Kaffeekränzchen mit geladener Flinte – 1600 Euro Geldstrafe

Ein 64 Jahre alter Jäger aus Regen (Bayern) war nach einer erfolglosen Elsternjagd noch auf einen Kaffee bei einer Nachbarin eingekehrt. Während der Jagd in einem Waldstück in Siedlungsnähe hatte er mehrere Schüsse abgegeben. Ein Anwohner hörte die Schüsse und fand beängstigenderweise einen Schrotbeutel in seinem Garten. Der vermutlich schwer traumatisierte Mann verständigte die Polizei. Diese spürte den Jäger auf, gemütlich beim Kaffee auf der Terrasse sitzend. Dummerweise hatte der bis dahin unbescholtene Bürger vergessen, sein gesicherte Flinte zu entladen. Dafür wurde nun vom Amtsgericht Viechtach wegen unerlaubten Führens einer Schusswaffe zu einer Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen à 40 Euro (1600 Euro) verurteilt. Das berichtet der Bayerwald-Bote. Außerdem wurde die “Tatwaffe” beschlagnahmt. Dem Zeitungsbericht zufolge erhält der Mann sein Eigentum auch nicht zurück.

Die Staatsanwältin Deniz Temizel hatte dem Angeklagten bedingten Vorsatz und Gefährdung vorgeworfen und eine Geldstrafe in Höhe von 70 Tagessätzen à 50 Euro gefordert. Hätte das Gericht dem Antrag der Staatsanwältin entsprochen, so wäre es um die waffen- und jagdrechtliche Zuverlässigkeit des Weidmanns geschehen gewesen. Die gilt bei einer Verurteilung wegen Vergehen z.B. wegen Verstößen gegen das Waffenrecht von 60 Tagessätzen aufwärts als nicht gegeben.

Die Verteidiger des Jägers plädierten hingegen auf Fahrlässigkeit. Das Gericht dürfte dem 64-jährigen zugute gehalten habe, dass er sich bislang nie etwas zuschulden kommen ließ und ein Geständnis abgelegt hat. SE

Beitragsbild: Terrassenflinte – so besser nicht. Hätte der Mann die Flinte vorschriftsmäßig gebrochen, wäre ihm jede Menge Ärger erspart geblieben. Copyright: SE

 

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