen. Das wird es aber auch mit allgegenwärtig verfügbaren Küchenmessern geben (Äxte waren eine Zeit lang auch in Mode). Die Waffe ist nur Mittel zum Zweck und ist durch alles, was man sich vorstellen kann, ersetzbar. Auch können Autos oder der Stein in der Hand als Waffe eingesetzt werden. Letztendlich liegt es an der staatlichen Kontrolle, regeluntreue Legalwaffenbesitzer auszusieben. Und darauf bezogen behaupte ich- und dass ist auch bei Jugendlichen der Fall- funktioniert die staatliche Kontrolle. Ein Jugendlicher, der sich an die Regeln nicht hält, bekommt den Jugendjagdschein und seine Waffen genauso entzogen wie ein Erwachsener.

    Wir Legalwaffenbesitzer sind kontrollierbar. Allerdings frage ich mich, wieviel AK47-Sturmgewehre noch aus NVA- oder russischen Beständen illegal in Haushalten in Deutschland in irgendwelchen Kleiderschränken stehen. Das macht mir, ehrlich gesagt, mehr Sorgen.

    Und ich persönlich habe kein Problem damit, dass auch ein Jugendlicher mit Jagdwaffen unter Aufsicht eines “erfahrenen Jägers” im Wald den scharfen Schuss auf Schalenwild durchführt. So lernt er nach der abgelegten Jägerprüfung früh das praktische Jagen. Er wird in die Materie eingeführt, übernimmt Verantwortung für sein Handeln und kann sich stetig verbessern. Irgendwann muss man anfangen. Das ist auch beim Autofahren so.

    Mir verdeutlicht der Artikel dass man die Jagd in anderen Ländern staatlich fördert. Das wünschte ich mir auch bei uns und von unseren Politikern. Und das nicht nur zur “Schädlingsbekämpfung” des Schwarzwildes! Jagd ist eine Menge mehr!

    In diesem Sinne wünsche ich noch eine schöne Woche!

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    1. Grimbart

      Ich würde es meinem Sohn schon zutrauen mit 12 Jahren in BEGLEITUNG! einen Fuchs, Kaninchen, Hasen z.B. vom Ansitz mit der kleinen Kugel erlegen zu lassen.
      In unserer Gesellschaft haben wir doch nicht nur eine Entfremdung von der Natur, sondern auch vom Tod. Wer leben will muss töten, egal ob Pflanze oder Tier. Das wird nur bei vielen sehr gerne verdrängt und lässt diese Vorgänge von anderen erledigen. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Nahrung rückt dabei schnell mal aus dem Fokus. Der Bezug zu einer selbst erlegten Beute ist doch ein ganz anderer auf dem Teller, als der Hamburger aus der Fast Food Kette.

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